Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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Schart, Aaron, last edited: 2007-04-05

Menschenbilder im schematischen Vergleich
bearbeitet von Jürgen Ehle

  Materialistisch Idealistisch Nihilistisch Christlich
Gott, Sein, Sinn

Gott spielt keine Rolle: Es gibt nur Materie und kein unabhängig davon existierendes Geistiges, was dahinter oder darüber steht. Seele und Geist sind nichts als eine Funktion der Komplexität von Materie. Deshalb gibt es als allgemeingültige Werte nur materielle Werte: Leben ist ein Fressen und gefressen werden: Alles Leben strebt nach Befriedigung von Trieben und Bedürfnissen. Armut und Not gibt es, wenn diese Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt werden können. Zweck allen Lebens ist deshalb Sicherung der materiellen Lebensgrundlagen.

Philosophische Richtungen: Positivismus, Marxismus, Utilitarismus

 

Alles Materielle Sein ist nur ein Abbild geistigen Seins. Ursprung und Wesen allen Seins ist geistiger Natur. Das geistige Sein drängt in der materiellen Welt nach Verwirklichung. Da alles Sein geistigen Ursprungs ist, gibt es auch allgemeingültige Werte z.B. im philosophischen Idealismus (Plato, Hegel): Weisheit, Gerechtigkeit, Besonnenheit, Tapferkeit. Die Bestimmung des Menschen, seiner Vernunft gemäß zu leben und ein sittliches Leben zu führen (Stoa). Gott ist das Gute, Vollkommene, Absolute. In der Romantik möglichst ein intensives Gefühlsleben von Glück und Gemeinsamkeit, in der Mystik und Esoterik Freiheit von Angst und Leiden.

Gott ist tot, d.h., er besitzt keine reale Wirkmächtigkeit in meiner Lebenswelt. Deshalb gibt es keinen objektiven Sinn und damit auch keine objektiven Werte. Alles ist sinnlos. Warum und wozu gäbe es sonst das Leiden in der Welt? Was an geistigem Sein, Sinn, Werten existiert ist menschengemacht. Alles Sein strebt nach Überwindung des Anderen, nach Machterreichung und Machtausübung. Der Stärkere siegt. Sinn heißt dem Anderen meinen Sinn und Willen aufzuzwingen. Der körperlich, seelisch und geistig Stärkere ist zum Herrschen über den Schwächeren bestimmt. Das Grundprinzip der Welt, des Lebens ist Macht und Überwindung, Kampf mit Sieg und Niederlage.

Nietzsches Übermensch ist der, der die Sinnlosigkeit dadurch überwindet, daß er seinen Sinn als Wert setzen und durchsetzen kann, sich in seiner Angst und Begierde selbst und damit den Nihilismus überwinden kann.

Wir unterscheiden im Nihilismus 2 Richtungen:

·          Schopenhauers pessimistischen Nihilismus der Resignation und Selbstaufgabe

·          Nietzsches heroischen Nihilismus der Überwindung und des Kämpfens

Jeder Nihilist weiß im Grunde, daß er letztlich verliert - aber gekämpft und zumindest zeitweise gesiegt zu haben - ist sein Lebenssinn.

Gott ist der Gott der Liebe. Der Gott, der alles geschaffen hat aus Liebe und aus dem Nichts heraus. Der damit der Herr über alles ist. Es gibt keinen Gott neben oder über ihm. Er ist ein persönlicher Gott, der den Menschen sich als Gegenüber zu seinem Bild geschaffen hat. (Das Wesen einer Person besteht in Freiheit, Schöpferkraft/ Kreativität, Vernunftfähigkeit und Wille). Seine Liebe hat er dem Menschen offenbart geistig und materiell durch Leben, Leiden, Sterben und Auferstehung von Jesus Christus.

Der Mensch bestimmt sich in seinem Wesen von Gott her und nicht umgekehrt. Der Mensch ist deshalb ebenfalls Person, d.h. er besitzt absolute Freiheit, sogar die Freiheit sich gegen Gott zu entscheiden. Er besitzt Kreativität, hat Teil an der Vernunft und besitzt Willenskraft. Der Sinn des Lebens, sein Grundprinzip ist die Liebe. Nur wo der Mensch die Liebe lebt, verwirklicht er seine Bestimmung, sein Menschsein und findet zu sich selbst.

Liebe muß ich aber zuvor existentiell und real erfahren haben, bevor ich sie leben und weitergeben kann.

Die christliche Liebe ist anders als in der Romantik keine verklärte rosarote Gefühlsduselei – sondern eine Grundhaltung, die sich im Leben ganz real und auch materiell offenbaren muß: Da sein für den Anderen, wenn er in Not ist und mich braucht bis zur Selbstaufopferung in Leiden und Tod. Das Vorbild, der Maßstab für die Liebe ist das Leben, Leiden und Sterben Jesu Christi. Was Liebe ist, hat niemand besser gesagt als Paulus im 1. Korintherbrief, Kapitel 13.

Der Mensch ist Stellvertreter Gottes auf Erden.

Der Sinn von Geschichte läßt sich nur von Gott her verstehen: Ohne Gott ist Geschichte sinn– und ziellos.

Erkenntnis

Nur das sinnlich Wahrnehmbare ist existent und kann erkannt werden.

Erkenntnis = Sinnliche Wahrnehmung und Interpretation der materiellen Welt und ihrer materiellen Zusammenhänge

Erkenntnismethode: Methodik der Naturwissenschaften

Erkenntnis = Aufdecken, Offenbaren des hinter dem Materiellen verborgenen Seins, Wesen.

Erkenntnismethode: Begriffliches und logisch vernetztes Denken in der Philosophie;

Meditation in Mystik, Esoterik und in östlichen Religionen; Gefühlsrausch in der Romantik.

Dito Materialismus Die Erkenntnisfähigkeit ist dem Menschen durch seine Gottebenbildlichkeit gegeben. Nur von Gott aus, von seiner Liebe aus denkend, kann er den Sinn allen Seins (Welt und Geschichte) erkennen, Sinnhaftigkeit erfahren. Liebe, Glaube, Hoffnung sind die Basis aller wahren Erkenntnis. Sinnerkenntnis ist nur darüber möglich.
Motivation Alles strebt nach egoistischer Triebbefriedigung. Sinnvoll ist nur das, was materiell nützt und der Triebbefriedigung dient. Schaffung einer Welt, in der das für jeden Menschen möglich ist: z.B. Marxismus, Kapitalismus.

Philosophischer Idealismus: Ein vernunftbestimmtes, sittliches, dem Wesen des Menschen gemäßes Leben führen. Individualethik.

Romantik: Schwärmerisches unrealistisches Gefühlsleben. Heile Welt. Träumer.

Mystik und Esoterik: Individuelle Selbstvervollkommnung.

Streben nach Macht. Dem Anderen, der Welt, meinen Sinn und Willen aufzwingen. Zu kämpfen und zu siegen. Auch über das Leiden und die Sinnlosigkeit.

 

Purer Egoismus.

 

Liebe ist die Urkraft aller wahren menschlichen Motivation. Damit sie in mir wirken kann, muß ich sie als Geborgenheit zuerst erfahren haben. Deshalb steht die Erfahrung von Gottes Liebe am Anfang jeder beständigen Motivation, als Kraftquelle, als Steckdose zum Auftanken.
Menschenwürde

Der Mensch hat keine Würde aus sich selbst heraus. Der Mensch wird verdinglicht: Was bringt mir der andere Mensch an materiellen Vorteilen und Nutzen? Der andere Mensch ist nur soviel wert, wie er zu meinem, zum gesellschaftlichen Nutzen (= materielle Bedürfnisbefriedigung) beiträgt.

Kriterien für Menschenwürde:

·          Arbeitsfähigkeit

·          Leistungsfähigkeit

·          Materieller Nutzen

Verwertbarkeit

 

Philosophischer Idealismus: Der Mensch erhält seine Würde durch seine Vernunft. Seine Würde zeigt sich in der Fähigkeit, ein dem Menschen gemäßes Leben führen zu wollen und zu können. Dadurch Teilhabe am göttlichen Sein.

Kriterien für Menschenwürde:

·          Teilhabe an der göttlichen Vernunft

·          Sittlichkeit

Mystik und Esoterik: Fähigkeit, eins sein zu können mit der göttlichen Allnatur durch Meditation. Individuelle Selbstvervollkommnung.

 

Der Mensch hat keine Würde aus sich selbst heraus. Er setzt seinen Wert selbst durch seinen Willen zur Macht. Der Schwache hat keine Würde. Seinen Wert für mich hat er darin, daß ich ihm meinen Willen, meinen Sinn aufdrücken kann, inwiefern er der Konkretisierung meiner Macht dienstbar gemacht werden kann. Der Bessere, Stärkere muß herrschen und sich durchsetzen – das Schwächere muß weichen, sich unterordnen.

Kriterien für Menschenwürde:

·          Nutzbarkeit für meine Zwecke

·          Fähigkeit zum Kämpfen und Siegen – der Welt meinen Sinn, Stempel aufdrücken können

Übermensch

 

Der Mensch erhält seine Würde nicht von und aus sich selbst heraus – sondern allein durch die Liebe Gottes. Sie kann ihm deshalb durch nichts und niemandem genommen werden. Auch die übrige Natur erhält ihre Würde ausschließlich aus Gottes Liebe, siehe Schöpfungsbericht: „ ... und Gott sah, daß es gut war!“.

Der Begriff Würde stammt aus und wurde von der christlichen Religion geprägt. Keine andere Religion kennt diesen Begriff. „Würde“ leitet sich von „werden“ her: Jemandem Würde zusprechen heißt, ihm zu ermöglichen, daß er zu dem werden (sich entwickeln) kann, zu dem er von seinem Wesen her durch Gott bestimmt ist: Zu Gottes Ebenbild. Raube ich ihm diese seine Bestimmung (seine Freiheit, Kreativität, Willen, der Liebe) – dann raube ich ihm seine Würde. Nur die Liebe schenkt und achtet die Würde des Anderen.

Begründung Das - nicht - Verarbeiten - können von materieller Armut und Ungerechtigkeit führt zum Materialismus. Die Suche nach einem Sinn außerhalb von mir selbst und über den Tod hinaus führt zum philosophischen Idealismus. Suche nach Vollkommenheit. Das – nicht – verarbeiten – können von Leiden und Schicksalsschlägen führt zum Nihilismus. Die empfangene, erfahrene und als solche verstandene/ erkannte Liebe Gottes führt zum christlichen Menschenbild.
Folgen für die persönliche Lebenswelt

Radikale Ausbeutung von Mensch und Natur. Elimination alles nicht materiell Nutzbaren: Euthanasie.Begierde nach Reichtum, Gesundheit, Jugend. Utilitarismus.

Ich: Wonach richte ich mein Leben aus? Ich möchte ganz materiell möglichst viel vom Leben haben. Mein Sinn ist die Befriedigung meiner Leidenschaften und Begierden.

Du: Meine Beziehungen zum Nächsten, ob Ehepartner oder Freund, Kollege oder Bekannter, sind rein materieller Natur: Was bringst du mir? Das bin ich auch bereit für dich zu bringen. Was gibst du mir, wenn ich dir das gebe?

Welt (Natur, Kultur, Politik, Wirtschaft): Welchen materiellen Nutzen kann ich aus all dem ziehen? Wirtschaft: Wieviel Geld bekomme ich für meine Leistung? Welche Partei vertritt meine materiellen Interessen? Erschließen aller Bodenschätze, Materielle Verwertung der Natur. Reichtum und materieller Wohlstand. Kultur: Religion, Kunst, Wissenschaft und Technik werden auf ihren materiellen Nutzen hinterfragt: Schaft Religion dem Hunger, der Armut Abhilfe? – Nein? -, Dann ist sie nur Opium für das Volk.

Zeit: Was hilft mir, Vergangenheit zu verarbeiten Gegenwart zu gestalten und Zukunft für mich zu öffnen? Und all das rein materiell.

Sinnfrage: Ich , Du, Welt und Zeit sind für mich nur insofern sinnvoll, als sie materiellen Nutzen bringen. Der Lebenssinn liegt im materiellen Konsum.

Letztlich wird der Materialist von der Angst getrieben, alles das, woran er hängt, zu verlieren. Und er weiß, daß er zum Schluß alles verlieren muß, denn ins Grab kann er nichts mitnehmen. Er ist einsam, denn er sehnt sich zwar nach Liebe und Geborgenheit, kann sie aber nicht finden. Es geht ihm wie Scrooge in „Der Weinachtsabend“ von Charles Dickens.

Philosophischer Idealismus: Individuelle Selbstverwirklichung; Individualethik, Sittlichkeit, Tugend.

Romantik: Träumer; Weltfremdheit

Mystik und Esoterik: Meditation; Seelenwanderung; Magie; Individuelle Selbstverwirklichung.

Z.B. Philosophischer Idealismus:

Ich: Wonach richte ich mein Leben aus? Selbstverwirklichung und Sittlichkeit.

Du: Meine Beziehungen zum Nächsten, ob Ehepartner oder Freund, Kollege oder Bekannter, sind rein geistiger Natur: (Eros = die Liebe zum Vollkommenen).

Welt (Natur, Kultur, Politik, Wirtschaft): Durch Arbeit Welt gestalten, d.h. vollkommener machen und dadurch zu mir selbst finden (Hegel). Visionen.

Zeit: Was hilft mir, Vergangenheit zu verarbeiten Gegenwart zu gestalten und Zukunft für mich zu öffnen? Die 4 Kardinaltugenden.

Sinnfrage: Ich, Du, Welt und Zeit sind für mich insofern sinnvoll, als sie mir Gestaltungsspielräume eröffnen zur Selbstentfaltung meiner Persönlichkeit.

 

Der Idealist will das Gute – allein es fehlt ihm die Kraft dazu. Er hat vom Baum der Erkenntnis gegessen aber nicht vom Baum des Lebens, d.h. der Lebenskraft. Das Gute zu tun ist schwer. Es fehlt das Durchhaltevermögen gegen äußere Widerstände, gegen Nackenschläge, gegen Schicksalsschläge, gegen Tod, Leiden, Schuld. Schließlich zerbricht der Idealist an der harten Realität des Lebens, an seiner eigenen Sündhaftigkeit und Schwäche. Am Schluß des Lebens bleiben Resignation, Frustration über die Schlechtigkeit der Anderen, der Welt. Verzweiflung, Zynismus.

Unterdrückung des Schwachen. Begierde nach Macht/ Herrschaft, Kampf und Sieg. Elimination alles nicht für meine Ziele Nutzbaren: Euthanasie.

 Egoismus, nacktes Karriere- Denken. Machiavellismus und alle Managementtheorien, die heute darauf aufbauen. Meinungsbildung durch Manipulation und nicht durch argumentative Überzeugungsarbeit.

Ich: Wonach richte ich mein Leben aus? Ich möchte Macht und Einfluß bekommen. Mein Sinn ist, Anderen meinen Sinn aufzuzwingen.

Du: Meine Beziehungen zum Nächsten, ob Ehepartner oder Freund, Kollege oder Bekannter, sind rein auf Sieg und Niederlage abgestimmt: Wer ist besser, stärker?

Welt (Natur, Kultur, Politik, Wirtschaft): Wie kann ich mir dies dienstbar machen für meine Ziele, Werte, Zwecke. Mein Ziel ist Macht und Herrschaft. Bis zur brutalen Ausbeutung.

Zeit: Was hilft mir, Vergangenheit zu verarbeiten Gegenwart zu gestalten und Zukunft für mich zu öffnen? Meine Kampf – und Siegbereitschaft, mein Wille zur Macht.

Sinnfrage: Ich , Du, Welt und Zeit sind für mich nur insofern sinnvoll, als sie Freiheit, Autonomie Berechenbarkeit und Verfügbarkeit ermöglichen. Der Lebenssinn besteht im Kämpfen und Siegen.

 

Der Nihilist will siegen – über die Anderen, über sein Leben, über sein Leiden, seine Krankheit (vgl. Nietzsche). Und weiß doch, daß er letztlich verlieren muß (gegen Leiden, Tod, Schuld). So bleibt ihm nur der verzweifelte, hoffnungslose heroische Kampf allein um des Kampfes willen (Sisyphos): Heroischer Nihilismus Nietzsches. Oder die Resignation und Selbstaufgabe im pessimistischen Nihilismus Schopenhauers.

 

Versuch, die Welt realistisch zu verstehen und punktuell Liebe hineinzutragen. Kraft und Mut, Glaube und Hoffnung aus der erfahrenen Liebe Gottes für den Alltag ziehen.

Ich: Wonach richte ich mein Leben aus? 1. Die Liebe Gottes dankbar annehmen. Diese Liebe wirkt und begegnet mir in der Liebe meines Partners, meiner Familie, von Freunden. Sie begegnet mir in der Kraft, die Gott mir jeden Tag auf’‘s Neue gibt, um den Alltag durchstehen zu können, um mich an allem freuen zu können, um glücklich sein zu können. 2. Diese Liebe durch meine Arbeit weiter zu geben an den Anderen in Ehe/ Familie, bei Freunden, im Betrieb, in der Gesellschaft. Liebe will wirken.

Du: Meine Beziehungen zum Nächsten, ob Ehepartner oder Freund, Kollegen oder Bekannten, sind geprägt durch die Liebe. Meine Arbeit richtig, wahrhaftig tun – auch wenn das zu meinem Nachteil ist.

Welt (Natur, Kultur, Politik, Wirtschaft): Die Welt ist dem Menschen untertan – nicht damit er sie zerstört, sondern damit er sie bewahrt. Er hat die Welt als Lehen auf Zeit von Gott erhalten, er ist der Weingärtner, der den Weinberg (Welt) stellvertretend für Gott in Liebe hegen und pflegen soll. Unsere Aufgabe ist also Natur zu pflegen, Kultur, Wirtschaft, Politik sinnvoll auf Zukunft hin zu gestalten.

Zeit: Was hilft mir, Vergangenheit zu verarbeiten Gegenwart zu gestalten und Zukunft für mich zu öffnen? Nur die Liebe.

Sinnfrage: Der Lebenssinn besteht allein in der Liebe. (Liebe nach 1. Korinther 13) Nur die Liebe baut auf – und zerstört nicht. Nur die Liebe kann Gemeinsamkeit zwischen Menschen begründen. Aus eigener Kraft sind wir Menschen zur Liebe unfähig. Wir sind angewiesen auf die Kraft der Liebe Gottes.

Der Christ weiß um seine Sündhaftigkeit und die Schwäche seines Willens. Er sieht sich als Mensch realistisch und macht sich nichts vor. Er ist sich bewußt, daß er zu schwach ist, von sich aus die Liebe durchzuhalten, zum Anderen, Partner, Freund, Kollegen. Er weiß daß er immer wieder versagt. Deshalb vertraut er auf die Liebe Gottes, die ihm immer wieder vegibt, ihn immer wieder aus der Hoffnungslosigkeit aufrichten will. Ohne die Erfahrung dieser Liebe ist sinnvolles Leben nicht durchhaltbar, weder in der Ehe noch im Betrieb noch in der Gesellschaft. Aus dieser Liebe schöpft der Christ Mut, Kraft und Energie, um immer wieder neu anfangen zu können, sich seiner Freiheit stellen zu können – wie aus einer Steckdose.