Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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Schart, Aaron, last edited: 2007-05-07

INTR°A-Projektpreis am 18. September 2005 an "Abrahamszelt", Freunde und Förderer des Interreligiösen Kindergartens zur interkulturellen Begegnung für Juden, Christen und Muslime in Ramle, Israel, und: Interreligiöses spirituelles Betreuungs-zentrum am Universitätskrankenhaus Utrecht, (UMC), Niederlande, verliehen.

Die Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) e.V., mit Sitz in Nachrodt-Wiblingwerde, vergibt in Anerkennung der interreligiösen Aktivitäten und der Arbeit zum gegenseitigen Verstehen verschiedener Kulturen den

INTR°A-Projektpreis für Komplementarität der Religionen.

Für das Jahr 2005 wurde dieser Preis an den Verein "Abrahamszelt" in Ramle, Israel, und das Interreligiöse spirituelle Betreuungszentrum am Universitätskrankenhaus UMC Utrecht, Niederlande, verliehen. Das Preisgeld von 5.000,-- EURO wurde zwischen den Preisträgern geteilt.

 Die Verleihung fand am 18. September in der Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main statt. Sie wurde von dem Koordinator der Interreligiösen Arbeitsstelle INTR°A, Dr. Reinhard Kirste, in Anwesenheit des Sponsors, Dr. Hans-Martin Schmidt, von der Stiftung Apfelbaum und zahlreicher Mitglieder der Arbeitsstelle aus verschiedenenen Religionsgemeinschaften und mehreren europäischen Ländern vorgenommen.

In der Laudatio hob Professor Herbert Schultze, von der Universität Duisburg-Essen hervor, dass die ausgezeichneten Vereinigungen sich für die Offenheit für die Menschen verschiedener Kulturen in Israel und in den Niederlanden entschieden haben. In der Arbeit des Vereins "Abrahamszelt" werden auftretende Schwierigkeiten im Lande mit Hoffnung sowie dem Wirken für Frieden und Versöhnung beantwortet. Von dem Multikulturellen Spirituellen Betreuungszentrum in Utrecht werden Patientinnen und Patienten verschiedenen Alters in verschiede-nen Kliniken des Landes unter Mitwirkung von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften spirituell betreut.

 Für "Abrahamszelt" nahm der Leiter, der "Friedenskoch" Jalil Schwarz, zusammen mit Helga Stucke die Auszeichnung entgegen. Für das Betreuungszentrum aus Utrecht empfing der Leiter, Dr. Ari van Buuren, mit anderen professionell qualifizierten, spirituellen Begleitern den Preis, nämlich Sieta Motiram Sharma für die Hindu-Gemeinschaft, Imama Mualla Kaya und Dr. Arslan Karagül für die Muslimische Gemeinschaft.

 Jalil Schwarz berichtete, dass es seiner Initiative in Ramle inzwischen möglich war, ein Gemeindezentrum zu errichten sowie ein gemeinsames Gymnasium für orthodox-christliche und muslimische Schülerinnen und Schüler zu gründen. Die professionellen Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wurden zu aktiven Stützen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs ausgebildet. Von ihnen gehen seitdem Impulse zur Offenheit in den pädagogischen Aktivitäten aus. Sein Motiv benannte der "Friedenskoch" mit den Worten: "Frieden zwischen den verschiedenenen Gruppen der Bevölkerung in Ramle und überhaupt in Palästina ist mein Herzenswunsch."

 Arslan Karagül und Ari van Buuren betonten, auch im Namen ihrer Kolleginnen vom UMC, dass Professionalisierung. Identität und Treue zu Amt und Auftrag grundlegend für die theoretische und praktische Vorbereitung der Arbeit mit Patientinnen und Patienten und ihre permanente Auswertung sei. Auf dieser Grundlage leistet das Wirken am UMC Pionierarbeit für ein neues, kreatives und dauerhaftes Verhältnis zwischen den kulturellen und religiösen Gemeinschaften in den Niederlanden.

 Der Fortschritt der spitituellen Betreuung in  den Kliniken von traditionell "multikultureller Arbeit" zu einer "Inkulturalisierung", also von einer  Bejahung des Bestehenden zu einem neuen Ziel gesellschaftlichen Friedens wird von Politikern und Ministerien in den Niederlanden als wirksame Hilfe in den aktuellen Herausforderungen angesehen. Die Friedens- und Versöhnungsarbeit des Abrahamszeltes wird in Israel und Palästina als Anstoß dazu verstanden, Zuversicht an die Stelle von Hoffnungslosigkeit zu setzen. Die preisgekrönten Aktivitäten stellen ein wohl begründetes und zukunftsweisendes Verständnis des Begriffes der "Komplementarität der Religionen" bereit.