Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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K I N D E R die dem H O L O C A U S T entkamen

Vorstellung eines Projekts des FB 1/Evangelische Theologie und des von der Projektgruppe gestalteten Buches

Montag, 13. November 2000, 13.00 Uhr

in der Universität, GLASPAVILLON, R 12 am Brunnen

Von der Projektberatung sprechen

Verantwortlich: Dr. Herbert Schultze

Inhaltsverzeichnis des Buches "K I N D E R die dem H O L O C A U S T entkamen"

Das Buch kann zum Selbstkostenpreis von DM 19,00 pro Exemplar, zuzüglich Porto und Verpackung bei:
Dr Herbert Schultze, Tangstedter Landstraße 32B, D-22415 Hamburg, GERMANY,  fax *49-(0)40- 531 59 68


Begrüßung durch Herrn Prof. Schart

Wir sind im Nachgang zum 9. Nov. 2000, dem Gedenktag an die sogenannte "Kristallnacht" und der dann folgenden Schoah, und unter dem Eindruck aktueller Entwicklungen mit diesem Thema an eine weitere Öffentlichkeit gegangen. Wir legen aber Wert auf den Hinweis, dass die Fachgruppe, und namentlich Herr Dr. Schultze, schon seit über 20 Jahren an der Frage arbeitet, wie man die Aufarbeitung der dunkelsten Phase der deutschen Geschichte in die Erziehung unserer Kinder einbringen kann. Denn über der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen; vielmehr müssen Konsequenzen für die Leitwerte unserer Gesellschaft gewonnen werden. Die moralische Entrüstung, die sich gerade in den letzten Tagen und Wochen augenfällig gezeigt hat, ist eine schöne Bestätigung dafür, dass die vielen Bemühungen von vielen Gruppen und Institutionen, nicht zuletzt auch unserer Fachgruppe, nicht wirkungslos verpufft sind, auch wenn man abwarten muss, was daraus konkret wird. 

Zum Schluss möchte ich noch auf den wissenschaftlichen Wert dieses Projektes hinweisen. Das Buch zeigt in aus meiner Sicht in wirklich eindrucksvoller Weise, wie eine Studierendengruppe aus persönlicher Betroffenheit heraus, in internationaler Kooperation, in persönlichem Kontakt mit den Opfern von damals, völlig neue Quellen erarbeitet. Dabei bleibt die pädagogische Aufgabe erkenntnisleitend, unseren Kindern begreiflich zu machen, was geschehen ist, aber auch aufzuzeigen, wo es positive Ansätze gab. Das ist Wissenschaft im Lehrerausbildungszusammenhang at its best. 

Jeder, der sich mit der Materie befasst, und - so er noch kann - mit den Groß- und Urgroßeltern spricht, ist erschüttert und deprimiert, wie sich ganz normale Menschen, die damals eine gute Bildung durchgemacht hatten und nach dem Krieg auch wieder lieb mit ihren Enkeln und Urenkeln spielten, unter dem Eindruck nationalsozialistischer Verblendung in Sympathisanten und Vollstrecker des Genozids verwandeln konnten. Dieses Buch spürt auch die ermutigenden Beispiele auf, die es ja zum Glück hier und da auch gab.


Dr. Jo Reilly, Universität Southhampton

Die vorgestellt Arbeitshilfe ist eine Danksagung einer neuen Generation von Deutschen an die Opfer von damals. Die Arbeit hat spürbar profitiert von der persönlichen Begegnung mit ehemaligen TeilnehmerInnen an den Kindertransporten.

Der holocaust wird nicht als ein musealer Gegenstand abgehandelt, sondern als bedrängendes Phänomen. Dies gelingt dadurch

So wirkt diese Arbeitshilfe auch einer ungerechtfertigten, aber gleichwohl ab und zu zu beobachtenden "Holocaust-Müdigkeit" entgegen.


Jehuda Amichai, Auch eine Fasut war einmal eine offene Hand. Gedichte, München/Zürich: Piper, 1994, S.15:

"Erinnert euch, auch das Hinausziehen in die schrecklichen Kämpfe
Führt immer an Gärten und Fenstern vorbei
An spielenden Kindern und an einem bellenden Hund.

Erinnert die fallende Frucht
Die Blätter und den Zweig,
Erinnert die harten Dornen
Die im Frühling zart und grün waren,
Erinnert euch - und vergesst nicht,
auch die Faust war einmal eine offene Hand."