STAATLICHES PRÜFUNGSAMT

FÜR ERSTE STAATSPRÜFUNGEN FÜR LEHRÄMTER AN SCHULEN

- ESSEN -

 

Erweiterungsprüfungen

zu Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen

(Stand: 19. Juni 1997)

1. Nach bestandener Erster Staatsprüfung für ein Lehramt an Schulen können gemäß § 29 der Ordnung der Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen (Lehramtsprüfungsordnung - LPO) in der Fassung vom 23.8.1994 (GV. NW. S. 754/1994) zu dieser Prüfung Erweiterungsprüfungen abgelegt werden.

2. Die Erweiterungsprüfungen sind in allen für die jeweilige Erste Staatsprüfung gemäß LPO wählbaren Fächern möglich. *

*) Zu Ersten Staatsprüfungen für das Lehramt für die Sekundarstufe II können gemäß Erlaß des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 14.05.1982 u. v. 02.07.1986 Erweiterungsprüfungen auch in den Fächern Archäologie, Hebräisch, Neugriechisch und Portugiesisch abgelegt werden.

Mit Genehmigung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung kann eine Erweiterungsprüfung außerdem in Fächern abgelegt werden, die nicht in der LPO genannt werden, sofern an diesen ein schulisches Interesse besteht. (§ 29 Abs. 1 LPO)

3. Für die Zulassung, die Durchführung und die Feststellung des Ergebnisses der Erweiterungsprüfung finden die Vorschriften der Prüfungsordnung (LPO) für die Prüfung in einem Fach entsprechende Anwendung.

4. Für die Zulassung zu Erweiterungsprüfungen sind gemäß § 29 Abs. 4 LPO folgende Nachweise zu führen:

5. Der Nachweis des Studiums im Umfang von mindestens der Hälfte des ordnungsgemäßen Studiums wird dem Prüfungsamt gegenüber durch eine Auflistung der besuchten Lehrveranstaltungen geführt. Vordrucke für diese Auflistung sind Bestandteil des Zulassungsgesuches. Die Regelung, daß der Nachweis vorbereitender Studien im Umfang von mindestens der Hälfte des ordnungsgemäßen Studiums im Fach genüge, beinhaltet nicht, daß das Studium reduziert wäre. "Reduziert ist lediglich", so hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung ausgeführt, "die Nachweispflicht, und zwar auf die Hälfte des ordnungsgemäßen Studiums."

6. Welchen Umfang das nachzuweisende Studium mindestens aufweisen muß und wie viele Leistungsnachweise bei der Meldung zur Prüfung mindestens vorgelegt werden müssen, ergibt sich aus den Bestimmungen der LPO zu den einzelnen Lehrämtern und den jeweiligen Studienordnungen für das Fach.

6.1 Aus dem Grundstudium sind bei der Meldung zur Prüfung je Fach vorzulegen:

**) Sonderregelungen für berufliche Fachrichtungen: Die Anforderungen sind den Studienordnungen zu entnehmen.

Sieht die Studienordnung für Erweiterungsprüfungen mehr Leistungsnachweise im Grundstudium vor, wird im Hinblick auf eine sinnvolle Vorbereitung für das Hauptstudium dringend empfohlen, diesen zusätzlichen Anforderungen zu entsprechen.

6.2 Im Hauptstudium sind alle Leistungsnachweise, qualifizierten Studiennachweise und Praktika nach den Bestimmungen der LPO für die Lehrämter und den jeweiligen Studienordnungen der Fächer zu erwerben bzw. abzuleisten. Die Vorschriften sind den Infos über die Ersten Staatsprüfungen, den Anlagen zu § 55 LPO und den jeweiligen Studienordnungen zu entnehmen.

6.3 Folgende Nachweise entfallen:

7. Für einige Fächer sind Fremdsprachenkenntnisse notwendig:

Ev. Religionslehre P (Schwerpunktfach) Graecum oder Hebraicum oder Latinum
  Sekundarstufe I Graecum oder Hebraicum oder Latinum

8. Weitere Fremdsprachenkenntnisse sind ggf. zusätzlich nach Maßgabe der Studienordnung der Hochschule gegenüber nachzuweisen.

9. Die Prüfungsleistungen sind im Vergleich zu den Staatsprüfungen nicht reduziert. Die Anzahl der Klausuren und die Dauer der mündlichen Prüfung für die Erweiterungsprüfung in einem Fach sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Studierende vor WS 94/95

  Anzahl der Klausuren Dauer der mdl. Prüfung
Primarstufe (weiteres Fach) 1 20 Minuten
Primarstufe (Schwerpunktfach) 1 40 Minuten
Sekundarstufe I 2 (1 wissenschaftlich, 1 didaktisch) 40 Minuten

Studierende ab WS 94/95 *

  Anzahl der Klausuren Dauer der mdl. Prüfung
Primarstufe (weiteres Fach) keine 40 Minuten
Primarstufe (Schwerpunktfach) 1 40 Minuten
Sekundarstufe I 1 40 Minuten

* Gilt nur, wenn bei Eintritt ins Hauptstudium eine neue Studienordnung vorliegt.

10. Zuständig für die Erweiterungsprüfung ist das Prüfungsamt, in dessen Zuständigkeitsbereich die Hochschule liegt, an der der/die Bewerber/in vor dem Antrag auf Zulassung gemäß § 64 UG für das Fach der Erweiterungsprüfung eingeschrieben war. Soweit die Vorbereitung auf die Erweiterungsprüfung an Einrichtungen der Lehrerfortbildung durchgeführt worden ist, kann der/die Bewerber/in das Prüfungsamt wählen. Vor dem Staatlichen Prüfungsamt Essen kann eine Erweiterungsprüfung in einem gemäß LPO für die Erste Staatsprüfung wählbaren Fach jedoch nur dann abgelegt werden, wenn dieses Fach im Rahmen des Studienganges, den der/die Bewerber/in mit der Ersten Staatsprüfung abgeschlossen hat, an einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich des Prüfungsamtes angeboten wird.

11. Die Meldung zur Erweiterungsprüfung kann jederzeit vorgenommen werden. Bewerber/innen, die sich in der zweiten Hälfte eines Jahres der Prüfung unterziehen möchten, müssen sich bis zum 15. Juni, Bewerber/innen, die sich in der ersten Hälfte eines Jahres der Prüfung unterziehen wollen, müssen sich bis zum 1. Dezember melden.

12. Die Meldung ist mit förmlichen Antrag vorzunehmen. Die Antragsunterlagen sind im Prüfungsamt erhältlich.

13. In Fällen, in denen eine Erweiterungsprüfung zu einer schulformbezogenen Ersten Staatsprüfung abgelegt werden soll, sind die Vorbereitung auf die Prüfung und die Prüfung selber auf die oben näher beschriebenen Anforderungen der Stufenlehrämter auszurichten. Erweiterungsprüfungen nach Maßgabe früherer Vorschriften können seit dem 31.12.1991 nicht mehr abgelegt werden ( § 61 (5) LPO ).

14. Abweichend von § 29 (1) Satz 1 LPO werden übergangsweise bis zum 31.12.1998 Erweiterungsprüfungen gem. § 61 (5) LPO auch dann zugelassen, wenn sie nicht der abgelegten Lehramtsprüfung oder dem erworbenen Lehramt entsprechen.