Bilder von Helga Weissova

 

Unterkunft in L410 (1943)

L 410 war das Mädchenheim, in dem Helga Weissova eine Zeit lebte. Die Mädchen schliefen auf dreistöckigen Pritschen. In jedem Raum waren ungefähr 35 Mädchen.

 

 

Konzert in der Unterkunft (1942)

Auch unter den bedrückenden Lebensumständen gab es immer Zeit und Raum für Kultur. Das half für eine Weile der rauhen Wirklichkeit zu entfliehen.

 

 

 

Waschraum (1942)

Es floß nur kaltes Wasser. Auch damit mußte man sparsam umgehen.

 

 

 

Geburtstagswunsch I (1943)

Alles beförderte man auf alten Leichenwagen. Deshalb wird diese Riesentorte auf einem solchen Wagen nach Theresienstadt gebracht. Woher? Natürlich aus Prag!

 

 

 

        Der Hochzeitstag meiner Eltern (1944)

Zum 15. Hochzeitstag schenkte Helga ihren Eltern dieses Bild. Es war der letzte Hochzeitstag der Eltern. Ihr Vater starb kurz danach in Auschwitz.

 

 

Transport der polnischen Kinder (1943)

Diese Kinder kamen in sehr erbärmlichem Zustand an. Sie wurden während der Zeit ihres Aufenthalts in Theresienstadt in Quarantäne gehalten. Aus unbekannten Gründen hieß es , dass angeblich in die Schweiz geschickt werden sollten. Das geschah jedoch nicht und sie endeten in Auschwitz. Als sie in der Quarantäne duschen sollten, wehrten sie sich und schrien: "GAS!". Sie wußten mehr als wir in Theresienstadt gewußt hatten.

 

 

Letzter Abschied (1944)

   

Täglich starben viele Menschen. Die Särge wurden nach einer kurzen Zeremonie auf den Wagen geladen und ins Krematorium außerhalb des Ghettos überführt. Die Asche der Verstorbenen wurde in Papierurnen aufbewahrt. Kurz vor Kriegsende wurde die gesamte Asche in den Fluß Eger geschüttet.

 

 

    Selektion (1945/46)

Gleich nach der Ankunft in Auschwitz und dann von Zeit zu Zeit immer wieder wurden Häftlinge selektiert. Jüngere und Kräftigere wurden für die Arbeit bestimmt, während die Alten, Schwachen und viele Kinder in die Gaskammer und in den Tod gehen mußten. Für Kinder unter 15 Jahren gab es keine Überlebensmöglichkeit.

 

 

 

Zum 14. Geburtstag (1943)

Zeichnung für die Freundin Franzi. Sie wurden in derselben Klinik geboren, am 10. und 14. November 1929. Die beiden Mädchen trafen sich in Theresienstadt wieder und wurden die besten Freundinnen. Sie teilten dasselbe Bettgestell miteinander und planten gemeinsam das zukünftige Leben nach dem Krieg. Sie stellten sich vor, wie ihr Leben nach vierzehn Jahren aussehen würde und sie beide Mütter sein würden und gemeinsam in Prag spazieren gehen. Franzi starb in Auschwitz, vor ihrem 15. Geburtstag.