Helga Weissóva

 

 

Helga Weissová ist eines der Mädchen, die in Theresienstadt gezeichnet haben. „Zeichne, was Du siehst“, sagte ihr Vater eines Tages im Ghetto zu ihr und dies ist auch der Titel des von ihr herausgegebenen Buches.

Der Satz ihres Vaters, kurz nach der Ankunft in Theresienstadt im Dezember 1941, war für Helga Weissová Anlass, von nun an das alltägliche Leben im Ghetto zu erfassen und keine kindlichen Bilder mehr zu malen. Die Eindrücke, die sie von diesem Moment an prägten, beendeten ihre Kindheit.

Auch ihre Zeichnungen entstanden in der Mehrheit im Mädchenheim L 410, die meisten vor dem Fenster mit dem Block auf ihren Knien. Nur wenige Bilder entstanden draußen. So kam es zu ca. 100 Zeichnungen, die die einzigen Zeitdokumente darstellen.

Gleich nach der Befreiung 1945, ergänzte sie ihre Zeichnungen und beschrieb, was sie im Theresienstädter Ghetto und in den folgenden Konzentrationslagern gesehen und erlebt hatte.

Nach dem Krieg kehrte sie mit ihrer Mutter (der Vater hatte nicht überlebt) nach Prag zurück und wurde akademische Malerin. Heute ist sie Großmutter von drei Enkelkindern.

Die Bilder aus Theresienstadt zeugen von der Grausamkeit und den Leiden des 2. Weltkrieges, eine Thematik, die sie durch ihr ganzes Leben begleitet hat und immer ihr künstlerisches Schaffen beeinflusst hat.

Bilder von Helga Weissovà