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Die Geschichte

"Gasometer", das ist eigentlich eine nicht korrekte Bezeichnung für ein Gebäude, welches zur Speicherung von Gasen dienen soll. Korrekt müßte es Hochofengas-Behälter heißen, welches ein wenig auf die Nutzung schließen läßt. Dennoch hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch das wesentlich prägnantere Wort "Gasometer" durchgesetzt. Dieses stammt ursprünglich aus Frankreich, denn 1789 gelingt dem französischen Chemiker Antoine Laurent Lavoisier die Entwicklung eines Behälters, der zur Speicherung von Gasen geeignet ist, benannt mit dem Namen "gazometre". Die wörtliche Übersetzung bedeutet "Gasmesser".

In der Stadt Oberhausen fiel während der Zeit der Montanindustrie relativ viel Gas an. Bei der Koksherstellung in der Kokerei Osterfeld war das Koksgas ein Abfallprodukt. In den Hochöfen der Eisenhütte I und II war es das Gichtgas. Zwar wurden die Gase, wenn möglich, zur Feuerung des Walzwerkes genutzt. Allerdings konnten die Gase nur dann zur Feuerung genutzt werden, wenn sie auch grade anfielen. Zu Zeiten in denen weniger Gas als notwendig anfiel, mußte Öl zugekauft werden; fiel mehr Gas als notwendig an, wurde es abgefackelt. Ein Speichergebäude in Form eines Gasometers sollte dem Abhilfe schaffen. Der Gasbedarf konnte dann so reguliert werden, daß bei Überschuß das Gas zwischengespeichert wurde, welches bei Mangel verbraucht werden konnte.

Die Gutehoffnungshütte (GHH) beschloß schließlich einen solchen Gasometer-Bau in Oberhausen. Am 27. Februar 1927 war Baubeginn direkt am Rhein-Herne-Kanal auf dem Gelände der Gutehoffnungshütte. Zunächst wurden auf einer Betonplatte 24 Doppelstahlträger errichtet, an diesen Blechbahnen von 8,80 Meter Länge, 0,81 Meter Breite und 5 mm Dicke kalt vernietet wurden. Allerdings wurde nicht wie beim klassischen Häuserbau unten angefangen und weiter nach oben gebaut. Beim Gasometer wurde zuerst die Dachkonstruktion errichtet und darunter eine Scheibe montiert. Mit Preßluft wurde dieses Gebilde ein wenig nach oben gedrückt, so daß unten weitere Blechbahnen genietet werden konnten. Im Inneren schwamm auf dem gasförmigen Element eine Scheibe, welche nach oben und unten frei beweglich war. An den Seiten schloß sie gasdicht mit den Außenblechen ab. Zusätzlich sorgte Teeröl für die Dichtung, daß in einem Recyclingkreislauf an Innenseiten herunter lief. Außerdem diente dieses Teeröl als Schmierstoff für die Scheibe und als Schutz vor Korrosion. Die Scheibe auf dem Gas diente als Abdeckung und gleichzeitig als Gewicht, um einen konstanten Gasdruck zu erzeugen. Allerdings war die Scheibe alleine nicht schwer genug, um ausreichend Druck zu erzeugen, so daß auf der Scheibe Betongewichte lagerten. Somit wurde ein Gesamtgewicht von 1,207 t erzeugt. An den Außenwänden des Gasometers waren Treppen angebracht, so daß der Gasometer für Arbeiten bestiegen werden konnte. Auf dem Dach befand sich neben der Lüftung eine Einstiegsluke, um in das Gasometer-Innere zu gelangen. Eine klappbare Leiter führte bis auf die auf dem Gas schwimmende Scheibe. Für ausreichend Licht sorgten einige Fenster.

Am 15. Mai 1929 war der Gasometer Oberhausen fertig gestellt und wurde in Betrieb genommen. Mit 347.000m3 Nutzvolumen war (und ist) er der größte Gasometer in Europa. Aber auch die anderen technischen Daten sind in Europa unübertroffen: Seine Höhe von 117,5 m, sein Durchmesser von 67,6 m und sein Umfang von 210 m.

Die Investitionskosten betrugen 1,74 Mil. Reichsmark. Doch bereits nach 18 Monaten hatte sich diese Summe amortisiert. Das bisher abgefackelte Gas konnte fortan zwischengelagert und dann genutzt werden, wenn es gebraucht wurde. Das hatte u.a. zur Folge, daß der Ölzukauf vollständig eingestellt wurde. Bereits ab 1932 entsprach der jährliche Gewinn den Investitionskosten.

Auch während des 2. Weltkrieges war der Gasometer in Betrieb. Erst die Granateinschüsse der alliierten Streitkräfte brachten ihn zum Erliegen. Allerdings kam es dabei zu keiner Explosion. Das Gas fackelte ab und die Scheibe sauste unbeschädigt nach unten. Am 31. Dezember 1944 wurde der Gasometer offiziell stillgelegt.

Nach dem Krieg versuchte man die Schäden zu beheben, wobei der Gasometer am 10. Juni 1946, aus bis heute nicht nachvollziehbarem Grund, in Brand geriet. Der gesamte Gasometer mußte demontiert werden. Ein Abriß war aufgrund der Vernietung der Bleche nicht möglich, so daß die Demontage 18 Monate dauerte.
An der gleichen Stelle begann 1949 der Wiederaufbau, wobei die unbeschädigte Scheibe und die ebenfalls unbeschädigte Dachkonstruktion wieder verwendet wurden. Am 1. Juni 1950 nahm die Gutehoffnungshütte (GHH) den Gasometer Oberhausen wieder in Betrieb. Im Gasverbundsystem Oberhausen war der Gasometer verbunden mit der Ruhrchemie, der Zeche Osterfeld, den Eisenhütten I und II und dem Walzwerk und nahm deren anfallendes Gas auf, bzw. gab benötigtes Gas ab. Im Jahr 1977 war ein Anstrich fällig; die Kosten betrugen 3,5 Mil. DM. Mit der Zeit stagnierte der Gasbedarf. Gründe hierfür waren die Importe von fertigem Koks, so daß die Koksherstellung eingestellt wurde und damit auch kein Koksgas anfiel. Importiertes Erdgas aus der Nordsee wurde billiger, zudem mußte die Gutehoffnungshütte schließen, so daß sowohl die Abnehmer als auch die Zulieferer immer weniger wurden. Der Gasometer wurde kaum noch genutzt.

Im Jahr 1988 beschloß der letzte Besitzer des Gasometers Oberhausen, die Ruhrkohle AG, die Stillegung.

 

 

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Der Wandel

Nach der Stillegung des Gasometers im Jahre 1988 stand der Betreiber, die Ruhrkohle AG (RAG), vor einer schwerwiegenden Entscheidung: soll sie den Gasometer abreißen oder nicht? Eine unabhängige Untersuchung ergab, daß mit einem Abriß Kosten in Höhe von etwa 1,5 Millionen DM verbunden gewesen wären, weil bei einer sicheren Abtragung des Bauwerks jede Niete einzeln hätte herausgeschweißt werden müssen. Es entstand die Frage, ob man den Gasometer abreißen oder erhalten sollte. Dazu hatte sich auch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zusammengefunden. Diese setzte sich zusammen aus Vertretern des Ruhrlandmuseums und verschiedenen Theatergesellschaften des Ruhrgebiets.
Der Initiator der IBA Emscherpark, Prof. Dr. Karl Ganser, holte noch einen weiteren Kreis von engagierten Leuten hinzu, der hauptsächlich aus Stadtdirektoren der umliegenden Ruhrgebietsstädte bestand, um über diese Frage zu diskutieren.

Verschiedene Vorschläge zu einer Umnutzung des Gasometers wurden auch von einigen im Ruhrgebiet ansässigen Firmen gemacht. So plante das in Essen beheimatete Unternehmen Coca-Cola aus dem nun stillgelegten Gasbehälter für Werbezwecke eine überdimensional große "Cola-Dose" in den Farben Rot und Weiß zu gestalten. Von der Bevölkerung gab es für diesen Vorschlag auch erheblichen Zuspruch. Außerdem reichte die Firma "Klepper Regale" den Vorschlag ein, den Gasometer als Regal-Lager zu nutzen. Ebenso wurden ein Weltraummuseum und eine Indoor-Golfanalage angedacht. Sogar eine eigene Ausstellung über verschiedene Modelle zur weiteren Nutzung des Gasometers wurde von der Technischen Universität Aachen im Schloß Oberhausen veranstaltet.

Ebenfalls hatte sich eine Bürgerbewegung gebildet. Diese Bewegung (pro Erhaltung) war zwar klein, hatte aber das Thema "Gasometer" bei den Bürgern ins Bewußtsein gebracht. Gegenbewegungen entstanden, aus den verschiedensten Milieus kamen die Bürger zusammen, um über eine weitere Nutzung des Gasometers nachzudenken. Letztendlich konnte eine Entscheidung aber nur durch die Politik gefällt werden.

Nach vier Jahren der Diskussionen und Ideensammlungen, war schließlich im Jahre 1992 die Zeit der Abstimmung über die Zukunft des Gasometers durch den Rat der Stadt Oberhausen gekommen. Die damaligen Mitglieder des Rates, vertreten durch die Parteien SPD, CDU und FDP, waren zu diesem Zeitpunkt konträrer Meinung hinsichtlich einer Erhaltung des ehemaligen Gasspeicherbehälters, so daß ungefähr eine Hälfte der verschiedenen Fraktionen für und die andere Hälfte gegen einen Abriß waren. Letzten Endes stimmten die Abgeordneten des Stadtrats mit nur einer Stimme Mehrheit zugunsten einer Erhaltung des Gasometers.

Ein weiterer Impuls, der zu dieser Entscheidung geführt hat, kam von Karl Ganser, dem Initiator der IBA Emscherpark. Er hatte die Idee einer Ausstellung, welche die Geschichte des Ruhrgebiets erzählen und im Gasometer stattfinden sollte. Somit war eine im ersten Moment ungewöhnliche, aber dennoch sinnvolle neue Art der Nutzung gefunden. "Feuer und Flamme", so der Titel der später sehr erfolgreichen Ausstellung, war also der Leitfaden für die Nutzung des Gasometer als Museum.

Ein anderer Faktor, der den Ausschlag für eine Umnutzung zu einem Museum gab, war die Tatsache, daß mittlerweile Pläne ausgereift waren, in dem Gasometer angrenzenden Gebiet ein Einkaufszentrum namens "CentrO." zu errichten. Somit bestand die Aussicht auf viele Besucher, die aufgrund der räumlichen Nähe sowohl den Gasometer als auch das Einkaufszentrum aufsuchen würden.

Die Internationale Bauausstellung Emscher Park und die Stadt Oberhausen haben sich also auf eine kulturelle Nutzung des ehemaligen Hochofen-Gasbehälters geeinigt. Nicht zuletzt aufgrund der Initiative Karl Gansers, der ein solides finanzielles Konzept zum Umbau vorgelegt hatte, konnte der Gasometer in Zukunft also "ein noch nicht bekanntes Raumerlebnis für verschiedenartige Veranstaltungen bieten".

Der Weg für die neue Nutzung des Gasometers war durch die Politik geebnet. Jetzt galt es, die Pläne zu realisieren. Als erste Handlung wurde der "Riese am Kanal" in den Besitz der Stadt Oberhausen gebracht. Ganser veranlaßte den rechtmäßigen Besitzer RAG, den Gasometer an die Stadt entgegen herkömmlicher Verkaufshandlungen abzugeben. Das bedeutet, daß die RAG nicht nur den Gasometer der Stadt überließ, sondern auch insgesamt 1,8 Mio. DM, die für einen Abriß fällig geworden wären, an die Stadt Oberhausen zahlte.

Die Firma Babcock wurde für den Umbau engagiert und mit einem sogenannten "Globalvertrag" ausgestattet, d.h. sie hatte sich um alle Belange des Umbaus zu kümmern. Im Herbst 1992 war die Finanzierung der Ausstellung gesichert. Insgesamt 15,9 Millionen DM wurden dafür bereitgestellt. Im Juli 1994 sollte die erste Ausstellung "Feuer und Flamme" starten, das bedeutete für alle Beteiligten eine effektive Arbeitszeit von etwas mehr als 18 Monaten, um den Gasometer in eine Ausstellungsfläche zu verwandeln.

 
 

 

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Die Nutzung heute

Der Gasometer wurde gebaut um einer Aufgabe nachzugehen: Die Speicherung von Gas stand bis 1988 einzig und allein im Mittelpunkt. Heute ist er stillgelegt und umgebaut, zugänglich für die Öffentlichkeit und kommt nicht nur einer Aufgabe nach, sondern gleich zwei, zum einen als Veranstaltungsort, zum anderen als Landmarke.

 

Veranstaltungsort Gasometer

Seit der Fertigstellung der neuen Museumshalle Gasometer im Jahre 1994 haben bisher fünf verschiedene Ausstellungen in insgesamt sieben Jahren stattgefunden. Dabei wurde "Feuer und Flamme" (1994/95) im Folgejahr wiederholt, ebenso "Der Traum vom Sehen" (1997/98).

 

"Feuer und Flamme" 1994 und 1995

Innerhalb von nur drei Monaten wandelte sich das Image des Gasometers nachhaltig. Aus einem ausgedienten, trostlos anzusehenden Gasbehälter wurde eine der interessantesten Ausstellungshallen Europas. Die "Feuertaufe" mit der ersten Ausstellung schien gelungen: insgesamt 193.000 Besucher wollten nicht nur die 150jährige Geschichte des Ruhrgebiets, sondern auch das besondere Raumerlebnis des Gasometers kennenlernen. Um an den Erfolg anzuknüpfen, beschloß die Stadt Oberhausen zum 01. Januar 1995 die Gasometer Oberhausen GmbH zu gründen. Sie hat die Aufgabe, den Gasometer als interessanteste Ausstellungshalle Europas zu etablieren und professionell zu vermarkten.

Die GmbH hat für alle Ausstellungen freie Hand. Neben einem eigenständigen Auftritt als Veranstalter stellt sie die Räumlichkeiten des Gasometers auch Interessenten gegen eine Miete zur Verfügung. Die Nutzung bleibt den Mietern selbst überlassen. So hat zum Beispiel die Firma Siemens Präsentationen abgehalten, die Stadtbibliothek Oberhausen veranstaltete Lesungen und eine Hochzeitsmesse hat stattgefunden. Ebenso gehört die IBA mit ihren Präsentationen "Feuer und Flamme" und "The Wall" zu den Mietern.

 

"Ich Phönix" 1996

In der dritten Ausstellungssaison waren im Gasometer klassische Ausstellungsstücke zu sehen: Zeitgenössische Kunst in Form von Bildern, Installationen und Aktionen wurden vom 18. Mai bis zum 3. November 1996 gezeigt. 95.600 Besucher kamen und wagten den "Blick auf die Vergangenheit als Hilfe zur Bewältigung der Zukunft."

 

"Der Traum vom Sehen" 1997 und 1998

Diese Ausstellung war genau wie "Feuer und Flamme" über zwei Jahre zu sehen. Der "Traum vom Sehen - Zeitalter der Televisionen" lud zu einer Zeitreise durch die Fernsehgeschichte ein und war der erste Rekonstruktionsversuch eines großen Teils der Fernsehgeschichte. Hunderte von Originalrequisiten aber auch Internet, 3D und Multimedia waren zu bestaunen.

Im ersten Jahr kamen in der Zeit vom 30. Mai bis zum 02. November 1997 insgesamt fast 300.000 Besucher. Die Besucherzahlen ermutigten die Veranstalter Gasometer Oberhausen GmbH und das Deutsche Technikmuseum Berlin zu einer Wiederholung im Folgejahr. Vom 07. April bis zum 01. November 1998 haben erneut fast 260.000 Besucher die Gelegenheit genutzt, Fernsehen zum Anfassen zu erleben. Mit insgesamt fast 550.000 Besuchern war der "Traum vom Sehen" bis dato die Ausstellung mit der höchsten Besucherzahl im Gasometer Oberhausen.

 

Christo und Jeanne-Claudes "The Wall" 1999

In zehn Jahren hatte die IBA mehr als 100 Projekte auf den Weg gebracht. Das Ruhrgebiet hatte sich in diesen zehn Jahren stark verändert. Nicht nur der Himmel über der Ruhr ist tatsächlich blau geworden, sondern vieles erstrahlt in neuem Glanz. Diese Veränderungen sollte gezeigt und gefeiert werden. Dazu veranstaltete die IBA im Final-Jahr 1999 an vier Orten große Abschlußpräsentationen; Die IBA-Präsentation in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord; die Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" in der Kokerei Zollverein in Essen; die Ausstellung "Kunst setzt Zeichen" in der Ludwig-Galerie im Schloß Oberhausen und Christo und Jeanne-Claude im Gasometer Oberhausen. Für den Gasometer hatte sich die IBA gewünscht, daß Christo und seine Frau Jeanne-Claude "irgend etwas" mit dem 117,5 Meter hohen Gebäude machen sollten. Karl Ganser erläutert den Wunsch, daß das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude zur Abschlußpräsentation beitragen sollten, mit deren Arbeitskriterien, die der, der IBA sehr ähnlich sind. Es entstand schließlich "The Wall", ein Kunstwerk bestehend aus 13.000 bunten Ölfässern.

Wahre Menschenmassen haben sich auf diesen Perspektivenwechsel im Gasometer eingelassen; insgesamt 390.515 Besucher. Aber nicht nur aus dem Ruhrgebiet kamen diese Menschen, sondern aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern, sogar Besucher aus den USA und Japan waren überwältigt von 13.000 Ölfässern, aufeinandergetürmt in der "Kathedrale des Ruhrgebiets". Somit war es die erfolgreichste Ausstellung im Gasometer bisher und die bestbesuchte Ausstellung 1999 in ganz Deutschland.

 

"Der Ball ist rund" 2000

Die Ausstellung im Jahr 2000 bildete "Der Ball ist rund". Vom 12. Mai bis zum 1. November wurde das hundertjährige Jubiläum des Deutschen Fußball Bundes gewürdigt. Die Ausstellung zeigte, daß der Fußball-Sport sich gerade in den letzten Jahrzehnten weltweit durchgesetzt hat und bei wichtigen Ereignissen nicht nur ganze Städte, Regionen oder Nationen in den Bann schlägt, sondern eine globale Ausstrahlung besitzt. Außerdem wurde darauf eingegangen, daß der Fußball und seine Begleiterscheinungen nahezu alle Bereiche der Gesellschaft (mit-)geprägt haben und immer noch prägen.

Noch bis zum 1.November 2000 wurden berühmte und bekannte Exponate aus der (deutschen) Fußballgeschichte gezeigt, unter anderem der WM-Ball von 1954, der gesamte Nachlaß Sepp Herbergers, die berühmte Wembleylatte, Pokale der FIFA, der UEFA und des DFB (so zum Beispiel die beiden Pokale zur WM 1954 & 1972 bzw. 1990, die Meisterschale, der DFB-Pokal, der Champions-League-Pokal, etc.), die von Jürgen Klinsmann eingetretene Werbetonne, oder aber die Torwand aus dem Aktuellen Sportstudio des ZDF. Nicht nur wegen den "Vereinstagen", zu denen sämtliche Revier-Mannschaften wie Schalke 04, Borussia Dortmund, VfL Bochum und natürlich auch RW Oberhausen erschienen, wurde diese Aus-
stellung ein voller Erfolg. So gab es auch einige "Prominente" im Gasometer zu bestau-
nen, ob auf Pressekonferenzen des DFB oder bei privaten Besuchen der Ausstellung. In den 174 Ausstellungstagen kamen über 210.000 Besucher in den Gasometer Oberhausen.

 

Landmarke

Als Monument der Industriegeschichte dient der Gasometer heute auf ganz besondere Weise. Nach Ganser gab es im Ruhrgebiet zwei Möglichkeiten, wie man mit dem "Erbe" der gerade zu Ende gegangen Industriegeschichte umgehen könnte. Zum einen hätte man alle nicht mehr brauchbaren Gebäude abreißen können und versuchen können, es "genauso schön" zu machen "wie überall woanders" auch. Zum anderen gab es die Möglichkeit einige Zeugen der Vergangenheit stehen zu lassen, unter dem Motto "das haben nur wir".

Letzteres war einer, wenn nicht der Hauptgedanke der IBA Emscherpark und wurde auch beim Gasometer durchgesetzt. Somit ist ein Teil der vergangenen, aber für die Menschen und die Landschaft sehr prägende Arbeitskultur bewahrt worden, welches für die heutige Identität der Region sehr wichtig erscheint. Fährt man auf einer der Autobahnen ins Ruhrgebiet, prangt der Gasometer auf den braunen Landschaftsschildern, die den Anfang dieser Region symbolisieren sollen. Der Gasometer ist also nicht nur für die Stadt Oberhausen ein Symbol geworden, sondern für das Ruhrgebiet, der Heimat von mehr als 5 Millionen Menschen.

 

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