Industriedenkmäler

Kokerei Zollverein

Vor nicht ganz einem Jahrzehnt sollte die Kokerei Zollverein abgerissen werden - heute steht sie noch immer und ist ein IBA-Highlight

Die Geschichte

Die Kokerei Zollverein wurde in den Jahren 1957-1961 in Essen-Katernberg von der Gelsenkirchener Bergwerks AG erbaut. Fuer die Errichtung des Baus hat man das Gelaende in der Naehe der Zeche Zollverein ausgewaehlt. Somit enstand die Kokerei in raeumlich-funktionaler Anbindung an den Schacht XII der Zeche Zollverein. Anfang der 70er Jahre wurde die Kokerei zu einer der weltweit groessten Kokereien ausgebaut und war damals somit die modernste Anlage Europas. 1964 produzierte die Anlage 5000t Koks pro Tag und erreichte in dieser Zeit ihre Hoechstkapazitaet. Die zur Koksproduktion notwendige Steinkohle wurde sowohl von der benachbarten Zeche Zollverein, als auch von den RAG-Zechen angeliefert. Die Anlage war auf die Erzeugung von Huettenkoks ausgerichtet, so dass der Abnehmer vor allem die Stahlindustrie im In- und Ausland war. Doch durch die grossen Stahlkrisen sank die Koksnachfrage stetig. Am 30.6.1993 wurde die Kokerei Zollverein stillgelegt.

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Der Wandel

Die Stilllegung der Kokerei Zollverein erfolgte dennoch nicht aus wirtschaftlichen Gruenden. Mutmassungn zu Folge handelte es sich bei der Schliessung der Kokerei Zollverein um eine politische Massnahme. Die RAG hatte die Aufgabe 1000 Arbeitsplaetze aubzubauen. Es standen zwei Standorte zur naeheren Betrachtung an; zum einen der Standort Prosper in Bottrop und zum anderen der Standort Gelsenkirchen. Das haette zur Folge gehabt, dass die Mitarbeiter an beiden Standorten um ihre Arbeitsplaetze gekaempft haetten und die RAG an diesen beiden Standorten die Gemueter haette beruhigen muessen. Da schien sich die Kokerei Zollverein anzubieten, da hier ca. 1000 Mitarbeiter beschaeftigt waren und die Zeche Zollverein, als erster Zulieferer der Kokerei, schon im Dezember des Jahres 1986 stillgelegt wurde. Nach der Schliessung der Kokerei war allen Beteiligten und Verantwortlichen unklar was weiter mit der Kokerei und dem Gelaende passieren sollte. Erste Plaene sahen vor, die Anlage komplett abzureissen, um auf einer so 'urbar' gemachten Flaeche schnellstens neue Unternehmenanzusiedeln. Aus oekonomischen Gruenden wollte die RAG die gesamte Kokerei nach China verkaufen. Die Demontage, Verpackung und der Wiederaufbau waren schon geplant, der ganze Logistikplan lief schon und Mitarbeiter der RAG schulten vor Ort die potentiellen neuen Eigentuemer, als sich diese aus dem Geschaeft zurueckzogen.

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Die Nutzung heute

Nachdem das Geschaeft mit den Chinesen geplatzt war, wurde der Gedanke an Denkmalschutz laut. Die Kokerei Zollverein hat Prof. Dr. Karl Ganser zu verdanken, dass sie unter dem Blickwinkel ihres Zeugniswertes fuer Industriearchitektur und Technikgeschichte neu entdeckt wurde. Es kamen Zweifel auf, dass der Abriss ebenso unwirtschaftlich ist, wie der Erhalt der Anlage, wobei fuer die Erhaltung ein nicht bewertbarer kultureller und geschichtlicher Wert spricht. So wurde ein Teil der Kokerei ,die sogenannte 'scharze Seite', unter Denkmalschutz gestellt und der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur uebereignet. Auf der anderenTeil, der sogenannten 'weissen Seite', plant die RAG die Ansiedlung mittelstaendischer Betriebe. Im Jahre 1998 erfolgte die Aufnahme in das Projekt IBA Emscher-Park. Ausgangspunkt war die Zeche Zollverein, die von Anfang an in die IBA integriert war. Standort Zollverein ist zu einem der Hoehepunkte der IBA geworden und auf dem Gelaende fanden eine Anzahl von publikumswirksamen Veranstaltungen, wie z.B. der Auststellung 'Sonne, Mond und Sterne' statt. Im Rahmen dieser Ausstellung ist zudem auf dem Dach der Kokerei ein grosses Solarkraftwerk entstanden und ein Riesenrad ist ebenfalls auf dem Gelaende errichtet worden. Die Kokerei Zollverein steht heute auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

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