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Es war... Die Entstehungsgeschichte

"Die Arbeit dient dem symbolischen Gedenken all der Menschen,die ihr Leben 100 Jahre lang für das Rückgrat der Industrie dieses Landes geopfert haben."
Richard Serra (aus: Siepelt)

Was erinnert im Ruhrgebiet, neben alten Industrieanlagen,an die Zeit vor dem Strukturwandel? Es sind Bergehalden, die als Relikte der Industrialisierung bleiben und das Landschaftbild prägen. Allein in Essen gab es bis zu 100 Halden.
Mittlerweile beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig mit diesen Überbleibseln. Auf internationalen Haldenfachtagungen der Ruhrkohle AG (RAG) wurde bereits 1972 der Frage nach möglicher Integration dieser künstlichen Berge in die Industrielandschaft nachgegangen. Im Rahmen dieser
Fachtagungen wurde der Gedanke ergänzt um den Aspekt Industriedenkmal als Kulturgut.

Entstanden ist Essens jüngste und größte Halde erst in den 1970er Jahren. Beschickt wurde sie anfangs mit Waschbergematerial der Zeche Fritz-Heinrich (RAG) in Essen-Altenessen. Ein Teil der heutigen Fläche wurde als Materiallager und Holzplatz genutzt, der Rest der Fläche war damals noch Ackerland. Die größte Menge Waschberge kam dann später von der Verbundzeche Nordstern/Zollverein (RAG). Diese Zeche ließ 1/4 ihrer nutzlosen Berge direkt unter Tage, einen guten Teil verkaufte sie gewinnbringend an holländischeDeichbauern; auch der Fan vom FC Schalke 04 sitzt, sofern er sich denn einen Platz auf der Tribüne leisten will, auf Waschberge dieser Verbundzeche.

1986 dann das Projekt der RAG, die Schurenbachhalde zum Vorzeigeberg aufzuschütten: gleichzeitig mit der Aufschüttung erfolgte die Begrünung der Halde mit 250 000 Bäumen und Setzlingen; Wiesen und Teiche wurden angelegt, Ruhebänke aufgestellt. Für dieses Projekt "Waldpark Schurenbach" plante die RAG bis 1995 Kosten in Höhe von 150 Mio. DM ein. Die Beschickung mit Berge geschah im Minutentakt, sehr zum Ärgernis der Anwohner. Zu deren Entlastung wurde dann eine moderne Gleisanlage eingerichtet.


Bereits 1991 war ein mehrere Kilometer langer Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins auf halber Höhe der Halde ausgebaut. Die Schurenbachhalde war bereits in der Zeit ihrer Entstehung von der Bevölkerung in ihrem Freizeitwert erkannt und angenommen.

Im Rahmen der IBA-Emscherpark wurde die Idee zur Schurenbachhalde als Landmarke geboren. 1995 war die Aufschüttung des Landschaftsbauwerkes Schurenbachhalde beendet. Mittlerweile auf 65m Höhe angewachsen, bot sich ein umwerfender Blick hinab in die Emscherregion. Das Konzept zur Endgestaltung der Schurenbachhalde durch den amerikanischen Bildhauer Richard Serra geht zurück auf ein Entwurfsverfahren, das im Rahmen der "Triennale Ruhr GmbH" 1998 initiiert worden ist.

Gewalzt im Stahlwerk der `Creusot-Loire-Industries`in Frankreich (in Deutschland ist diese alte Herstellungsart nicht mehr möglich), gelangte die "Bramme (für das Ruhrgebiet)" am 10.11.1998 auf die Schurenbachhalde. Die Kosten für dieses Gesamtkunstwerk beliefen sich auf etwa 1 Mio. DM, wobei die Finanzierung zu 90% auf Landesmittel entfiel. Der Rest wurde von der Kultur Ruhr GmbH und der RAG eingebracht.

 

 

Die Halde

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