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Landschaftspark Nord

 
 
 


Kultur im Landschaftspark Duisburg-Nord

Am 31.3.99 endete das Treuhandverhältnis zwischen der Stadt Duisburg und der LEG. Die Projektträgerschaft ging auf die neugegründete Betriebsgesellschaft Landschaftspark Duisburg-Nord GmbH über, für die die LEG im Rahmen eines Betreuungvertrages weiterhin tätig ist.
Diese kommunal getragene Betriebsgesellschaft sollte sowohl als Treuhänder der Stadt Duisburg den weiteren Parkausbau bis 1999 übernehmen, als auch die Grundlage für einen über 1999 hinausgehenden, erfolgsorientierten Betrieb des Landschaftspark schaffen. In diesem Zusammenhang unternahm die Duisburg-Nord GmbH eine Neustrukturierung des Parks. Anstelle von räumlich differenzierten Entwicklungsbereichen ging man für die weitere Entwicklung des Parks von verschiedenen Funktionen aus, die sich aus der bisherigen Nutzung und der Gesamtzielsetzung des Parks, hinsichtlich eines dauerhaften Betriebes, ergaben. Man unterschied zwischen der:

  • Funktion als Veranstaltungs- und Kulturstandort
  • Funktion als Tourismushighlight
  • Naherholungsfunktion
  • Naturschutz und ökologiefunktion

Diese Funktionsdifferenzierung entspricht im hohen Maße den Zielsetzungen aus der Anfangszeit der Parkentwicklung und damit auch den Vorstellungen und Leitprojekten der IBA.

Im folgenden soll anhand dieser Funktionen die bisherige und zukünftige Entwicklung des Parks erläutert werden. Gleichzeitig wollen wir damit darstellen, inwieweit sich die Vorstellungen und Ziele der IBA speziell in diesem Projekt verwirklicht haben.

Folgende Informationen, die die Entwicklung des Landschaftspark als Veranstaltungs- und Kulturstandort bzw. als Tourismushighlight betreffen, stammen hauptsächlich aus einem persönlichen Gespräch mit Herrn Zieling, der innerhalb der Duisburg-Nord GmbH für das Veranstaltungsmanagement des Landschaftsparks zuständig ist.

Die Parkfunktionen Veranstaltungs- und Kulturstandort, sowie Tourismushighlight haben, im Gegensatz zu den anderen Funktionen, einen regionalen- bzw. überregionalen Wirkungsbereich. Sie dienen zum einen der Schaffung eines attraktiven Standorts und der Imageverbesserung, bilden zum anderen aber auch eine wesentliche Voraussetzung für einen betriebswirtschaftlich orientierten möglichst hohen Kostendeckungsgrad.


Events in der Krafthalle

Foto: Peter LiedtkeMehrere Gebäude und Flächen des ehemaligen Hüttenwerks wurden umfunktioniert und bieten nun Möglichkeiten für verschiedenste In- und Outdoor-veranstaltungen, wie ich sie im Folgenden kurz vorstellen möchte. Die Kraftzentrale ist eine 170m lange, 35m breite und 17m hohe ehemalige Industriehalle, die je nach Art der Veranstaltung Platz für 500 bis 6000 Gäste bietet und durch ihre ungewöhnliche Dimension zahlreiche Gestaltungs-möglichkeiten und ein außergewöhnliches Ambiente bietet. Weiterhin bieten die vier Hallen des Gebläsehallenkomplex verschiedenste Möglichkeiten für Veranstaltungen.

Das Foyer mit seinen 120 m2 wird vorwiegend für Meetings, Firmenfeiern oder kleinere Vorträge genutzt.
Das 525 m2 große Pumpenhaus bietet beispielsweise Raum für kleine Messen oder Produktpräsentationen, wird aber auch für festliche Abendessen umfunktioniert.
Die Gebläsehalle umfasst 650 m2 und enthält eine Stahltribüne, die 210 Sitzplätze bietet. Hier finden häufig kleinere Choraufführungen oder Kammerkonzerte statt.
Der Kompressorenraum beinhaltet noch seinen alten Maschinenbestand und ist als Ergänzung zum Foyer oder Pumpenhaus gedacht.
Die halb offene Gießhalle bietet eine Tribüne, die mit 1000 Sitzplätzen bestuhlt werden kann. Bühne und Orchestergraben sind überdacht, zwei Drittel der Tribüne sind Open Air und bieten somit Möglichkeiten für verschiedenste Open Air-Veranstaltungen.
Außerdem bieten verschiedene Außenanlagen, wie z.B. der Bunkervorplatz, genügend Platz für weitere Veranstaltungen im Freien.

Entsprechend seiner unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten, ist auch das Programm des Landschaftspark sehr vielfältig.

Um einen kleinen Eindruck über diese Vielfältigkeit und die Popularität des Parks gewinnen zu können, nenne ich einige Beispiele aus dem Programm von 1999:

  • Traumzeitfestival (Jazzfestival, u.a. mit kubanischen Musikern des Buena Vista Social Clubs)
  • Aufführung des Nibelungen Ring der Deutschen Oper am Rhein
  • Cellokonzert von Rosstopovich
  • Ausstellung "das Finale"
  • Open Air Rockkonzerte (z.B.: Garbage, die Ärzte)
  • Open Air Kino
  • Laufend Betriebsfeiern oder Produktpräsentationen, wie z.B.: Citroen, Firmenjubiläum oder Präsentation der S-Klasse von Daimler-Chrysler

Besonders die gewerblichen Veranstaltungen, wie die Präsentation der SKlasse sind, laut Herrn Zieling, für den Landschaftspark von besonderer Bedeutung, da solche Firmen durch ihr hohes Prestige sehr stark zur Imageverbesserung des Landschaftsparks beitragen und somit auch eine große Chance für das Ruhrgebiet bieten.


Theater und Open-Air-Kino

Foto: Peter LiedtkeDer Park selbst fungiert innerhalb seines kulturellen Programms lediglich als Vermieter der Veranstaltungsräume. (Ausnahme ist das Open Air Kino, dessen Veranstalter der Landschaftspark selbst ist.) Für die Werbung der Zuschauer und den größten Teil der Ausstattungen sind also die Veranstalter selbst verantwortlich. Öffentliche Veranstaltungen werden aber auch immer in der lokalen Presse bekannt gegeben.
Die Resonanz der Bevölkerung auf die verschiedenen Ereignisse ist sehr positiv, was sich an den fast immer ausverkauften Aufführungen erkennen lässt. Untersuchungen, die sich genauer mit den Besuchern befassen (beispielsweise ob auch die früheren Arbeiter des Hüttenwerks den Park als kulturellen Standort anerkannt haben), liegen, laut Herrn Zieling, aber leider nicht vor.
Zur Anwerbung seiner verschiedenen Mieter und Veranstalter arbeitet das Veranstaltungsmanagement der Duisburg-Nord GmbH sehr stark mit mehreren Eventagenturen zusammen und stellt sich regelmäßig auf verschiedenen Messepräsentationen vor.


Spektakuläre Lichtinszenierung

Die Bedeutung des Parks als Tourismushighlight hat sich spätestens seit 1996 durch den britischen Lichtkünstler Jonathan Parks, der in einer spektakulären Licht- und Farbinszenierung das ehemalige Hüttenwerk in den IBA-Farben Blau, Grün und Rot in Szene setzte, sehr stark erhöht. Diese Lichtinszenierung, die an den Wochenenden und an Feiertagen zu besichtigen ist, trug wesentlich zur Vermarktung und zur überregionalen Bekanntschaft des Parks bei.

Gerade im Zusammenhang mit der Parkfunktion als Tourismushighlight ist die Zusammenarbeit mit anderen IBA-Projekten von großer Bedeutung. So ist der Landschaftspark beispielsweise ein wichtiger Teil der Route der Industriekultur oder der Route der Industrienatur. Exkursion für Touristen werden meistens in Paketen angeboten, die Besuche mehrerer IBA-Projekte beinhalten.

Außerdem versucht man Besucher auf weitere IBA-Projekte aufmerksam zu machen und weiterzuleiten. Weiterhin werden zahlreiche Führungen durch den Park für verschiedenste Altersstufen und Gruppen angeboten, die die Attraktivität für Touristen noch zusätzlich erhöhen sollen. (z.B.: Frauen im Hüttenwerk, Naturkundeführung Phönix, Industriegeschichtliche Führung, Kinderführung "Hunde, Fuchs und Ofensau", Fahrradführung, Nacht-Licht-Führung, Jugendlichenführung "Mission Ashtray" etc.)
Von besonderer Beliebtheit sind hierbei die "Industriegeschichtliche Führung" und die "Nacht-Licht-Führung".

In der "Industriegeschichtlichen Führung" wird in einem Rundgang durch das stillgelegte Hüttenwerk das Hauptaugenmerk auf den Herstellungsprozess des Eisens und auf die Menschen, die auf diesem Gelände harte Arbeit verrichteten, gelegt. Diese Führung wurde mit Hilfe ehemaliger Hüttenarbeiter erarbeitet und wird teilweise auch noch von diesen selbst geleitet. Die "Nacht-Licht-Führung" legt ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf die Lichtinszenierung von Jonathan Parker. Die Führung zeigt den Gästen die Aussichtspunkte von denen der Aufbau des Farbenspiels am besten zu verfolgen ist und endet als Höhepunkt mit der Besteigung des Hochofens 5 bei Nacht.
Besucher des Landschaftsparks kommen hauptsächlich aus Deutschland und Holland. Aber auch aus den weiteren Ländern Europas und aus Teilen Asiens, nimmt die Besucherzahl immer mehr zu.


Der Park als Tourismushighlight

Foto: Peter LiedtkeUm weitere Touristen für den Park zu werben stellt das Veranstaltung-smanagement den Park regelmäßig gezielt auf Touristik-messen vor. Im folgenden werde ich noch kurz erläutern, wie die zukünftige Entwicklung des Parks innerhalb seiner Funktion als kultureller Standort und als Tourismushighlight verlaufen wird und welche Änderungen sich nach 1999, nach dem Auslaufen der IBA, ergeben werden: Zunächst wird sich z.B. die Art der Finanzierung ändern.

Unter der Leitung der IBA wurden die Projekte zum größten Teil aus zwei Landesprogrammen, dem Städtebauförderungsprogramm und ÖPEL (Ökologisches Programm Emscher Lippe) und jährlichen Zuschüssen der Stadt über 600.000 DM, finanziert. Auch zukünftig wird der Park weiterhin von Land und Stadt unterstützt und wird sich zum Teil durch eigenerwirtschaftete Einnahmen finanzieren. Die Verteilung und Höhe der Unterstützungen für die verschiedenen Projekte des Parks wird sich aber nach Auslaufen der IBA ändern. Genauere Beschlüsse wurden aber zu dem Zeitpunkt des Gespräches mit Herrn Zieling darüber noch nicht getroffen.