Seife bei Griechen und Römern (1)
Erst nach dem Beginn unserer Zeitrechnung finden sich wieder Hinweise auf die Herstellung und Verwendung von Seifen. Plinius der Ältere (23 - 70 n.Chr. ) berichtet in seiner "Historia naturalis", dass die Gallier und Germanen Seifen als Haarpomade benutzt hätten, die sie aus Ziegentalg und weiß gebrannter Asche herstellten. 
Während die Seife der Germanen eine "Kaliseife“ von mehr pastenartiger Konsistenz war, benutzten die Gallier die Asche von natriumhaltigem Seetang und erzielten dadurch eine festere "Natronseife“. Diese Seifen wurden begehrte Handelsartikel der Römer, die sie vorwiegend zu kosmetischen Zwecken benutzten. 
Die Römer und die Griechen reinigten jahrhundertlang ihre Wäsche mit Aschenlauge und salbten ihren Körper mit ÖI. Auf die Idee, ÖI und Asche zu vermischen und zu verkochen, kamen sie aber nicht.
Die Römer aber kannten eine zweite Quelle, um zu dem begehrten Alkali zu kommen. Sie verwendeten nicht nur das Alkali aus der Holzasche (Kaliumcarbonat), sondern auch verfaulten zersetzten Urin, der alkalischen Ammoniak entwickelte, um ihre Kleidungsstücke darin zu reinigen. Man gab die Bekleidung häufig den Wäschern, die eigentlich Urinspezialisten waren. Das Verfahren machte die Wäscher reich. Als Kaiser Vespasian (Titus Flavius Vespasian 39 - 83 n.Chr.) von den Wäschern hohe Steuern eintreiben wollte, gab es Proteste - wie immer in solchen Fällen. Erstaunlicherweise kamen diese Proteste auch aus dem kaiserlichen Hofrat. Daraufhin formulierte der Kaiser erstmals den Spruch: 
"Pecunia non olet." Übersetzt heißt das: Geld stinkt nicht. 
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