Seife vom Mittelalter bis zum 18. Jh.
 Als besonders geschickt im Seifenkochen erwiesen sich die Araber des 7. und 8. Jahrhunderts, direkt nach der Zeit, als Mohammed den Islam gründete. Mit Ausbreitung dieser Religion kam die Kunst des Seifensiedens über Spanien nach Europa.
Die Araber stellen durch "Kaustifizieren" (= Alkalisch machen) von Soda oder Pottasche mit Ätzkalk [Calciumhydroxid] die ersten festen Kaliseifen her.
Im frühen Mittelalter entwickelten sich im Mittelmeerraum Zentren eines blühenden Seifensiederhandwerks. SeifensiederSeifensieder
Vor allem Spanien, Italien und später Frankreich besaßen die erforderlichen Rohstoffe. Oliven dienten als Öllieferant, die Aschen von Meerespflanzen enthielten Soda.
Durch den Zusatz von Duftstoffen, die aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wurden, verfeinerte man in Frankreich die Seifen. Damit war die Toilettenseife geboren, die als kosmetische Seifenkugeln an Europas Höfen hochgeschätzt, für die Masse der Bevölkerung aber unerreichbare Kostbarkeiten waren. 
Diese Seifen dienten allerdings nicht der persönlichen Hygiene und der Reinigung von Wäsche oder Fußböden. Sie wurden für kosmetische Zwecke oder als Heilmittel verwendet und ab 1525 zur Rasur der Männer.
Seife - insbesondere die Kernseife - war ein absoluter Luxusgegenstand, den konnten sich nur betuchte Häupter leisten. 
Noch im 18. Jahrhundert standen Talg und Holzasche in ausreichendem Maße zur Verfügung. Zudem war der Wunsch, sich und seine Kleidung regelmäßig zu waschen, noch nicht sehr stark ausgeprägt.
Seite 5 von 9
Zur Übersicht
   Übersicht
Zu: Seife bei Griechen und Römern (2) Zu: Seife im 19. Jh.