Seife im 20. Jh.  (2)
Etwa bis zur Jahrhundertwende wurde die Wäsche ähnlich wie bei den Sumerern noch mit Holzasche gewaschen. Man füllte sie in Leinensäckchen ab, legte sie in den Waschbottich, packte die trockene Wäsche hinein und goss von oben heißes Wasser drauf. Wurde das Wasser zu kalt, dann zapfte man es unten teilweise wieder ab und erhitzte die Lauge erneut. Der Begriff "Lauge" stammt von diesem Auslaugen der Holzasche.
Vielfach wurde die Kleinwäsche im großen Topf auf dem Herd gekocht. "Mutter, wat kochste?" - ließ der Berliner Karikaturist Heinrich Zille einen kleinen Buben fragen. 
Darauf die Mutter: "Wäsche, du Dummlack!". 
Der Junge: "Schmeckt' n det jut?".
Zum Waschen war weiches Wasser (z. B. Regenwasser) günstig. Hartes Wasser bedeutete einen höheren Seifenverbrauch.
Die Wäsche wurde mechanisch gereinigt: z. B. auf Steine geschlagen, gerieben oder in einem Bottich gestampft. Dadurch löste sich der Schmutz leichter von den Fasern. Später wurde das Schlagen und Stampfen der Wäsche durch die Arbeit am Waschbrett ersetzt Photos: Waschen zu Beginn des 20. Jh..
Erst durch die Entwicklung der Waschmaschinen Photo: Bottich-Waschmaschine und der modernen Waschmittel wurde das Waschen wesentlich erleichtert.
1907 war das erste Vollwaschmittel auf den Markt gekommen. Es enthielt neben Seifenpulver Natriumperborat als Bleichmittel  und Natriumsilicat als Stabilisator = PERSIL Photos: Erste Persilwerbung
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