Seife im 20. Jh.  (2)
Die Entwicklung der heutigen Waschrohstoffchemie begann erst in den 20er Jahren.
Ein Durchbruch gelang, als man es verstand, Fettsäuren und Fettsäureester zu den entsprechenden Fettalkoholen zu hydrieren. Diese Fettalkohole wurden z.B. mit Schwefelsäure zu den entsprechenden Alkylsulfaten umgesetzt, die etwa 1928 als Haushaltswaschmittel für Feinwäsche unter dem Namen Fewa" auf dem Markt erschienen.
Zu dieser Zeit fing man auch mit der Entwicklung der nichtionischen Tenside aus Ethylenoxid an. 
Die Reaktionsprodukte sind gute Tenside, die vor allem gut emulgieren und dispergieren, aber auch netzen und die dadurch, dass man die Ethlenoxidkette beliebig verlängern kann, viele Variationsmöglichkeiten geben. Zunächst setzte man Ethylenoxid nur mit Produkten auf nativer Basis um; später kam dann das erste synthetische nichtionische Tensid dazu, das Alkylphenoloxethylat: Alkylphenol war ein rein petrochemischer Grundstoff, der außerdem billiger war als die nativen Produkte.
Die bei der Verarbeitung des Erdöls anfallenden kurz-kettigen Kohlenwasserstoffe wurden in der Waschmittelindustrie vorwiegend zur Herstellung von verzweigten Tensiden verwendet, die dann 1960 wegen der „Schaumberge auf deutschen Flüssen " durch die biologisch besser abbaubaren linearen Alkylbenzolsulfonate ersetzt wurden (Detergentiengesetz). 
Während der Ölkrisen und der damit verbundenen Verknappung sowie wegen des starken Preisanstiegs ist die Tensidproduktion auf oleochemischer Basis, also auf der Basis natürlicher Öle und Fette, der sog. "nachwachsenden Rohstoffe" wieder gegenüber der Petrochemie konkurrenzfähig geworden. 
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