Verein FASWORLD Deutschland

Was ist Alkoholembryopathie?
Hermann Löser

Unter Alkoholembryopathie (oder fetalem Alkoholsyndrom FAS ) versteht man eine Schädigung des Kindes, die durch übermäßigen, dauerhaften und krankhaften Alkoholgenuss der Mutter während der Schwangerschaft entstanden ist.
Wenn der Embryo, besonders in seiner empfindlichen Zeit der Organentwicklung, ständig dem Alkohol ausgesetzt ist, wirkt Alkohol giftig auf alle Körperzellen ein: diese können sich nicht ausreichend entwickeln und vermehren, so dass sich Organe und Gewebe mangelhaft oder fehlerhaft entwickeln. Daraus erklärt sich, dass im Prinzip alle Organe und Organsysteme des entstehenden und wachsenden Kindes im Mutterleib geschädigt sein können, wenngleich bei typischer Ausprägung einige Körperteile besonders betroffen sind. 

Die Diagnose einer Alkoholembryopathie stützt sich bei schwer betroffenen Kindern besonders auf äußere Merkmale:
Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafte Muskelentwicklung, typische Gesichtsveränderungen, geistige Entwicklungsverzögerung und Verhaltensstörung. Bei leicht betroffenen Kindern mit äußerlich kaum oder nicht erkennbaren Veränderungen stützt sich die Diagnose ganz wesentlich auf die Vorgeschichte der mütterlichen Alkoholkrankheit. Da die Alkoholkrankheit der Mutter ganz unterschiedlich ausgeprägt sein kann - leichter Alkoholmissbrauch bis hin zu schwerer Alkoholabhängigkeit - und da die schädigende Wirkung des Alkohols von vielen Umständen abhängt (Alter der Mutter, Menge und Art des Alkohols, Stoffwechsel der Mutter), gibt es verschiedene Formen und Schweregrade der Alkoholschädigung beim Kind. In der Regel unterscheidet man leichte (Grad 1), mittlere und hohe Schweregrade (Grad II - III) mit fließenden Übergängen. Die Veränderungen können beim Kind so gering sein, dass ein Laie einen Unterschied zum gesunden Kind nicht bemerkt. Die körperlichen Schäden können auch unterschiedlich stark mit Störungen in der Hirnleistung und Störung der seelischen, gefühlsbezogenen und sozialen Entwicklung kombiniert sein. Bei vielen Kindern ist die körperliche und geistige Entwicklung annähernd gleich verzögert, bei anderen überwiegen Hirnleistungsschwächen oder Verhaltensstörungen, wobei die körperliche Entwicklung weniger beeinträchtigt ist und umgekehrt. Auch bei nur leicht betroffenen Kindern kommt es vor, dass vielleicht nur die Intelligenz beeinträchtigt ist, körperlich dem Kind im übrigen aber nichts anzumerken ist. Auch gibt es Kinder mit relativ typischen Gesichts- und Körperveränderungen ohne geistige Beeinträchtigung und mit normalem Verhalten. Es gibt also verschiedene Formen der Ausprägungen. 


Kommentare, Ideen ,Kritiken und persönliche Fragen können Sie zu folg. e-mail schicken

Wir erklären hiermit,dass wir für die Inhalte der verlinkten Sites keine Verantwortung übernehmen.
Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten Links.

patrick.dubray(at)uni-due.de.

Vereinskonto: FASworld Deutschland Dresdner Bank Kiel BLZ : 210 800 50 Konto: 141802600

P.Dubray, Nordstr. 4, D 44629 Herne, Tel.: 02323/13257