Kabelfernsehen und Telefónica de Espaa S.A.:

Neue Akteure in der lateinamerikanischen Fernsehlandschaft





Dr. Daniel Salamanca





Das Kabelfernsehen existiert in Lateinamerika seit mehr als drei Jahrzehnten. Es hat jedoch in den einzelnen Ländern verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen. In einigen Ländern wurde es als Alternative zum terrestrisch sendenden Fernsehen eingeführt: Das kam dem Staat billiger; statt überall im Land Richtfunkanlagen zu errichten, erteilte er lokalen Kabelfernsehbetreibergesellschaften Lizenzen. In anderen Ländern - vor allem in Zentralamerika - wuchs das Kabelfernsehen unkontrolliert und ohne staatliche Aufsicht (In Guatemala Stadt z.B. gab es Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre mehr als 100 Kabelfernsehgesellschaften). Dem Kabelfernsehen in Lateinamerika ist aber ein Merkmal gemein: Es war und ist ein Privileg der Besserverdienenden, denn gegenwärtig kostet ein monatliches Abonnement bei einer Kabelfernsehgesellschaft im Durchschnitt ca. 35 bis 40 DM; dabei sind die Gebühren für Pay-to-View nicht berücksichtigt.

Argentinien ist das lateinamerikanische Land, in dem die Entwicklung des Kabelfernsehens den größten Zuwachs verzeichnet. Bereits 1962 wurde das Kabelfernsehen eingeführt, um regionale Zentren mit TV zu versorgen. Damals wurde das Kabel-TV als Dienstleistung von kleinen privaten Kabelgesellschaften in ausgewählten Vierteln angeboten. Die argentinische Mittel- und Oberschicht in Städten wie Salta, Villa Mercedes oder Trelew bekam gegen Gebühr via Kabel Filme und Serien sowie ca. eine Stunde lokale Nachrichten zu sehen.

Heutzutage existiert das Kabelfernsehen in jedem lateinamerikanischen Land. Das ist möglich, weil in den 80er Jahren während und nach der Ära verschiedener Militärdiktaturen die Region im Zuge eines geplanten ökonomischen Wachstums von einer Welle der Liberalisierung und Privatisierung erfaßt wurde, (elektronische) Medien und Telekommunikation wurden ebenfalls auf die Verkaufslisten gesetzt. Der Staat vergab einen großen Teil der Frequenzen - vor allem im Kabelbereich für Fernseh- und Radiostationen - ohne weitere Auflagen an nationale und internationale Konzerne bzw. erteilte Genehmigungen für das Satellitenfernsehen. Etwas später wurde diese Entwicklung durch den einsetzenden Trend zur Globalisierung der Weltwirtschaft verstärkt.

Daß die elektronischen Medien Lateinamerikas von Interesse für ausländische Konzerne sind, liegt daran, daß die lateinamerikanischen TV-Gesellschaften seit den Anfängen des Fernsehens nur eine Finanziezierungsart gekannt haben: die Werbung. Mit einem Fernsehsystem öffentlich-recht-lichen Charakters haben die lateinamerikanischen Länder keine Erfahrung gemacht, um so weniger mit einem Gebührensystem für Radio und Fernsehen.

Es ist immer sehr schwierig, aktuelle und zuverlässige empirische Angaben für eine gesamte Region - wie hier im Fall des luso-spanischen Kulturraumes Amerikas -

über das Kabelfernsehen zu bekommen. An dieser Stelle können deshalb nur aus 10 Ländern Südamerikas anerkannte Zahlen über das Kabelfernsehen wiedergegeben werden.







































Veränderungen in der Fernsehlandschaft Lateinamerikas



Die lateinamerikanische Rundfunklandschaft - hier in erster Linie das Fernsehen - war und ist durch die US-amerikanische Fernsehindustrie geprägt: Die Hard- und Software für das Fernsehen (Technik, Programme, Programmideen, Filmberichterstattungen, Dokumentationen, d.h. jegliches Sendematerial) wird nach wie vor über-wiegend von US-amerikanischen TV-Sendern bzw. Produktionsgesell-schaften geliefert. Ende der 90er Jahre agieren wie eh und je nordamerikanische Medienkonzerne wie Walt Disney, Paramount, Metro-Goldwyn-Mayer, Time Warner, News Corporation oder deren Tochterunternehmen auf dem lateinamerikanischen Fernsehmarkt. Sie sind dort zweifellos immer noch die mächtigsten ausländischen Akteure, müssen sich jedoch auf eine neue Situation einstellen: Mit der Privatisierung und Liberalisierung der Medienmärkte in Lateinamerika wurde eine neue Runde im Verteilungskampf eingeläutet, in dem nicht nur US-amerikanische Medienkonzerne mit einer aggressiven Expansionspolitik aktiv geworden sind, sondern auch Konzerne aus nicht-nordamerikanischen Ländern und bis dahin Branchenfremde in Erscheinung getreten sind - wie z.B. die spanische Telekommunikationsgesellschaft "Telefónica de Espaa S.A." -, um Anteile am Fernsehmarkt der Region für sich zu erobern.

Parallel dazu ist ein anderes Phänomen in dem luso-spanischen Kulturraum Amerikas und Europas zu beobachten: Auf nationaler Ebene mächtige lateinamerikanische Medienkonzerne beginnen, sich außerhalb ihrer jeweiligen Länder bzw. außerhalb Lateinamerikas zu betätigen. Die Mehrheit dieser "neuen" lateinamerikanischen Mediengesellschaften kooperiert mit Konsortien aus den USA, Spanien und Japan. Außer den mittlerweile bekannten Gesellschaften Televisa (Mexiko) und Globo (Brasilien) zählen zu den wichtigsten "neuen" Medienkonzernen Lateinamerikas ODC (Organización Diego Cisneros, Venezuela), TVA (Television Abril, Brasilien), ARTEAR (Asociación de Radio y Televisión Argentina, Argentinien), MULTIVISION (Mexiko), Corporación Multimedias América (Argentinien) oder Radio e TV Bandeirantes (Brasilien).



Das Kabel-TV in Lateinamerika und Telefónica



Telefónica de Espaa hatte bis Ende März 1998 bereits mehr als 300 Mio. DM in das Kabelfernsehen in Lateinamerika investiert, nachdem die Gesellschaft Anfang der 90er Jahre in sieben Ländern der Region als wichtiger Anbieter von universellen Telekommunikationsdiensten (von Festnetz-Telefonie über Mobilfunk und Funkrufdienste [sog. Pager] bis zu Datenübertragungen und Herstellung von Telefonbüchern) eingestiegen ist.

Obwohl das Kabelfernsehen in Spanien erst 1996 eingeführt wurde, ist Telefónica bereits seit 1994 auf dem lateinamerikanischen Kabel-TV-Markt präsent, wo-bei das Unternehmen innerhalb von drei Jahren 1.981.973 zahlende Kunden (31.12.1997) bzw. 27,7% des Marktes für sich eroberte. Die Hauptinvestitionen von Telefónica im Bereich des Kabelfernsehens in Lateinamerika sind in Argentinien, Chile und Peru zu finden.

Im Oktober 1997 stieg Telefónica bei der argentinischen Kabelfernsehbetreibergesellschaft Cablevisión mit 32,28% der Aktien ein. Cablevisión ist mit 10 Pay-TV-Sparten-programmen der zweigrößte Anbieter von Kabel-TV im Land. Cablevisión selbst hat mehrere Tochtergesellschaften, die in verschiedenen Städten des Landes ebenfalls Kabelfernsehen anbieten, z.B. UIH-Bahía Blanca oder UIH-Santa Fé. Am 31.12.1997 zählte Cablevisión insgesamt 1.473.224 Kunden.

Die anderen Gesellschafter bei Cablevisión sind Citicorp, die US-amerikanische Kabelgesellschaft TCI (Time Warner) und das argentinische Unternehmen Torneos y Competencias (TYC). TYC ist eine Gesellschaft, die die TV-Übertragungsrechte für mehrere Sportarten und andere Events besitzt und vermarktet. Sie hält u.a. die TV-Rechte der argentinischen Fußball-Liga und der Fußballnationalmannschaft. (Letzterer kaufte TYC für zwei Mio. US$ die TV- Exklusivrechte für die WM '98 ab; der Vertrag verpflichtete die argentinischen Nationalspieler u.a., nur dem TYC Interviews zu geben.)

Telefónica ist an TYC mit 20% des Aktienkapitals beteiligt. Die anderen Miteigentümer von TYC sind die Fernsehholding ARTEAR (Asociación de Radio y Televisión Argentina) und die aus den USA stammende Kabelgesellschaft TBS (u.a. Time Warner). Die Hauptfernsehaktivitäten von ARTEAR liegen im Bereich von terrestrisch sendenden TV-Stationen (u.a. Canal 13) und Satellitenfernsehen.

Eine Verbindung zwischen Telefónica und ARTEAR besteht auch über Telenoticias, einer direktstrahlenden Satelliten-TV-Sta-tion für den spanischen Sprachraum, insbesondere Lateinamerika. Hier ist die spanische Fernsehgesellschaft Antena 3 TV, die zu einem Viertel Telefónica gehört, mit 8% beteiligt. Die Haupteigentümer von Telenoticias sind mit je 42% die englische Nachrichtenagentur Reuters und die US-ameri-kanische TV-Gesellschaft Telemundo.

Bevor Telefónica bei Cablevisión eingestiegen ist, kontrollierte sie - bis Mai 1998 - durch ihre Tochter TISA (Telefónica Internacional S.A.) 25% des Kapitals von Multicanal in Argentinen, der in Buenos Aires rd. 900.000 (1996) Abonnenten hat. Das Medienkonsortium "Clarín" besitzt 52,5% des Kapitals von Multicanal, und Citicorp Equip Investments (USA) hält den Rest der Aktien.

Clarín, eine der meistgekauften Tageszeitungen Argentiniens, wird in Buenos Aires verlegt und von der Fam. Noble mehrheitlich kontrolliert. Die Fam. Noble ist eine alteingesessene argentinische Familie aus der Oligarchie, deren Geschäftsaktivitäten hauptsächlich in der Agroindustrie des Landes liegen; sie gehört zu den einflußreichsten Großgrundbesitzern. In der Medienwirtschaft besitzt die Fam. Noble - neben Clarín - die Radioketten Radios Mitre AM und Radio FM 100. Die Mediengruppe Clarín kooperiert auf nationaler Ebene mit ARTEAR.

Zuletzt kaufte Telefónica im vergangenen Jahr in Argentinien das gesamte Aktienpaket von CompuServe Argentina und ist damit der wichtigste Anbieter von Online-Diensten und Provider von Internetzugängen des Landes geworden.

In Chile kontrolliert Telefónica alle Sparten des Telekommunikationsmarktes durch ihre Tochter CTC (Compaia de Teléfonos de Chile), die im Bereich Kabelfernsehen Minderheitsaktionärin von Metropolis-Intercom, der zweitgrößten Kabel-TV- Gesellschaft des Landes, ist.

Metropolis-Intercom wurde zu Zeiten der Militärdiktatur von Pinochet (1973-1990) von dem chilenischen Medienkonsortium El Mercurio gegründet, das 1982 von dem damaligen Diktator die Betriebserlaubnis für Kabelfernsehen erhielt. El Mercurio gründete daraufhin die Kabelfernsehbetreibergesellschaft INTERCOM, die 1987 als Pay-TV in Santiago auf Sendung ging. Die hauptsächlich von Telefónica und El Mercurio geführte Kabelfernsehbetreibergesellschaft Metropolis-Intercom zählte am 31.12.1997 insgesamt 256.524 zahlende Kunden, das entspricht einem Zuwachs von 18,4% gegenüber 1996.

Die Tageszeitung El Mercurio wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch die chilenische Wirtschaftsgruppe Edwards gegründet, die die Zeitung bis heute kontrolliert und herausgibt. Die Familie Edwards ist eine der mächtigsten und einflußreichsten Wirtschaftsgruppen des Landes. Außer in der Medienindustrie - hier kontrolliert sie mehrere Tageszeitungen und Hörfunkstationen - entfaltet Edwards Aktivitäten in mehr als 60 Unternehmen, u.a. im Bergbau, Handel sowie im Finanz- und Bankwesen Chiles.

In Peru erwarb Telefónica 1995 für 1,8 Mrd. US$ 31,5% des Aktienpakets der peruanischen Telefongesellschaft Telefónica del Peru, die universelle Telekommunikationsdienste, u.a. Kabelfernsehen, anbietet; eine Tochtergesellschaft von Telefónica del Peru, Cable Mágico, führt den peruanischen Kabelfernsehmarkt an. Die Kundenzahl verzeichnet enorme Zuwachsraten: Hatte Cable Mágico 1996 101.387 zahlende Abonnenten, so waren es 1997 bereits 252.225 Kunden, eine Zunahme von 148,8%.



Telefónica: der unbekannte (Tele)Kom-munikationsriese



Bevor 1991 die Deregulierung und Liberalisierung des Telekommunikationswesens in Spanien begann, hatte der Telekommunikationsmarkt nur einen Namen: Telefónica de Espaa S.A.

Die 1924 gegründete Gesellschaft setzte 1997 rd. 28 Mrd. DM um, erzielte ein Umsatzplus von rd. 5 Mrd. DM gegenüber 1996 und stieg damit auf Platz 10 in der Rangfolge der weltgrößten Telekommunikationsgesellschaften auf. Die Renditen von Telefónica sind beachtlich: 1996 erzielte sie ca. 1,9 Mrd. DM Gewinn nach Steuern, ein plus von 20,3% gegenüber 1995. Im Jahre 1997 wuchs der Nettogewinn auf ca. 2,5 Mrd. DM an.

Telefónica ist eine Aktiengesellschaft, wobei der wichtigste Aktionär bis Februar 1997 der spanische Staat gewesen war, der dann aber seinen Aktienanteil verkaufte. Die bedeutendsten Aktionäre von Telefónica sind nun die spanischen Großbanken Argentaria, Banco Bilbao Vizcaya und La Caixa. Die Regierung sicherte sich jedoch per Dekret Einfluß und kann so die wichtigsten strategischen Entscheidungen des Telekommunikationskonzerns (TK-Konzern) in den nächsten 10 Jahren mitbestimmen.

Der Kern des TK-Konzerns Telefónica besteht aus Telefónica de Espaa S.A., Telefónica Internacional S.A. (TISA) und Telefónica Móviles S.A. (TM). Darüber hinaus hat er mehr als 100 Tochtergesellschaften und besitzt Beteiligungen bei unzähligen TK-Firmen.

Telefónica de Espaa S.A. fungiert als Muttergesellschaft der Gruppe. Um Telefónica Internacional S.A. (TISA) sind die internationalen Aktivitäten des spanischen TK-Konzerns gruppiert. Sie betätigt sich in insgesamt 10 Ländern Nord-, Zentral- und Südamerikas sowie Europas durch Beteiligungen, Joint Ventures oder Allianzen.

1997 verwaltete TISA auf den TK-Märkten Lateinamerikas 11.631.586 Telefonanschlüsse (1996: 10,22 Mio.) in verschiedenen Festnetzen, dazu kamen 1.865.708 Mobilfunk-Kunden (1996: 983.753). Telefónica hat außerdem eine Kooperation mit Portugal Telecom (PT) mit dem Zweck geschlossen, die TK-Märkte in Brasilien, wo beide Unternehmen bereits präsent sind, und in der Maghrebzone - vor allem Marokko - zu bedienen.





Fazit:



In Lateinamerika wurde das Kabelfernsehen eingeführt, lange bevor es in Westeuropa - insbesondere in Deutschland - seine Verbreitung fand. Wie es für Länder des Südens der übliche Fall ist, bekamen und nutzten die lateinamerikanischen Gesellschaften eine Technik, die nicht von ihnen entwickelt, sondern eingekauft wurde, um die Bedürfnisse und ökonomischen Interessen bestimmter sozialer Schichten zu befriedigen. Vertrautheit mit und soziale Verträglichkeit der Technik sowie technische Entwicklungsphasen wurden dadurch außer acht gelassen bzw. übersprungen. Das Kabelfernsehen - das Fernsehen überhaupt - ist nicht als soziales Gut konzipiert worden.

Das lateinamerikanische Fernsehen nahm sich das kommerzielle US-amerika-nische TV-System zum Vorbild für seine ökonomischen, juristischen und programmatischen Modelle, d.h. die Fernsehgesellschaften interessierten sich nur für die ökonomische Rentabilität (sie sind privat organisiert und die Akzente ihrer Programmschemata liegen in der Unterhaltung), statt sich an einer sozio-kulturellen Rentabilität zu orientieren (öffentlich-rechtlich und zum Zweck der Förderung der nationalen sowie der regionalen Kulturen).

In diesem sozio-politischen und ökonomischen Rahmen wurden in den 80er und 90er Jahren die (Tele)Kommunikations-märkte "liberalisiert", und außer US-ameri-kanischen Medienunternehmen kamen weitere Akteure in die Region, darunter der spanische Telekom-Riese Telefónica, der, nachdem er als Anbieter von Universaldiensten im Telefoniebereich die Marktführerschaft in Lateinamerika übernommen hatte, in knapp drei Jahren fast ein Drittel des dortigen Kabel-TV-Marktes eroberte. Gegenwärtig ist Telefónica auf dem besten Weg, ein Telekommunikations- und Multimediaunternehmen zu werden, das zu Veränderungen auf den Märkten Lateinamerikas beitragen könnte. Der Konzern hat auch mit der Vermarktung von TV-Rechten für Sportereignisse und andere Events begonnen.

Die alten und neuen ausländischen Akteure auf dem Fernsehmarkt Lateinamerikas entwickelten zwei Expansionsstrategien: Auf der einen Seite kaufen sie existierende TV-Gesellschaften in den Ländern des luso-spanischen Kulturraums in Amerika und Europa auf oder gehen Kooperationen mit nationalen Medienunternehmen ein, auf der anderen Seite gründen sie in diesen Ländern TV-Unternehmen, deren Fernsehprogramme

durch Kabel und über Satelliten zu empfangen sind. Telefónica wählte beide Strategien, um mit einer "zweiten spanischen (digitalen) Landung" lateinamerikanischen Boden zurückzugewinnen. Die Partner von Telefónica in Lateinamerika gehören zu jener Gruppe, die an den alten politischen, ökonomischen und kulturellen Strukturen nichts ändern will. So gesehen beschränkt sich der "Erfolg" von Telefónica in Lateinamerika auf die Eroberung eines Anteils an den (Tele)-Kommunikationsmärkten bzw. auf die Verdrängung einiger US-amerika-nischer Medienunternehmen, sonst nichts. Mag sein, daß die Kunden des Tele-fónica-Kabelfernsehens gegen Bezahlung mehr Programme sehen können, ein mehr an Meinungsvielfalt aber werden sie nicht bekommen, denn Telefónica transportiert nur Inhalte, die vorwiegend aus den Industrienationen stammen, vor allem aus den USA, und gibt somit nur exogene Kulturwerte weiter, die der lateinamerikanischen Kultur überhaupt nicht entsprechen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "epd-Entwicklungspolitik" aus der Ausgabe: Global vernetzt. Elektronische Netze und neue internationale Arbeitsteilung:

Beispiele aus Indien, Jamaika und Brasilien (epd-Entwickungspolitk 8/97, S. 49-54)







Auslandsaktivitäten von Telefónica

(Stichtag: 31. Dezember 1997)





Land



Aktivitäten (Auswahl)



Argentinien


Festnetze, Mobilfunk, Telefonbücher, Kabelfernsehen, Projektentwicklung, Netze für Großkunden, Aufbau von Infrastruktur


Chile


Festnetze, Mobilfunk, Telefonbücher, Kabelfernsehen, öffentliche Telefonzellen, internationale Sprachdienste, Infrastruktur


Peru


Festnetze, Mobilfunk, Telefonbücher, Kabelfernsehen, öffentliche Telefonzellen, internationale Sprachdienste, Infrastruktur


Brasilien


Festnetze (Orts- und Ferngespräche), Telefonbücher, Kabelfernsehen, öffentliche Telefonzellen, Infrastruktur, Datenkommunikation


Kolumbien


Mobilfunk


Portugal


Funkruf


Puerto Rico


Internationale Gespräche, Ferngespräche (auch in die USA)


Rumänien


Mobilfunk


Venezuela


Festnetze, Mobilfunk, Telefonbücher, Datenkommunikation


USA


Datenkommunikation


Quelle: Telefónica, März 1998.







Technische Infrastruktur von Telefónica (Auswahl)

(jeweils zum 31. Dezember)



Infrastruktur


1992



1993



1994



1995



1996















Telefonanschlüsse (in Tsd.)*, davon digital


15.475,1

5.628,9



15.899,7

6.574,5



15.921,3

7.608,3



16.114,2

9.143,9



16.312,3

10.998,3



Koaxialkabel* (in km)
10.707 10.706 10.526 10.329 10.234


Glasfaserkabel* (in km)
22.056 24.857 29.339 36.041 43.086


Unterseekabel**

(in Tsd. km), davon digital



114.943

90.981



117.811

93.849



134.334

116.095



196.941

182.096



222.604

218.367



Bodensatellitenstationen*

(Anzahl)

72

74 70 70

70



Quelle: Telefónica, März 1997.



*: Nur in Spanien.

**: In Spanien und im Ausland (einschl. Beteiligungen).