Johann Gottfried Herder

 

 

Ueber die neuere Deutsche Litteratur.

Fragmente, als Beilagen zu den Briefen,
die neueste Litteratur betreffend.

Dritte Sammlung.

 

5. Wiefern klebt der Gedanke am Ausdruck in der Sprache des gemeinen Lebens?
    Anwendung auf die Schriften, die über gemeine Sachen, für den gemeinen Mann,
    und für das Frauenzimmer geschrieben werden.

6. In der Dichtkunst ist Gedanke und Ausdruck wie Seele und Leib, und nie zu trennen.

Editionsbericht
Literatur

 

5.

Alles kömmt auf den Unterschied an; lernen wir die Sprache, oder erfinden wir sie uns selbst. Schriebe ich von dem letztern, wie ohngefähr bei den ersten Erfindern habe der Ausdruck am Gedanken kleben müssen: so würde ich einen ganz andern Weg nehmen müssen, als jetzt, da wir die Sprache lernen. Dort würde ich erst die ganze Zeichensprache des Menschen erschöpfen müssen, die Beredsamkeit des Auges und des sprechenden Antlitzes: die ganze unzälige Menge unartikulirter Töne bey einem thierischen Menschen, seine Mimische Sprache, – kurz, eine Menge von Sprachmitteln, die an sich die kräftigsten, die ersten, und auf eine Zeit die einzigen müssen gewesen seyn – ehe der Mensch zur Sprache seine Zuflucht nahm.

Uns ist dieser ganze Wald ein böhmischer Wald: wir verstehen diese ganze Zeichensprache nicht mehr, denn man läßt uns nicht eine Sprache erfinden, sondern lehrt sie uns: man läßt nicht das Thier sich so lange entwickeln, bis es endlich dem Menschen sich von selbst [51] nähert: sondern man erweckt eben Gedanken durch Worte: und diese erste Wörter, die wir lallen, sind die Grundsteine aller unsrer Erkänntniß. Bei allen sinnlichen Begriffen, bei den einfachen und Erfahrungsideen verhält sich "der Ausdruck zum Gedanken, wie die Haut zum Körper." Man versuche es, die Methoden der Sprachen in Gedanken umzukehren: alles, wobei, wenn wir die Sprache erfänden, der Ausdruck willkührlich wäre, alles dies wird meistens, wenn wir die Sprache lernen, unzertrennlich verknüpft. So waren in einer Jüdischen Republik die Gesezze, die zur äußern Bestimmung ihres Staats gehören, und andern willkührlich vorkommen müssen, drohender und schwerer, als die Gesezze des allgemeinen Naturrechts.

Da nun auf diesem Wege die menschliche Erkänntniß fortschreitet, mittelst Sachen zugleich Worte zu lernen, so möchten zweitens, alle die Gegenstände des Lebens, die ich sinnlich klar unterscheide, ohne mir des unterscheidenden Merkmals deutlich bewußt zu seyn, noch den Gedanken mit dem Ausdruck [52] paaren. Wer kann sich in der Sprache des gemeinen Lebens über alle Gegenstände, mit denen er durch die Erziehung familiär geworden ist, geläufiger und triftiger ausdrücken, als der gemeine Mann von gutem gesunden Verstande? Aber nun versucht bei ihm den Gedanken vom Ausdruck zu sondern: ihr verstehet das Wort nicht, er soll euch seinen Begriff durch andre Worte erklären (ich meine nicht sinnliche Zeichen) so ist für ihn keine größere Mühe in der Welt; und für euch wirds ein lächerlicher Auftritt seyn, einen Worterklärenden Bauer zu sehen: seine Seele und seine Sprache sind zwo Schwestern, in Gesellschaft erzogen, zu einander gewöhnt, und unabtrennbarer, als Julie und Clare, für den philosophirenden St. Preux, wenn er mit der einen allein buhlen wollte.

Drittens! die feinere Sprache des Umganges macht zwar die Zunge freier, und bindet sie mehr vom Gedanken los (ich meine hier nicht Moralisch, sondern Psychologisch), dadurch, daß sie sich zum Vernünfteln bildet. In dem großen Reichthume von Ausdrücken über "die Vorfallenheiten des Lebens, über [53] Dinge, wobei abstrakte Untersuchungen wegfallen," wechseln wir mit Worten, wie mit Geldstücken: jedes soll seinen bestimmten Werth haben: aber ob es ihn hat, und ob der andre weiß, wie viel es haben soll; das ist eine ganz andre Frage. Ein Frauenzimmer, das gut, nicht aber gelehrt, erzogen ist, wird über Dinge, die in ihrer Sphäre sind, mit einer Geläufigkeit, ungekünstelten Bestimmtheit, und naiven Schönheit sprechen, daß sie gefällt; kömmt aber ein Schulgelehrter, der ihre Worte wägen will: so wird sie schüchtern werden; will er philosophische Erklärungen und Bestimmungen; so wird sie stammeln – nochmals stammeln, und endlich dasselbe Wort wiederholen; will er jetzt aber grammatische Zierlichkeiten lehren, wie sie es besser hätte sagen können: so wird sie sich loswinden, und ihn von weiten anhören:

als ob der graduirte Mann
mit einem Zauberfluche
sie zu beschwören suche.

Warum? sie ist gewohnt, über ihre Welt klar, aber nicht logischdeutlich zu denken, [54] verständlich und schön, aber nicht gelehrt und abgezirkelt zu sprechen.

Man erlaube mir hier ein Wort dazwischen von dieser sinnlichen Sprache: Der Weltweise darf auf sie nicht schimpfen, und mit hoher Mine einen Zaun zwischen der gemeinen, ästhetischen und gelehrten * Sprache machen: drei Wörter, die für mich immer unbegreiflich gewesen, wenn man sie neben einander stellet. Sie laufen in einander, ihre Zirkel durchschneiden sich, und sie haben ganz und gar nicht einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt: jede ihren Zweck, jede ihre ausschließende Schönheiten und Fehler: die Sprache des gemeinen Lebens die ihrige: die philosophische Sprache die ihrige: die höchste Dichtersprache die ihrige. Sich also einen Ton auf Kosten eines ganz unschuldigen Fremdlinges geben, der unter eine andere Obrigkeit gehöret, ist widerrechtlich: und ein gelehrtes Gehege ziehen, worinn blos eine gelehrte Sprache gilt, die nach lateinischen Ausdrücken deutsch gemodelt ist, wird oft lächer[55]lich. Der Erfinder der Aesthetik, Baumgarten, vermuthete es vielleicht nicht, daß einige seiner Lieblingswörter und Eintheilungen bei seinen Nachfolgern Wortschranken werden sollten, wie z.E. seine Horizonte der Erkänntniß, Reichthum, Wahrheit, Größe, Licht, Gewißheit, Leben der Begriffe u.s.w.

Eine Anwendung des Gesagten kömmt hier vielleicht zu rechter Zeit. Wenn der ganze Schatz menschlicher Begriffe durch Worte gesammlet wird: wenn in der ganzen Sprache des gemeinen Lebens Gedanke am Ausdruck klebt: wenn selbst in der Sprache des Umganges nicht eben häufig die Idee ohne Wort gedacht wird – wie muß der Vortrag seyn, der sich in diese Sphäre passen soll? Unmöglich anders als in Worten, die dieser Mundart geläufig sind.

Alle Bücher, die in der Welt von Gegenständen, Verrichtungen und Vorfällen zu Hause gehören, in welcher der gemeine Mann lebt, können sich nicht in einer neuen Sprache brüsten, oder sie werden lächerlich, unverständlich und unnütz. – Wenn jene Fruchtbringende Gesellschaft der Katze und dem [56] Schorsteine neue Namen geben wollte: so war sie am Kopfe krank, und mancher Klügling hat sich über ihre Krankheit beinahe selbst krank gelacht. Aber wenn Halle über Künste und Handwerke * eine neue Sprache redet: mit ästhetischen Umschreibungen und galanten Umschweifen uns eine wächserne Nase dreht: wenn er die Geschichte der Thiere nicht wie ein Lehrer der einfältigen Natur uns erzählet, sondern mit artigen und feinen Männchen uns bald dies, bald das, als ein Schattenspiel an der Wand zeigt, damit wir ja die Brillanten an seinen Fingern sehen sollen: so ist das ein schöner Schriftsteller von Geschmack. – Ferner: wenn im gemeinen Leben eine Großtante nach der alten Welt höflich zu sprechen glaubt, wenn sie sagt: meine Füße mit Respekt zu sagen! oder, die Straße ist salva venia unrein! so lachen wir über die gute Frau. Wir lachen über das gute Mädchen, die Sachen umschreibt, die sie für unhöflich hält, und sich Clystier oder Beinkleid zu sagen schämt. – Aber darüber lachen wir nicht, wenn ein Schulgelehrter für [57] einem Barbarismus zittert; wenn er vor jedes zweideutige Wort, ut ita dicam etc. setzt: wenn er in der Naturlehre der Erfahrungen undeutlich umschreibt, um nur zierlich thun zu können. – Man würde lachen, wenn eine Politische Zeitung in umschreibendes Deutsch gekleidet, auf hochfliegenden Schwingen sich ins Reich der Wolken hübe: aber darüber lacht man nicht, wenn in den lateinischen Titeln unterthäniger Zueignungsschriften ein Quartblatt von Aemtern in seine Bestandtheile aufgelöset, in Fluß gebracht, und zu ächten reinen Phrasibus umgeschmelzt wird, daß der gnädige Gönner oft selbst zu rathen hat, wozu ihn sein Client macht! Heißt es hier nicht: Man muß ihn in die Schule schicken! Möchten doch Schriftsteller dieser Art bedenken, worüber sie schrieben, daß hier das Wort den Gedanken, nicht der Gedanke das Wort erzeuge.

Zweitens: Überall wo ich zum gemeinen Mann rede: (ich meine hier jeden, der kein Büchergelehrter ist) muß ich in seiner Sprache reden, und ihn zu meiner Spra[58]che nur allmählich gewöhnen: ich muß nicht wie aus den Wolken zu ihm reden: sondern auf seinen Grund und Boden treten, und ihn allgemach in meine Sphäre heben. Unter der großen Menge von Beispielen wähle ich die mir hier beifallen.

Der gemeine Mann liest wenig, und noch weniger ist für ihn geschrieben. Dies Wochenblatt * soll für ihn geschrieben seyn? – Unmöglich! denn es ist voll Bücherwitz voll gelehrter Gründlichkeit, in einer Sprache, die die Büchermotten verstehen mögen, aber nicht er, der statt Büchern unter Menschen wandelt, sie mögen seyn, von was Stande sie wollen. Der Mensch, der Mann, die Frau, der Gesellige, und wie der Leser weiter will, ist vor dem Pulte geschrieben, und hat nicht die Sprache in seiner Gewalt, die jeder Leser sich von der Zunge gerissen glaubt, in der er [59] seine Worte und mit ihnen seine Ideen wiederfindet. Dies ist ein Wochenblatt zum Besten der Kinder ? Sollen Kinder es lesen? Der Titel lügt, oder es ist ihnen mit allen seinen Abhandlungen und Fabeln, und Gedichten eine Quaal! Sollen Eltern es lesen? Haben sie dazu Zeit? Ist dies ihnen zu wissen nöthig? Gibt es ihnen, worinn sie Rath wollen und brauchen, kurz und gut, Rath? Spricht es die Sprache der Eltern, die ans Herz dringt? Nein! Für Hofmeister mag das ein Buch seyn, die langweilig, wie die Verfasser, denken wollen! – Ich urtheile zu dreust? wohl! so schenke man mir mehrere Beispiele, über die ich noch dreuster schreiben würde: man lese an verschiednen Orten die Litteraturbriefe, und höre, was ein Schriftsteller schreibt, den ich nicht genug lesen kann: *

"Es hat sich in der feinern Welt nach und nach eine Sprache aus der Metaphysik und andern Wissenschaften eingeführt; es haben sich Redensarten aus andern Sprachen in die unsrige eingeschlichen, die jeder sinnrei[60]che Schriftsteller brauchen will, und brauchen muß, die aber der gemeine Mann nicht versteht, wenn er sie auch zu verstehen scheint. Er ist immer noch achtzig, hundert Jahre zurück; seine Bibel, sein Katechismus, seine alte Bücher, sein täglicher Gebrauch enthalten den ganzen Umfang der Begriffe und Ausdrücke, die ihm bekannt und geläufig sind. Was davon abgehet, ist für ihn eine fremde Sprache, die er weder Geschicke, noch Muße, noch Geduld hat, zu erlernen; – die ihm auch nicht nöthig ist." – Nun gehe man nach diesem Gesichtspunkte die Wochenschriften, die Erbauungsbücher, die Predigten durch; alles soll für den gemeinen Mann seyn, und wenig ist für ihn. Hier empfehle ich jedem, der für den gemeinen Mann schreiben will, den Artikel aus Abbts Buche vom Verdienst zu lesen, der vom Verdienst des Schriftstellers handelt: seine Vorschriften sind gülden; aber wie schwer? – das kann dieser große Mann zum Theil selbst zeigen, der wohl nicht, ohngeachtet seiner originalen Schreibart, den Ton aller derer getroffen, in deren Händen seine [61] Schrift vielen Nutzen stiften könnte. – O eine Schrift, die das ist, was eine Erbauungs- eine Bildungsschrift für den größten, nutzbarsten und ehrwürdigsten Theil der Menschen, das Volk, seyn soll: – gebet mir, wenn ich Alexander wäre, einen goldnen Kasten her; ich weiß nichts bessers in demselben zu verwahren! – Doch nein! ich besinne mich! Ein Schriftsteller der Art wird mich mit dieser Ehre auslachen: er hat einen schönern Ort für sein Buch: den armen Kleiderschrank, und für die Lehren, die sein Buch enthält, das Herz des redlichen Bürgers, Frauenzimmers oder Landmannes, der ihn theuer hält. Macht mich mit einer Schrift bekannt, die für den Menschen, den Bürger, für seine Denkart und für sein Herz, für seinen Stand und Bedürfniß geschrieben: die das saget, was er immer gedacht, und doch nicht gedacht, was er thun wollte und muß, und doch nie gethan, worüber er Rath und Unterricht will, und wie er ihn will: die ihm in die Seele spricht, in der er sich finde, die ihm seine Worte von der Zunge, seine Einwendungen und Wün[62]sche geraubt: die recht ein Buch für ihn ist! Wo ist ein Mann der Art:

Wo ist er? und der Kranz des Patrioten
  soll sein ehrwürdig Haupt umziehn! – *

Noch eine Anwendung! Das Frauenzimmer gehört ohne Zweifel nicht in die Hörsäle und Studirzimmer der Gelehrten, wenn es sich bilden will zu seiner Bestimmung, damit es seine Seele verschönere, und das Vergnügen des männlichen Geschlechts sey: damit es die Würde der Bürgerinnen, und Hausmütter, und Ehegatten, und Erzieherinnen erreiche: damit es alle die Talente ausbilde, die ihm die Natur gab, und die Pflichten fordern, das schöne Geschlecht zu werden. Ohne allen Zweifel muß also ein Lehrbuch zu ihrer Bildung nicht nach männlichem, noch weniger nach gelehrtem Zuschnitt seyn: es muß statt eines Skeletts von Schulweisheit sich ihrem Verstande bequemen: und weil [63] in der Welt der Damen immer die Worte gleichsam die Hüllen sind, in denen sie denken: so ist es das sicherste Zeichen, daß man dies erreicht, wenn man in ihrem Bezirk mit ihnen sprechen gelernt. Ob unsre Schulmethoden, unsre zerstückte Unterweisungen, unsre Kathedersprache, unsre gelehrte Gründlichkeit auf ihre Bildung (ich sage nicht: Unterricht!) passe? – können nichts, als Versuche und Erfahrungen entscheiden. Lasset nun einen ehrlichen Schulrektor oder gelehrten akademischen Professor ein Lehrer in dem werden, was sie bilden soll und kann: gebet ihm die fähigsten Züglinge: lasset eine Frauenzimmerakademie ihm zuhören, die aber aus Gliedern bestünde, die selbst verständige, nicht aber gelehrte, und ja keine Daciers, seyn müssen; nun gebet Acht: sein gelehrter Vortrag ermüdet, er gibt auf zu lernen, Worte, die nie in ihre Sphäre gehören, Sachen, die sie nie brauchen können, Wahrheiten und Lehrsätze, die nicht für sie sind. – Haben wir daher eine Encyklopädie der Frauenzimmerwissenschaften? – die sich zu den bekanntesten Begriffen herabläßt, in de[64]nen sie erzogen worden, sie über Sachen unterrichtet, die rings um sie sind, die Empfindungen entwickelt, die in ihren Herzen schlafen, ihnen ihre ganze Bestimmung und Zwecke stufenweise entwickelt: von der ganzen Gelehrsamkeit, Weltweisheit und schönen Litteratur, von der Geschichte und den schönen Wissenschaften ihnen nur so viel vorhält, als nöthig ist, sie zur Schönheit des Geistes zu bilden, ihnen es in der Ordnung vorhält, die sie immer muntrer macht, und mit den Worten, die ihren Lippen entwandt, den Weg wissen, in ihre Seele und an ihr Herz zu schleichen: Haben wir im Deutschen ein solches Buch zur Bildung? Ich zweifle gar, daß eine Mannsperson es schreiben kann, und die französischen Philosophien in dieser Art sind als Bildungen für einen glänzenden Witz in der Gesellschaft, zum Zeitvertreibe für galante Toiletten, vortreflich: haben sie aber für den guten gesunden Verstand des Lebens, (ich will den bloßen Haus- und Küchenverstand nicht einmal nennen) geschrieben seyn sollen. Da nun die Franzosen in der Cultur des Frauenzimmers nach ihrem Ideal des [65] gesellschaflichen Tons uns weit voraus sind: – ihr Deutsche, wo haben wir sie denn? Ich muß mich ja schämen, einen Köster neben Allgarotti zu sezzen!


 

6.

Jetzt bitte ich einige Dichter etwas beyseit; mit denen ich ein Wort zu sprechen habe. Wenn bei sinnlichen Begriffen, bei Erfahrungsideen, bei einfachen Wahrheiten, und in der klaren Sprache des natürlichen Lebens der Gedanke am Ausdrucke so sehr klebt: so wird für den, der meistens aus dieser Quelle schöpfen muß, für den, der gleichsam der Oberherr dieser Sphäre gewesen, (wenigstens in der alten sinnlichen Zeit der Welt) für ihn, muß der Gedanke zum Ausdrucke sich verhalten, nicht wie der Körper zur Haut, die ihn umziehet; sondern wie die Seele zum Körper, den sie bewohnet: und so ists für den Dichter. Er soll Empfindungen ausdrücken: – Empfindungen durch [66] eine gemahlte Sprache in Büchern ist schwer, ja an sich unmöglich. Im Auge, im Antlitz, durch den Ton, durch die Zeichensprache des Körpers – so spricht die Empfindung eigentlich, und überläßt den todten Gedanken das Gebiet der todten Sprache. Nun, armer Dichter! und du sollst deine Empfindungen aufs Blatt mahlen, sie durch einen Kanal schwarzen Safts hinströmen, du sollst schreiben, daß man es fühlt, und sollst dem wahren Ausdrucke der Empfindung entsagen; du sollst nicht dein Papier mit Thränen benetzen, daß die Tinte zerfließt, du sollst deine ganze lebendige Seele in todte Buchstaben hinmahlen, und parliren, statt auszudrücken. – Hier sieht man, daß bei dieser Sprache der Empfindungen, wo ich nicht sagen, sondern sprechen muß, daß man mir glaubt, wo ich nicht schreiben, sondern in die Seele reden muß, daß es der andre fühlt: daß hier der eigentliche Ausdruck unabtrennlich sey. Du mußt den natürlichen Ausdruck der Empfindung künstlich vorstellen, wie du einen Würfel auf der Oberfläche zeichnest; du mußt den ganzen Ton deiner Empfindung in dem [67] Perioden, in der Lenkung und Bindung der Wörter ausdrücken: du mußt ein Gemälde hinzeichnen, daß dies selbst zur Einbildung des andern ohne deine Beihülfe spreche, sie erfülle, und durch sie sich zum Herzen grabe: du mußt Einfalt, und Reichthum, Stärke und Kolorit der Sprache in deiner Gewalt haben, um das durch sie zu bewürken, was du durch die Sprache des Tons und der Geberden erreichen willst – wie sehr klebt hier alles am Ausdrucke: nicht in einzelnen Worten, sondern in jedem Theile, im Fortgange derselben und im Ganzen. Daher rührt die Macht der Dichtkunst in jenen rohen Zeiten, wo noch die Seele der Dichter, die zu sprechen, und nicht zu plappern gewohnt war, nicht schrieb, sondern sprach, und auch schreibend lebendige Sprache tönete: in jenen Zeiten, wo die Seele des andern nicht las, sondern hörte, und auch selbst im Lesen, zu sehen und zu hören wußte, weil sie jeder Spur des wahren und natürlichen Ausdrucks offen stand: daher rühren <jene> Wunder, die die Dichtkunst geleistet, über die wir staunen und fast zweifeln; die aber unsre [68] süße Herren verspotten, und närrisch finden: daher rührt alles Leben der Dichtkunst, was ausstarb, da der Ausdruck nichts als Kunst wurde, da man ihn von dem, was er ausdrücken sollte, abtrennete: der ganze Verfall der Dichterei, daß man sie der Mutter Natur entführte, in das Land der Kunst brachte, und als eine Tochter der Künstelei ansah: der Fluch, der auf dem Lesen der Alten ruhet, wenn wir blos Worte lernen, oder den Inhalt historisch durchwandern, oder Aesthetische Regeln suchen, oder Beispiele ausklauben, kurz! wenn wir Gedanken und Worte in ihnen abgetrennt betrachten: nicht das schöpferische Ohr haben, das die Empfindung in seinem Ausdrucke, in vollem Tone höret; nicht jenes dichterische Auge haben, das den Ausdruck als einen Körper erblickt, in welchem sein Geist denket und spricht und handelt. "Daher rührt das Aesthetische Gewäsche, wo immer Gedanke, vom Ausdrucke abgesondert, behandelt wird *:" daher rührt jener Unsegen, daß es uns schwer wird, wie die Alten zu denken, weil man das Denken ohne [69] Ausdruck erhaschen wollte, und wie die Alten zu sprechen, weil man wiederum den Ausdruck vom Gedanken abgesondert betrachtete. Je mehr ich der Sache nachdenke, daß man es für nüzzlich, ja für nothwendig habe halten können, in Poesien Gedanke und Ausdruck unverbunden zu behandeln, in Poeticken unverbunden zu lehren, und in Alten unverbunden zu zergliedern: desto fremder kömmt mir diese Zerreißung vor.

Gedanke und Ausdruck! verhält er sich hier wie ein Kleid zu seinem Körper *? Das beste Kleid ist bey einem schönen Körper blos Hinderniß. – Verhält er sich, wie die Haut zum Körper **? Auch noch nicht gnug: die Farbe und glatte Haut macht nie die Schönheit vollkommen aus. Wie eine Braut bei ihrem Geliebten, wenn derselbe seinen Arm um sie geschlungen, an ihrem Munde hanget: Wie zwei zusammen Vermälte, die sich einander mittheilen; ein Paar Zwillinge, die zusammen gebildet und erzogen, sich lieben und begleiten wie Shakespears Freundinnen? Diese Bilder sind bedeutend, aber wie [70] mich dünkt, noch nicht vollständig. – Wohl! es fällt mir ein Platonisches Mährchen ein, wie der schöne Körper ein Geschöpf, ein Bote, ein Spiegel, ein Werkzeug einer schönen Seele sey, wie in ihm die Gegenwart der Götter wohne, und die himmlische Schönheit einen Abdruck in ihn gesenkt, der uns an die obere Vollkommenheit erinnert: ich sezze diese schöne Sokratische Bilder zusammen, und zeige meinen Lesern ein Bild, daß Gedanke und Wort, Empfindung und Ausdruck sich zu einander verhalten, wie Platons Seele zum Körper.

Wenn einer von meinen Lesern, der bei den Werken der Alten, in das Jahrhundert der goldnen Zeit und einfachen Natur entzückt gewesen ist, sich bei meiner Erzählung dessen erinnert, was er hier in diesem Elysium für Gedanken gesehen, für Ausdrücke gehört, und wie beide in einander geflossen sind: wie würde ich mich freuen, wenn einer von diesen mir Recht gäbe, und damit mich schadlos hielte, daß zehn schöne Geister, die sich in das schöne Kleid, und den Putz des Costume, in die schönen Fingerspitzen der Chineserschönheiten, in [71] das blendende Teint französischer Wendungen, oder in das oft überladene Kolorit brittischer Bilder verliebt haben, mich für einen Träumer und Enthusiasten schelten werden.

Aus dem seligen Reich der Götter ward die Empfindung, wie die Seele des Plato, heruntergesandt in den Schoos der irrdischen einfältigen Natur. In dem Schoos dieser gesunden, und starken und fruchtbaren Mutter sollte die Bewohnerinn des Himmels einen schönen und blühenden Körper sich zum Wohnhause bereiten: daher nahm sie das zarteste und feinste Geblüt ihrer Mutter zur sanften Hülle, und ward die Schöpferinn des Gebäudes rings um sich. Kein Sturm widriger Wallungen und kein Blizstral von ungesunden Zuckungen hinderte ihr Gewebe, in welches sie, ohne Gefühl gewaltsamer Störungen ihr Bild voll ruhiger Stille eintrug: als das Bild, einer Freundinn der Götter und Gespielinn der Göttinnen. Sie vollendete ihre Schöpfung: sie brachte die Frucht zur Reife: sie vollführte den Pallast ihrer Wohnung: ihr gelang das Bild ihrer selbst, das von ihr zeugen sollte. (Kurz! der himmli[72]sche Gedanke formte sich einen Ausdruck, der ein Sohn der einfältigen Natur war, sie aber in den schönsten Jahren seiner Mutter: er ward in ihrem Schooße reif, ohne gewaltsame Gährungen, und mit einer stillen Größe vollendet. Er wand sich seiner Gebährerinn sanft vom Herzen, und bei seiner Geburt beglückten ihn die Grazien und Göttinnen lächelten ihn an.)

Nun steht dieser Körper vor dir: willst du ihn, als ein todtes Kunststück betrachten, blos seine Farbe lieben, blos seinen Puzz anbeten, seine Nägel an den Füßen bewundern, und umarmen eine kalte Bildsäule: willst du im Ausdrucke ohne Gedanken Schönheit finden! – Dann bist du ein elender, kurzsichtiger, fühlloser Betrachter! – Nein! siehe diesen Körper an, als ein Sinnbild der Seele, die ihm blos so viel körperliche Reize gab, als erfodert wurden, um ihn deinen irrdischen Augen sichtbar und schön darzustellen. – (Begnüge dich also nicht mit grammatischer Schönheit, der Wörterwahl, der Stellung der Worte und des todten <Rhythmus>; denn wenn du da trockne Richtigkeit suchest, wo [73] Schönheit dich erfüllen soll: so liesest du wie ein Meßkünstler und Handwerker, oder Tagelöhner.)

Aber siehest du den Ausdruck als ein Geschöpf, das sich die Empfindung geschaffen, als ein Sinnbild, in dem sich ihr Bildniß abdrucket; siehest du den ganzen Ausdruck als einen Boten des Gedankens, und als den Pallast, den seine ganze Größe erfüllet: so wirst du mit den Augen sehen, mit denen Plato sah, wenn er sich der unkörperlichen Schönheit aus dem Reiche der Geister erinnerte, mit denen Winkelmann siehet, wenn er bei dem Apoll im Belvedere, oder dem Herkules im Torso oder dem Laokoon, oder der Niobe ins Reich unkörperlicher Ideen geräth, du wirst mit dem Auge deine Hand leiten, mit welchem Mengs die Schönheit siehet.

Ich rede nicht von einzelnen Stücken, sondern von dem vollendeten Ausdrucke eines ganzen Werks der ältesten Zeiten, wo ich Gedanken und Rede eines Schriftstellers, mir zu einem Ganzen bilde, und es meinen Lesern vor Augen stelle. Wenn hier die Stärke der Gedanken sich mit dem starken [74] Ausdrucke paaret: so steht ein Bild vor mir, wo der einförmige Umriß des Körpers für mich blos ein Zeuge jenes Gedankens ist, der sich denselben formte: die äußere Gestalt der wohlgebildeten Form erinnert mich des bildenden Gedankens, der sich hier in seinem Werke spiegelt: die freye Stellung redet von dem Werkmeister, der dies Werkzeug so leicht zu brauchen wußte: die Macht, die nichts leeres übrig läßt, ist eine Hülle des großen Bewohners: alles wird ein Gegenschein von seinem Urbilde, und eine Morgenröthe, die sich in Stralen der Sonne gekleidet. Wenn ich auf die Art Ausdruck und Gedanke zusammen betrachte: soll ich jenen allein bemerken? – einen Körper ohne Seele; diesen allein? – eine Seele ohne Körper. – Und wohnt sie in einem wüsten ungestalten Hause, wo sie wie aus einem dunkeln, unregelmäßigen Kerker herausblickt, wo Sehnen wie Stricke, und Adern wie unreine Kanäle sich erheben, und sichtbar fortlaufen: wo ein dürftiges mißgebohrnes schmachtendes Werk uns Zittern, oder Ekel, oder Abscheu erwecket: so muß uns der Traum des Plato beifallen: in [75] dieses Gefängniß ward der Gedanke gesandt, zur Strafe für die in der Oberwelt begangne Verbrechen. – So wenig ist in der wahren Dichtkunst, Gedanke und Ausdruck von einander zu trennen: und es ist beinahe immer ein Kennzeichen einer mittelmäßigen Poesie, wenn sie gar zu leicht zu übersezzen ist.

 

 

[Die Anmerkungen stehen als Fußnoten auf den in eckigen Klammern angegebenen Seiten]

[54] * s. Meiers gelehrte Sprache Litt. Br. Th. 17. p. 111.   zurück

[56] * Litt. Br. Th. 14. p. 328.   zurück

[58] * Eine der schönsten neuern Wochenschriften, der Hypochondrist, hat uns wieder an den Einfall erinnert: wie eine Provinzialwochenschrift, die dies in hohem Verstande wäre, ein originales Werk seyn könnte, das blos mit den Sitten dieser Provinz unterginge, und das Lieblingsbuch etlicher Zeitalter wäre.   zurück

[59] * Abbt vom Verdienste, p. 349.   zurück

[62] * Ich schäzze einige Schweizerische Stücke, die sich dieser Gattung nähern, hoch; sie gehören aber eigentlich nicht hieher, weil sie für den Bürger geschrieben sind.   zurück

[68] * Litt. Br. Th. 17. p. 114.   zurück

[69] * Litt. Br. Th. 17. p. 114.   zurück

[69] ** p. 114.   zurück

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Ueber die neuere Deutsche Litteratur. Fragmente, als Beilagen zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend. Dritte Sammlung. Riga: Hartknoch 1767, S. 50-75. [PDF]

Anonym veröffentlicht.

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien). Zwei Druckfehler wurden korrigiert (S. 67, 72).

 

 

Kommentierte Ausgaben

 

 

Literatur

Auerochs, Bernd: Poesie als Urkunde. Zu Herders Poesiebegriff. In: Johann Gottfried Herder. Aspekte seines Lebenswerkes. Hrsg. von Martin Keßler u.a. Berlin u.a. 2005 (= Arbeiten zur Kirchengeschichte, 92), S. 93-114.

Blackall, Eric A;: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache 1700 – 1775. Mit einem Bericht über neue Forschungsergebnisse 1955 – 1964. Von Dieter Kimpel. Stuttgart 1966.

Böckmann, Paul: Formgeschichte der deutschen Dichtung. Bd. 1: Von der Sinnbildsprache zur Ausdruckssprache. Der Wandel der literarischen Formensprache vom Mittelalter zur Neuzeit. 2. Aufl. Hamburg 1965.

Burdorf, Dieter: Poetik der Form. Eine Begriffs- und Problemgeschichte. Stuttgart u.a. 2001.
Vgl. S. 96-98.

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Campe, Rüdiger: Affekt und Ausdruck. Zur Umwandlung der literarischen Rede im 17. und 18. Jahrhundert. Tübingen 1990 (= Studien zur deutschen Literatur, 107).
S. 267-270: Fragmente III, 1, 5/6.

Düsing, Wolfgang: Herders Sprachtheorie und die Dichtung des jungen Goethe. In: Herder-Jahrbuch 5 (2000), S. 33-56.

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Fink, Gonthier-Louis: Herders ambivalentes Verhältnis zu Frankreich im Journal meiner Reise im Jahr 1769. In: Der frühe und der späte Herder: Kontinuität und / oder Korrektur. Beiträge zur Konferenz der Internationalen Herder-Gesellschaft Saarbrücken 2004. Hrsg. von Sabine Groß u.a. Heidelberg 2007, S. 145-172.

Fischer, Bernd: Herder heute? Überlegungen zur Konzeption eines transkulturellen Humanitätsbegriffs. In: Herder Jahrbuch 8 (2006), S. 175-193.

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Fromm, Waldemar: An den Grenzen der Sprache. Über das Sagbare und das Unsagbare in Literatur und Ästhetik der Aufklärung, der Romantik und der Moderne. Freiburg i. Br. u.a. 2006 (= Rombach Wissenschaft; Reihe Litterae, 135).
S. 222-232: Das Unnennbare in Herders früher Sprachästhetik und Sprachantropologie.

Gaier, Ulrich: Herders Sprachphilosophie und Erkenntniskritik. Stuttgart-Bad Cannstatt 1988 (= problemata, 118).

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Hambsch, Björn: '... ganz andre Beredsamkeit'. Transformationen antiker und moderner Rhetorik bei Johann Gottfried Herder. Tübingen 2007 (= Rhetorik-Forschungen, 17).

Helmreich, Christian: Herders Lyrik. Über die Möglichkeit von Poesie im prosaischen Zeitalter der Sprache. In: Herder und die Künste. Ästhetik, Kunsttheorie, Kunstgeschichte. Hrsg. von Elisabeth Décultot u.a. Heidelberg 2013 (= Beihefte zum Euphorion, 72), S. 141-159.



Herder, Johann Gottfried: Fragmente einer Abhandlung über die Ode [1764/65]. In: Herders Sämmtliche Werke. Hrsg. von Bernhard Suphan. Bd. 32. Berlin: Weidmann 1899, S. 61-79. [PDF]

Herder, Johann Gottfried: Versuch einer Geschichte der lyrischen Dichtkunst [1766/67]. In: Herders Sämmtliche Werke. Hrsg. von Bernhard Suphan. Bd. 32. Berlin: Weidmann 1899, S. 85-140. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Ueber die neuere Deutsche Litteratur. Zwote Sammlung von Fragmenten.
Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend.
[Riga: Hartknoch] 1767.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10733674.html
URL: http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/herder_litteratur02_1767
S. 298-338: Pindar und der Dithyrambensänger. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Ueber die neuere Deutsche Litteratur.
Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend. Dritte Sammlung.
Riga: Hartknoch 1767.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10733675.html
S. 50-75: [Ausdruck]. [PDF]
S. 170-206: Von der Horazischen Ode. [PDF]

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[Herder, Johann Gottfried]: [Rezension zu:] Die Gedichte Ossians, eines alten Celtischen Dichters aus dem Englischen übersetzt von M. Denis. Bd. 2 u. 3. Wien: Trattner [1768/69]. In: Allgemeine deutsche Bibliothek. Bd. 17, 1772, Stück 2, S. 437-447. [PDF]

Von Deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter. Hamburg: Bode 1773.
URL: https://archive.org/details/vondeutscherart00herdgoog
URL: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0007/bsb00070543/image_1
URL: http://diglib.hab.de/drucke/lo-2882/start.htm
URL: http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/herder_artundkunst_1773
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/008670393
S. 3-70 u. S. 113-118: Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und die Lieder alter Völker. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: [Rezension zu:] Oden (von Klopstock.) Hamburg: Bode 1771. In: Allgemeine deutsche Bibliothek. Bd. 19, 1773, Stück 1, S. 109-123. [PDF]

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[Herder, Johann Gottfried]: Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken.
Erster Theil. Leipzig: Weygand 1778.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110906.html
S. 5-12: Zeugnisse über Volkslieder.

[Herder, Johann Gottfried]: Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken.
Zweiter Theil. Leipzig: Weygand 1779.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110907.html
S. 3-36: [Vorwort]. [PDF]

Herder, Johann Gottfried: Terpsichore.
Zweiter Theil. Lübeck: Bohn 1795.
URL: https://archive.org/details/terpsichore00baldgoog
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110901.html
S. 397-442: Die Lyra. Von der Natur und Wirkung der lyrischen Dichtkunst. [PDF]
S. 443-485: Alcäus und Sappho. Von zwei Hauptgattungen der lyrischen Dichtkunst. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Homer und Ossian. In: Die Horen, eine Monatsschrift. Bd. 4, 1795, Stück 10, S. 86-107. [PDF]

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Lyriktheorie » R. Brandmeyer