Johann Gottfried Herder

 

 

[Rezension]

 

Oden (von Klopstock.) Hamburg, 1771. bey Bode, 4. 1 ½ Alphab.

 

Wenn die Ode, selbst nach dem Begrif des kältesten Kunstrichters, nichts als eine einzige ganze Reihe höchst lebhafter Begriffe, ein ganzer Ausfluß, einer begeisterten Einbildungskraft, oder eines erregten Herzens, nichts als eine höchstsinnliche Rede über einen Gegenstand seyn soll: so müßten selbst für den, der blos nach der Definition prüfte, die meisten der vorliegenden Oden vortrefliche Stücke und Muster in ihrer Art seyn. Welche Natur! welches ganze volle Herz, und ungetheilt sich hinopfernde schöne Seele erscheint nicht insonderheit in den Stücken des zweyten Buchs, in den menschlichen und am meisten in den Jugendstücken des Dichters! Kann ein Abschied ganzer und wahrer und schöner seyn, als der S. 97. an Giesecke! Kann die traurige, wehmüthige Empfindung des ewigen Scheidens vom leisesten Seufzer zur lautsten Hofnung hinauf, und wieder bis zur trübsten Thräne herunter treuer gesagt werden, als in der Ode S. 108. an Fanny. Und giebts ein schöneres Bild gesellschaftlicher Naturfreude und Frühlingswonne mit allen Wallungen und Steigerungen des erregten Herzens als der <Zürchersee>! S. 116. Und da dieser Naturgeist, die ganze Fülle des Herzens und der Seele alle Stücke des Verf. durchgeht und jedwedes so eigenthümlich bezeichnet: welch ein Geschenk hat unsre Sprache, unsre Dichtkunst, ja wir möchten sagen, die Menschheit unsres Vaterlandes an dieser einzigen Sammlung Oden.

[110] Ein Mann vor 200 Jahren, der großer Geist, und würkliches Genie war, hatte ein Lieblingsbuch, das er allen in der Welt vorzog. Es war eine Sammlung Oden: wir nennen sie die Psalmen Davids und der Mann hieß Luther — man höre was er über sie sagt und uns dünkt, er sage mehr, als der schönlateinische Lowth über seine drey Klassen dieser Oden. "Ich halt, daß kein feiner Exempelbuch oder Legenden der Heiligen auf Erden kommen sey, denn der Psalter ist. Es ist des Psalters edle Tugend und Art, daß andre Bücher wohl viel von Werken der Heiligen rumpeln, aber gar wenig von ihren Worten sagen. Da ist der Psalter ein Ausbund, daß er erzählt der Heiligen Wort; zu dem nicht schlechte gemeine Reden derselben, sondern die allerbesten, so sie mit großem Ernst in der allertreflichsten Sachen geredet haben — damit er also ihr Herz und gründlichen Schatz ihrer Seelen für uns legt, daß wir in den Grund und Quelle ihrer Wort und Werk, sehen können, was sie für Gedanken gehabt haben, wie sich ihr Herz gestellet und gehalten hat in allerley Sachen, Fahr und Noth, gegen Gott und jedermann. Denn ein menschlich Herz ist wie ein Schiff auf einem wilden Meer, welches die Sturmwinde von den vier Orten der Welt treiben. Hie stösset her Furcht und Sorge für zukünftigem Unfall; dort fähret Grämen her, und Traurigkeit von gegenwärtigem Uebel. Hie webt Hofnung und Vermessenheit von zukünftigem Glück; dort bläset her Sicherheit und Freude in gegenwärtigen Gütern. Solche Sturmwinde aber lehren mit Ernst reden, und das Herz öfnen und den Grund heraus schütten. Denn wer in Furcht und Noth steckt, redet viel anders von Unfall, denn der in Freuden schwebet; und wer in Freuden schwebt, redet und singt viel anders von [111] Freuden, denn der in Furcht steckt. Es gehet nicht von Herzen, spricht man, wenn ein Trauriger lachen oder Frölicher weinen soll: Das ist, seines Herzens Grund steht nicht offen und ist nicht heraus. Was ist aber das meiste im Psalter, denn solch ernstlich Reden in allerley solchen Sturmwinden? Wo findet man feiner Wort von Freuden, denn die Lob- oder Dankpsalmen haben? Da siehest du allen Heiligen ins Herz, wie in schöne lustige Gärten, ja wie in den Himmel! wie feine herrliche, lustige Blumen darinn aufgehen, von allerley schönen, frölichen Gedanken gegen Gott und seine Wohlthat. Wiederum, wo findest du tiefer, kläglicher, jämmerlicher Wort von Traurigkeit, denn die Klagpsalmen haben? Da siehest du abermal allen Heiligen ins Herz, wie in den Tod, ja wie in die Hölle. Wie finster und dunkel ists da von allerley betrübten Anblick des Zorns Gottes. Also auch, wo sie von Furcht und Hofnung reden, brauchen sie solches Wort, daß dir kein Mahler also könnte die Furcht oder Hofnung abmahlen, und kein Redekündiger also fürbilden." Der Ton würde wahrscheinlich unsern Bibliothekbesuchern zu schwärmerisch scheinen, wenn wir also fortfahren, oder deutlich anwenden sollten. Obige Wahrheit indessen und Treue als Charaktereigenschaft dieser Gedichte, wenigstens poetisch, zum Grunde gesetzt, welch ernstliches Interesse wird daraus! und wie manche fühlbare Jünglinge werden seyn, die nicht ausrufen: hättest du so gesungen! so geleiert! sondern wärst du es, der so dächte, so fühlte!

Natürlich folgt hieraus, daß Kl. am meisten und vielleicht allein auf die wirken könne, die mit ihm sympathisiren; allein, sollte er nicht wenigstens fodern können, so <fern> du mich als Dichter liesest, so mußt du mit mir mindstens sympathisiren wollen d.i. setze [112] dich in meine Umstände, Denk- Fühlungsart, Lieblingsbegriffe u.s.w. Solltest du diese auch blos für Mythologie anzusehen geneigt seyn: habe wenigstens die Billigkeit, sie mir als etwas mehr zu gönnen, oder uns in Frieden zu trennen, "willst du zur Rechten: so will ich zur Linken!" u.s.w. Mich dünkt, das sind auch selbst nach dem strengsten Kriegsrecht der Kritick zugestandne Punkte, ohne die auch kein Recht und Urtheil mehr bleibt. Möge der Autor a1s Mensch, als Religionsverwandter denken, was er wolle: als Dichter mußt du ihm glauben. Und ausser dem Gedicht sollte es nicht eben so viel Ungläubige an Rammlers Friedrich geben können, als Ungläubige an Klopstocks Jesus Christus?

Indeß, da dieser Zwang sich doch immer unvermerkt mehr oder minder äussern wird: so singt Orpheus immer für Wald und Fels, und der Dichter für die am meisten, die kein System haben, die sich von allem, was in ihnen ist, entäussern können. Für die ist sodann jede Situation neu und ganz: sie sehen mit den Augen des Sehers, und natürlich so sehen sie seine Wunder. — —

In solcher Sympathie nun wie ächt und zart und schön charakterisirt sich beynahe jedwedes Klopstockisches Stück! Welche eigne Farbe und Ton des Ausdrucks ruhet auf jeglichem, die sich von der ganzen Mensur, Haltung und Beäugung des Gegenstandes bis auf den kleinsten Zug, Länge und Kürze des Perioden, Wahl des Sylbenmaasses, beynahe bis auf jeden härtern oder leisern Buchstab, auf jedes O und Ach! erstrecken. Dem Rec. dünkt, daß hierinn diese Gedichte so was Eignes, Ursprüngliches und Eingegeistetes haben, daß so wie die Natur jedem Kraut, Gewächse und Thier seine Gestalt, Sinn und Art gegeben, die Individuel ist und eigentlich [113] nicht verglichen werden kann: so schwimmt auch ein andrer Duft und webt ein andrer Geist der Art und Leidenschaft in jedem individuellen Stück des Verf. Die Oden an Fanny, (er hat nur Eine derselben behalten) sind ganz andre, als die an Cidli: Die Jugendgedichte warlich nicht die — härtere oder vestere? — Des dritten Buchs: Das Gebet um Friedrich, oder die Meßias Ode warlich nicht die Elegie um ihn, und so gehts bis auf die kleinste Witterung etwa der Scene, der Zeit, der Umstände. Die Seele hat immer gewürkt, wie sie war, wie sie sich damals fühlte. Der Duft erfüllt den Leser bis aufs kleinste, und der Recensent würde seiner Privatästhetick Glück wünschen, wenn er sich diese Melodie, diese Modulation jedes Stücks deutlich machen und in Einem Worte dafür schreiben könnte. Welch' eine herrliche Abenddämmerung geht zum Ex. durch die Erscheinung des Thuiskon! Mit Sylbenmaas und Ideenfolge und Bildern und Anfang und Ende gleichsam aus den letzten Sonnenstralen und dem stäubenden Silber und rauschenden Wipfeln, wie heilig, feyerlich und stille zusammengewebt! So ähnlich die Sommernacht und die frühen Gräber! So, nur tönender der Bach und Siona! — — Braga welch ein lebendig Gemählde voll Wintermorgen, Reif, Mond und Schrittschuhtakt! Der RheinweinTeone — wiederum die todte Clarißa — man habe eben den letzten Band dieses himmlischen Mädchens geschlossen, sehe sie im Sarge — — Cidli daneben — Klopstocks Herz in der Brust — — und es wird der so eigne, sanfte, schauderhafte Klang werden, der dies Stück durchwehet — — und welches hätte in dem Verstande nicht seinen eignen Geist?

Nichts muß daher abscheulicher seyn, als alle diese Stücke mit feister Hand fortlesen und feister [114] Stimme nach Einem gegebnen antiken oder modernen Flötentone fort deklamiren wollen. Wie jener, der sich vor sein Stammbuch setzte, die Namen seiner Freunde, sämmtlich und sonders, Blatt für Blatt, flugs und fort mit Gesundheiten zu ehren: so ohngefehr würde der handeln, der sich hinlagerte, um alle Klopst. Lieder nach der Reihe hin wegzusingen und so zu versuchen, ob sie auch viel Empfindung enthielten? oder der alle Klopst. Oden nach der Reihe in Einer Fassung vor deklamirte. Zu jeder Ode würde ohne Zweifel so eine eigne Bereitung sein selbst und des Kreises in dem man lieset, gehören, als — nun als die Ode eigne Art hat. Ein Gassenhauer läßt sich natürlich auf allen Strassen singen und ein blos künstliches Phantasiestück zu aller Zeit mit Pomp und Anstand hertönen — eine hölzerne Maschine kann überall hin gestellt werden, aber ein Naturprodukt, eine Blume, eine Pflanze? — muß auf ihrer Stelle wachsen, oder sie verdörret. Hierüber redet Teone S. 234.

Man siehet leicht, daß der Rec. wenig Lust habe, das bekannte Regelnlineal der Ode hier anzulegen und zu versuchen, ob jedes Stück schönen Plan, schöne Ordnung und Unordnung etc. habe. Sofern diese Regeln wahr sind, d.i. sofern sie in der Natur des Einen Gegenstandes und der Weise, wie der Affekt handelt, liegen, wird sie gewiß die begeisterte Einbildungskraft von selbst in ihr Werk wirken, weil dies ohne solche Gesetze nicht möglich wäre. Und so dünkt uns, könnten aus den vornehmsten Stücken dieser Sammlung die feinsten Regeln des Affekts und eine Theorie der Ode abgezogen werden, die wir vielleicht noch nicht haben. Die meisten Oden des zweyten, und einige des dritten Buchs sind so horazisch: Die nachgeahmten Stellen in so vortreflicher Manier nachgeahmt — und sonst muß der Rec. bekennen, daß [115] ihn die meisten Odengesetze, die man als solche in Lehrbüchern und Kriticken gäng und gäbe gemacht, sehr willkührlich dünken. Sie sind fast nur, und nur aus dem kleinsten Theile des Horaz abgezogen, würden auf Pindar, David, Hafiz alle Araberund wenn man will, auch Engländer, angewandt, den meisten den Hals brechen, und wenn man sie so sicher für die Einzige Ordnung und Gesetze der begeisterten Einbildungskraft angiebt: woher als solche bewiesen? Hat diese nicht vielmehr bey jedem Gegenstande ihre eigne Art zu handeln? Die Eigenschaften, mit denen sie handelt, sind sie nicht entweder so wandelbar, oder aber so allgemein, daß man alles unter sie subsumiren kann, was man will? Und ich wüßte überhaupt nicht, warum nicht die Ode sich von einer kleinen poetischen Phantasie, wo es der Gegenstand erfoderte, gleichsam von einem Seufzer und einzelnen Ausbruch zum Planvollesten Gebäude erheben könnte? Singt Nachtigall und Lerche immer gleich? gleich lang? und nach Einer Melodie?

Wäre es also auch, daß man hier manche Stücke insonderheit des ersten Buchs an Gott für bloße Tiraden der Phantasie und manche im 3ten Buch für sehr kunstvolle Abhandlungen unodenmäßiger Gegenstände hielte; in beyden Fällen lassen sich keine Gesetze geben, was? und wie weit ichs mit Phantasie bearbeiten soll oder darf? oder es käme endlich darauf hinaus, wie fern es gut sey, daß dieser Mensch so viel Phantasie habe? und — wer beantwortet die Frage? — Wenn also auch der Rec. bey dem Tanz der personificirten Sylbenmaasse in Sponda S. <192>., bey dem großen Glauben an unsre Altdeutsche Dichter, (S. 183.) an das Urtheil der Skulda S. 212. die oft ungerecht gnug richtet, an die neuerfundne Harmonie (S. 216.) an das Wir und Sie (S. 220.) [116] an den Gebrauch der Altdeutschen Mythologie <(S. 252.)> und insonderheit an die Tapferkeiten Hermanns (S. 261.) andrer Meynung wäre, und wollte, daß die Sache von andern Seiten angesehen würde, kann der Dichter nicht, wie gesagt, fodern, daß man sie jetzt mit ihm nur so ansehe, wie er will! Hier mit Phantasie, und zwar in dem und dem Grade!

Es bliebe uns also nichts übrig, als von den Sylbenmaassen zu reden, und daß diese sehr mannichfalt sind, ist bekannt. Zuerst hat Hr. Kl. einige Griechische, und die mit einer Leichtigkeit und Biegsamkeit nachgeahmt, die man an seinem Hexameter kennet, und die sich dem Sinne so tief und sanft anschmieget. Sonderbar ists, daß selbst bei zween Autoren in Einer Sprache der Wohlklang Eines Sylbenmaasses nicht derselbe ist, und in seinem zartesten Wuchse kaum Vergleichung leidet. Ein Choriambe Klopstocks und Rammlers scheint bey gleich vorgezeichnetem Maasse gar nicht das gleiche Ding zu seyn, und man versuche nur, zwey Oden beyder nach einander zu lesen. So Klopst. und Kleists Hexameter, ob gleich beyde sehr wohlklingend sind: so Klopstock und die Noachide, ob gleich in der letzten Ausgabe dieser das Sylbenmaas mit vieler Kunst zugerichtet worden. So Horaz und Katull, Virgil und Lukrez u.s.w. Alles wird blos Werkzeug der Seele, die eine gewisse Farbe der Composition, eine Stärke oder Schwäche, Fluß oder Strom auch bis ins Sylbenmaas überträgt — wir wünschten die Sache mehr untersucht und tiefer charakterisirt.

Zweytens sind aus dem Nordischen Aufseher die freyen Sylbenmaasse bekannt, in die Hr. Kl. (nach dem Ausdruck der Litt. Br.) als in die Elemente des Wohlklanges seine Zeilen aufgelöset hatte. Diese sind nunmehr wieder zusammengeschoben; vierzeiligte [117] Strophen aber ohne bestimmtes Sylbenmaas geworden, und wo Hr. Kl. die Ründe der vierzeiligten Strophe verletzt oder mangelhaft fand, verändert. Sollte dies Zusammenschieben und diese Veränderung nicht zeugen, daß das Ohr nur eine gewisse Anzahl, einen Kreis, einen Tanz von Tönen fodert, über den es nicht hinaus höret? und sollte auch in diesem Kreise, in diesem Tanze also nicht alles als das vollständigste Ganze behandelt werden müssen? Und nun hat drittens Hr. Kl. eine Menge neuer Sylbenmaasse erfunden, die, wenn wir seiner Muse (S. 216.) glauben, Bereicherungen der Harmonie selbst in Vergleichung der Griechen sind. Er fodert Alcäus und Apollo, Oßian und Britten und Gallier und Nachahmer des Horaz auf, daß er sie übersungen, daß sie des lyrischen Stabes Ende, er aber ihn ganz blitzen gesehn, daß sein großes Vorbild die Natur, der Tonbeseelte Bach sey u.s.f.

Es ist unläugbar, daß einige dieser Sylbenmaasse schon an sich betrachtet einen Gesang, eine Melodie haben, die den Sanglosesten Leser und Deklamator von der Erde erheben müssen. Die beyden ersten Zeilen in Siona (S. 188.) in Sponda (S. 192.) Thuiskon (S. 196.) die frühen Gräber, die Sommernacht, Braga, die Chöre, Teone, der Anklang von Stintenburg (S. 237.) sind voll Melodie; wir wünschten aber von andern zu hören, ob in den meisten dieser (ich nehme die Sommernacht, Braga, Teone, die Chöre aus) das Ende dem Anfange entspreche und den ganzen Strophenbau, die unaufgehaltene Ründe und Glätte habe, die wir in den schönsten und gebrauchtesten Sylbenmaassen der Griechen finden? Nach einem meistens sanften Anklange stemmen sich die Töne, stemmen sich oft zwey, dreymal auf einander und dann schließt die Strophe, oder bricht [118] meistens ab, ohne daß das Ohr im Tanze fortgeführt und bis zum letzten Tone ahndend erhalten wäre; und man weis, das war das Geheimniß des griechischen Perioden, Hexameters und der schönsten lyrischen Sylbenmaasse. Aristoteles vergleicht die Harmonie mit der olympischen Rennbahn, wo je näher dem Ende desto mehr arbeiten die Läufer, denn sie sehen das Ziel. In den schönsten Tänzen, in den gefälligsten Spielen und Bewegungen scheint eben dies Runde und Endeilende nicht minder zu herrschen, wie in Epopee und Drama — Der Knote, der in der Mitte geflochten wird, wird nur immer in Verhältniß aufs Ganze groß oder klein geflochten, wird wieder vorbereitet, und stückweise aufgelöset, daß man zu Ende eilet und dahin gedrungen wird, ohne daß man weis, wie? Der Rec. wäre äusserst begierig, sich die Zweifel gegen einige der neuen Sylbenmaasse auflösen zu lassen. Man nehme z.E. das melodische Siona S. 188.

 — v   v    — v   v    —  v    —
Töne mir, Harfe des Palmenhains.
  v   —  v   v   — v   v   —  v   —
Der Lieder Gespielin, die David sang

wie fliessend! wie singend! — Aber nun, geräth der Bach mit einmal über Stein und Fels

 v  v  —       —   v  v   —      — v    —
Es erhebt | steigender sich | Sions Lied, |
 v    v    —        —    v   v    —       —     v    v     —
Als des Bachs | welcher des Hufs | Stampfen entscholl —

wo scheint hier Fortfluß, allmähliche Entwicklung, und das prophetische Fortleiten des Ohres zu bleiben? Die Takte fallen auseinander, und scheinen mehr zusammen geschoben, als auseinander gearbeitet zu seyn.

Dem Rec. ist vor einigen Jahren ein Bogen Klopstockischer Sylbenmaasse zu Gesicht gekommen, da (es waren die meisten von diesen) hinter Zeile und Stro[119]phe das Verhältniß der langen und kurzen Sylben bemerkt und also die Harmonie ausgezählt war — Aber ausser der Harmonie, wird wohl also die Melodie berechnet? kommt hier nicht alles auf die Succeßion der Töne, auf das Entwickelndes Gesanges der Seele, und der Bebungen des Herzens an, wo wir freylich hinten nach auch immer die vorige Proportion finden; aber gewiß nicht umgekehrt, sonst wäre der tiefste Berechner auch immer der Melodievollste Tonkünstler. — —

Noch weniger, siehet man, ist hier von dem sogenannten lebendigen Laut und Ausdruck die Rede d.i. von der musikalischen Zustimmung der Worte zum Sylbenmaasse: In der ist Klopstock allemal Meister, und auch die verflochtensten, sich stemmendsten Strophengänge sind hier theils mit einer Macht durchgetrieben, daß die Worte mit ihrem Klange gleichsam wie Orpheus Steine und Fels folgen müssen: theils auch so tief in den Inhalt gewebt, daß wir z.E. jenem Sylbenmaasse unter den Gestirnen (S. 59.) jenen zwey letzten so künstlichen, knotenvollen Zeilen der Stintenburg (S. 237.) der Barden <(S. 232.)> den Zeilen der Ode, unsre Fürsten (S. 223.) unsre Sprache (S. 241.) des Schlachtgesanges (S. 205.) des Eislaufs u.s.w. gut werden, weil uns die Materie entschädigt und gleichsam über Stock und Stein gewaltig mitreißt. Es wäre also Thorheit zu denken, daß man hier für Kl. kritisirte: man betrachtet blos Kl. Sylbenmaasse an sich, allgemein, und zum Gebrauch für andre. Ein Mädchen kann für sich selbst das Lispeln und das kleine Mal ihrer Wange liebenswerth machen; deswegen wird aber an sich und für andre Lispeln und Malzeichen kein Stück, keine Regel der Schönheit.

[120] Den Rec. dünkt, daß in Sachen, wo es blos auf sinnliches Verhältniß ankommt, keine neue Erfindungen ins Unendliche möglich sind. Gewisse Formen des Schönen müssen in der Sculptur, wie Proportionen in der Baukunst wieder kommen, oder die Kunst wird wieder Gothisch d.i. es werden da Glieder angebracht, wo keine seyn dürfen, Glieder verwickelt, wo der Fortgang des Auges eine gelinde Succeßion foderte: auf eine oder die andre Weise erliegt das Ganze unter seinen Theilen. Ein Versuch über die Sylbenmaasse, wo selbige ohne Anwendung auf Sprache und Worte, blos als Tanz, als Folge von Tönen zu einer Melodie betrachtet würden, dürfte vielleicht dasselbe zeigen. Aus Pindar hat Hr. Kl. wenig nachgeahmt, weil ihm die Sylbenmaasse dieses Dichters nicht gefielen: der Rec. muß bekennen, daß er die Sylbenmaasse in Pindar und den Chören meistens nicht versteht. Sein Ohr ist zu kurz, eine Pindarische Strophe zu behalten, folglich kann dasselbe auch nicht sinnlich urtheilen und das Ganze des Tanzes und der Melodie der Töne empfinden. Den Römern muß es eben so gegangen seyn, denn sie giengen nicht über die 4 zeiligte Strophe: Hr. Kl. geht auch nicht drüber: man sollte vermuthen, daß Alcäus u.s.w. auch seltner drüber gegangen seyn mögen, wo nicht eine andere Anordnung, Theatermusik, olymplsche Musik den Numerus sehr hob, verlängerte und unterstützte. Sollte es nun nicht in dieser engern vierzeilichten Bahn auch nur eine gewisse Anzahl Bewegarten und Melodien der Sylben geben, die ausschliessend die schönsten seyn müßten! Der Rec. sollte es fast vermuthen, denn wo er auch bei den neuen Klopstockischen Sylbenmaassen die harten Kontraste sich zu mildern, die Töne simpler in einander zu verflössen, und das Ganze der Strophe runder zu machen versucht hat: ist immer [121] mehr oder minder ein schon bekannteres Sylbenmaas unvermerkt daraus geworden; wovon viele Proben gegeben werden könnten, wenn es der Raum litte. Selbst unverändert scheinen von den neuen Sylbenmaassen doch eben die simpelsten, die schönsten: z.E. die Sommernacht, Braga, Thuiskon, die Chöre, der Anklang des Bachs, Siona's u.s.w. sollte das nun nicht schon, da diese den Griechischen sich eben dadurch auch nähern, ein Vorurtheil erwecken? Und wenn man denn nun vom verwickeltsten neuen Sylbenmaasse z.E. von einer Aganippe und Phiala (S. 177.) denn plötzlich zu einem rein Griechischen Heinrich S. 180. überkommt: ists nicht, als ob man aus einem allerdings erhabnen, aber zu künstlichen, dunkeln und ungeheuren Gothischen Gewölbe in einen freyen griechischen Tempel käme, und da in einer Melodie, als in einem schönem regelmäßigen Säulengange wandelte? Der Rec. fühlt sich frey von allem Eigensinn und Partheylichkeit: an Ungewohnheit des Ohrs, glaubt er, könne es nicht liegen, weil er Ohr und Zunge schon ganz zu diesen Gedichten gewöhnet und alles auch musikalische Leben sonst in der Sprache fühlt — Kurz! er wünscht sich dieses oder eines bessern belehrt, und warnt blos Nachahmer, deren es in Deutschland sogleich hundert Arten giebt; auch für früheiliger Nachstümperung dieser Sylbenmaasse, die bey ihnen vollends unerträglich werden müßten. Hier hat der Dichter seiner Materie zugleich sein Sylbenmaas eingehaucht, und jene mit diesem belebet: wie aber? wenn dies Sylbenmaas ein dürrer Leichnam wäre, oder elend nachschleppte.

Ein Theil dieser Oden ist schon bekannt und zum Theil abgedruckt gewesen — welche Kritick in den Veränderungen! mit welcher Jugend! mit welchem Geiste! hiezu wird nun wenigstens die elende Samm[122]lung Klopstocks poet. und pros. Schriften einigermaßen bräuchlich; die sonst aber in allem Betracht falsch, fehlerhaft, und erbärmlich geworden.

Wo Kl. die Alten nachahmt: mit welcher Eigenheit, mit welchem Geiste! Man sehe die erste Ode des zweyten Buchs und mehrere in diesem Buche: insonderheit das große Pindarische Gebäude Wingolf; das nur indes in seiner alten griechischen Gestalt doch noch mehr Jugend und Naturgeist zu athmen schien, als in seiner korrektern Form. Das große Bild von Hebe, von der Berecynthia aus Katull sind verlohren gegangen, und das Stonehenge der Freundschaft ist damit doch nicht in einen griechischen Tempel verwandelt.

Wo endlich Kl. im Gusse seiner Empfindung und im Fluge der Phantasie Gedanken einwebt (man erlaube uns den Schulausdruck, an den uns unsre Metaphysick leider! schon gewöhnt hat) — welche Gedanken!

Wen, als Knaben, ihr einst Smintheus Anakreons
      Fabelhafte Gespielinnen,
Dichtrische Tauben umflogt und sein Mäonisch Ohr
      Vor dem Lärme der Scholien
Sanft zugirrtet und ihm, daß er das Alterthum
      Ihrer faltigen Stirn nicht säh,
Eure Fittige lieht —
Ihn läßt gütiges Lob oder Unsterblichkeit
      Des, der Ehre vergeudet, kalt!
Kalt der wartende Thor, welcher bewundernsvoll
      Ihn großaugigten Freunden zeigt
Und der lächelnde Blick einer nur schönen Frau
      Der zu dunkel die Singer ist.
— — — Kommst du
      Von den unsterblichen sieben Hügeln
[123] Wo Scipionen, Flaccus und Tullius
Urenkel denkend
, tönender redt' und sang
      Wo Mars mit dem Kapitole
          Um die Unsterblichkeit mutig zankte.
Voll sichern Stolzes sah er die Ewigkeit
Des hohen Marmors: Trümmer wirst einst du seyn
      Staub dann und dann des Sturms Gespiele
      Du Kapitol und du Gott der Donner! —
— — Niemals sah dich mein Blick, Sokrates Addison
            Niemals lehrte dein Mund mich selbst
       Niemals lächelte mir Singer, der lebenden
            Und der Todten Gesellerin
— — Soll Hermanns Sohn und Leibnitz, dein Zeitgenoß
    (Des Denkers Leben lebet noch unter uns!)
       Soll der in Ketten denen nachgehn
            Welchen er kühner vorüberflöge
— — Das Werk des Meisters, welches vom hohem Geist
       Geflügelt herschwebt, ist, wie des Helden That
       Unsterblich —
                                    Ludewig, den uns
                   Sein Jahrhundert mit aufbewahrt

Doch wozu solche florilegia? Man lese den Gesang an den König! den Zürchersee! den Rheinwein! welche innere tiefe Philosophie des Lebens! — Die Oden an Cidli, welche Metaphysick der Liebe! die aus dem letzten Buche, welche hundert feine Sentiments über Sprache, Dichtkunst, Sylbenmaasse, Nordische Mythologie, Vaterland u.s.w. Nur freylich hätte, wer blos pensées sucht, eben den schlechtsten Theil der großen Seele Klopstocks!

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Allgemeine deutsche Bibliothek.
Bd. 19, 1773, Stück 1, S. 109-123. [PDF]

Gezeichnet: F.

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien). Fünf Druckfehler wurden korrigiert (S. 109, 111, 115, 116, 119).

 

 

Zeitschriften-Repertorien

 

Kommentierte Ausgaben

 

Das besprochene Werk

 

 

Literatur

Alexandre, Didier u.a. (Hrsg.): L'ode, en cas de toute liberté poétique. Actes du colloque organisé à l'Université de Toulouse-Le Mirail les 14-15-16 janvier 2004. Bern u.a. 2007 (= Littératures de langue française, 3).

Anz, Thomas: Art. Rezension. In: Handbuch der literarischen Gattungen. Hrsg. von Dieter Lamping. Stuttgart 2009, S. 606-612.

Benning, Hildegard: Rhetorische Ästhetik. Die poetologische Konzeption Klopstocks im Kontext der Dichtungstheorie des 18. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.

Berghahn, Klaus L.: Von der klassizistischen zur klassischen Literaturkritik. In: Geschichte der deutschen Literaturkritik (1730 – 1980). Hrsg. von Peter U. Hohendahl. Stuttgart 1985, S. 10-75.

Blackall, Eric A;: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache 1700 – 1775. Mit einem Bericht über neue Forschungsergebnisse 1955 – 1964. Von Dieter Kimpel. Stuttgart 1966.

Burdorf, Dieter: Art. Ode, Odenstrophe. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Bd. II. Berlin u.a. 2000, S. 735-739.

Cullhed, Anna: The Language of Passion. The Order of Poetics and the Construction of a Lyric Genre 1746 – 1806. Frankfurt a.M. u.a. 2002 (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 18,104).

Cullhed, Anna: Original Poetry: Robert Lowth and Eighteenth-Century Poetics. In: Sacred Conjectures. The Context and Legacy of Robert Lowth and Jean Astruc. Hrsg. von John Jarick. New York u.a. 2007 (= Library of Hebrew Bible / Old Testament Studies, 457), S. 25-47.

Fischer, Bernd: Herder heute? Überlegungen zur Konzeption eines transkulturellen Humanitätsbegriffs. In: Herder Jahrbuch 8 (2006), S. 175-193.

Gesse, Sven: "Genera mixta". Studien zur Poetik der Gattungsmischung zwischen Aufklärung und Klassik-Romantik. Würzburg 1997 (= Epistemata; Reihe Literaturwissenschaft, 220).

Greif, Stefan u.a. (Hrsg.): Herder Handbuch. Paderborn 2016.

Habel, Thomas: Gelehrte Journale und Zeitungen der Aufklärung. Zur Entstehung, Entwicklung und Erschließung deutschsprachiger Rezensionszeitschriften des 18. Jahrhunderts. Bremen 2007 (= Presse und Geschichte – Neue Beiträge, 17).

Helmreich, Christian: Herders Lyrik. Über die Möglichkeit von Poesie im prosaischen Zeitalter der Sprache. In: Herder und die Künste. Ästhetik, Kunsttheorie, Kunstgeschichte. Hrsg. von Elisabeth Décultot u.a. Heidelberg 2013 (= Beihefte zum Euphorion, 72), S. 141-159.



Herder, Johann Gottfried: Fragmente einer Abhandlung über die Ode [1764/65]. In: Herders Sämmtliche Werke. Hrsg. von Bernhard Suphan. Bd. 32. Berlin: Weidmann 1899, S. 61-79. [PDF]

Herder, Johann Gottfried: Versuch einer Geschichte der lyrischen Dichtkunst [1766/67]. In: Herders Sämmtliche Werke. Hrsg. von Bernhard Suphan. Bd. 32. Berlin: Weidmann 1899, S. 85-140. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Ueber die neuere Deutsche Litteratur. Zwote Sammlung von Fragmenten.
Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend.
[Riga: Hartknoch] 1767.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10733674.html
URL: http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/herder_litteratur02_1767
S. 298-338: Pindar und der Dithyrambensänger. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Ueber die neuere Deutsche Litteratur.
Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend. Dritte Sammlung.
Riga: Hartknoch 1767.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10733675.html
S. 50-75: [Ausdruck]. [PDF]
S. 170-206: Von der Horazischen Ode. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: [Rezension zu:] Die Gedichte Oßians, eines alten celtischen Dichters, aus dem Englischen übersezt von M. Dennis, aus der G. J. Bd. 1. Wien: Trattner 1768. In: Allgemeine deutsche Bibliothek. Bd. 10, 1769, Stück 1, S. 63-69. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: [Rezension zu:] Die Gedichte Ossians, eines alten Celtischen Dichters aus dem Englischen übersetzt von M. Denis. Bd. 2 u. 3. Wien: Trattner [1768/69]. In: Allgemeine deutsche Bibliothek. Bd. 17, 1772, Stück 2, S. 437-447. [PDF]

Von Deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter. Hamburg: Bode 1773.
URL: https://archive.org/details/vondeutscherart00herdgoog
URL: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0007/bsb00070543/image_1
URL: http://diglib.hab.de/drucke/lo-2882/start.htm
URL: http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/herder_artundkunst_1773
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/008670393
S. 3-70 u. S. 113-118: Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und die Lieder alter Völker. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: [Rezension zu:] Oden (von Klopstock.) Hamburg: Bode 1771. In: Allgemeine deutsche Bibliothek. Bd. 19, 1773, Stück 1, S. 109-123. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Von Aehnlichkeit der mittlern englischen und deutschen Dichtkunst, nebst Verschiednem, das daraus folget. In: Deutsches Museum. 1777, Bd. 2, Stück 11, November, S. 421-435. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken.
Erster Theil. Leipzig: Weygand 1778.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110906.html
S. 5-12: Zeugnisse über Volkslieder.

[Herder, Johann Gottfried]: Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken.
Zweiter Theil. Leipzig: Weygand 1779.
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110907.html
S. 3-36: [Vorwort]. [PDF]

Herder, Johann Gottfried: Terpsichore.
Zweiter Theil. Lübeck: Bohn 1795.
URL: https://archive.org/details/terpsichore00baldgoog
URL: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10110901.html
S. 397-442: Die Lyra. Von der Natur und Wirkung der lyrischen Dichtkunst. [PDF]
S. 443-485: Alcäus und Sappho. Von zwei Hauptgattungen der lyrischen Dichtkunst. [PDF]

[Herder, Johann Gottfried]: Homer und Ossian. In: Die Horen, eine Monatsschrift. Bd. 4, 1795, Stück 10, S. 86-107. [PDF]

Günther, Johannes / Volgina, Albina A. / Seifert, Siegfried: Herder-Bibliographie. Berlin u.a.: Aufbau-Verlag 1978.



Hilliard, Kevin u.a. (Hrsg.): Klopstock an der Grenze der Epochen. Berlin u.a. 1995.

Hilliard, Kevin: "Absteigerungen" des Affekts: Herders Odentheorie in der Spannung zwischen Verlust und Bewahrung des Heiligen. In: Heilige versus unheilige Schrift. Hrsg. von Martin A. Hainz. Wien 2010, S. 71-85.

Hurlebusch, Klaus: Klopstock, Hamann und Herder als Wegbereiter autorzentrischen Schreibens. Ein philologischer Beitrag zur Charakterisierung der literarischen Moderne. Tübingen 2001 (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 86).

Huyssen, Andreas: Sturm und Drang. In: Geschichte der deutschen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Walter Hinderer. 2. Aufl. Würzburg 2001, S. 177-201.

Irmscher, Hans D.: "Weitstrahlsinniges" Denken. Studien zu Johann Gottfried Herder. Hrsg. von Marion Heinz u.a. Würzburg 2009.

Jäger, Hans W.: Goethe – Klopstock. Faszination und ironische Distanz. In: Ders., Vergnügen und Engagement. Ein gutes Dutzend Miszellen. Bremen 2001, S. 141-168.

Karthaus, Ulrich: Sturm und Drang. Epoche – Werke – Wirkung. 2. Aufl. München 2007 (= Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte).

Kemper, Hans-Georg: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit. Bd. 6/II. Sturm und Drang: Genie-Religion. Tübingen 2002.
S. 226-239: Poesie als "Kraft" – Ossian-Poetik und Oden-Theorie.

Korte, Hermann: "Gehört mit dem Ohr der Seele". Herders Klopstock-Lektüren und das auditive Lesen im späten 18. Jahrhundert. In: Germanisch-romanische Monatsschrift 59 (2009), S. 355-372.

Krummacher, Hans-Henrik: Odentheorie und Geschichte der Lyrik im 18. Jahrhundert. In: Ders., Lyra. Studien zur Theorie und Geschichte der Lyrik vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Berlin u.a. 2013, S. 77-123.

Krummacher, Hans-Henrik: Pindar – Horaz – Ossian. Zur Entwicklung von Herders Lyrikanschauung. In: Ders., Lyra. Studien zur Theorie und Geschichte der Lyrik vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Berlin u.a. 2013, S. 125-179.

Lee, Meredith: Displacing Authority: Goethe's Poetic Reception of Klopstock. Heidelberg 1999 (= Neue Bremer Beiträge, 10).

Lohmeier, Dieter: Herder und Klopstock. Herders Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit und dem Werk Klopstocks. Bad Homburg v.d.H. u.a. 1968 (= Ars poetica; Studien, 4). Greif, Stefan u.a. (Hrsg.): Herder Handbuch. Paderborn 2016.

Vgl. bes. das Kapitel "Das fruchtbare Mißverständnis" (S. 198-202).

Lüchow, Annette: 'Die heilige Cohorte'. Klopstock und der Göttinger Hainbund. In: Klopstock an der Grenze der Epochen. Mit Klopstock-Bibliographie 1972 – 1992 von Helmut Riege. Hrsg. von Kevin Hilliard u.a. Berlin u.a. 1995, S. 152-220.

Luserke-Jaqui, Matthias (Hrsg.): Handbuch Sturm und Drang. Berlin 2017.

Martus, Steffen: Werkpolitik. Zur Literaturgeschichte kritischer Kommunikation vom 17. bis ins 20. Jahrhundert; mit Studien zu Klopstock, Tieck, Goethe und George. Berlin u.a. 2007 (= Historia Hermeneutica; Series Studia, 3).

Maurer, Michael: Johann Gottfried Herder. Leben und Werk. Köln u.a. 2014.

Maurer, Michael (Hrsg.): Herder und seine Wirkung. Beiträge zur Konferenz der Internationalen Herder-Gesellschaft Jena 2008. Heidelberg 2014.

McCarthy, John A.: Literarisch-kulturelle Zeitschriften. In: Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700 – 1800. Hrsg. von Ernst Fischer u.a. München 1999, S. 176-190.

Menges, Karl: "[...] daß der Gedanke am Ausdruck klebe": Vom Sprechen und Schreiben bei Herder. In: Johann Gottfried Herder. Geschichte und Kultur. Hrsg. von Martin Bollacher. Würzburg 1994, S. 153-166.

Michler, Werner: Kulturen der Gattung. Poetik im Kontext, 1750 – 1950. Göttingen 2015.

Peyer, Heinz: Herders Theorie der Lyrik. Winterthur 1955.

Proß, Wolfgang: Die Ordnung der Zeiten und Räume. Herder zwischen Aufklärung und Historismus. In: Vernunft · Freiheit · Humanität. Über Johann Gottfried Herder und einige seiner Zeitgenossen. Festgabe für Günter Arnold zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Claudia Taszus. Eutin 2008, S. 9-73.

Rehm, Patricia: Herder et les lumières. Essai de biographie intellectuelle. Hildesheim u.a. 2007 (= Studien und Materialien zur Geschichte der Philosophie, 76).

Sauder, Gerhard: Herders Gedanken über lyrische Sprache und Dichtkunst. In: Herder-Jahrbuch 6 (2002), S. 97-114.

Sauder, Gerhard (Hrsg.): Theorie der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang. Stuttgart 2003 (= Universal-Bibliothek, 17643).

Sauder, Gerhard: Lyrikmuster: Das "Silberne Buch" und Herders Theorie des Gedichts. In: Herder-Jahrbuch 7 (2004), S. 113-121.

Sauder, Gerhard: Herder's Poetic Works, His Translations, and His Views on Poetry. In: A Companion to the Works of Johann Gottfried Herder. Hrsg. von Hans Adler u.a. Rochester, NY 2009, S. 305-330.

Scherpe, Klaus R.: Gattungspoetik im 18. Jahrhundert. Historische Entwicklung von Gottsched bis Herder. Stuttgart 1968 (= Studien zur allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, 2).

Schneider, Ute: Friedrich Nicolais Allgemeine Deutsche Bibliothek als Integrationsmedium der Gelehrtenrepublik. Wiesbaden 1995 (= Mainzer Studien zur Buchwissenschaft, 1).

Schneider, Ute: Literaturkritische Zeitschriften. In: Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700 – 1800. Hrsg. von Ernst Fischer u.a. München 1999, S. 191-206.

Simon, Ralf: Das Gedächtnis der Interpretation. Gedächtnistheorie als Fundament für Hermeneutik, Ästhetik und Interpretation bei Johann Gottfried Herder. Hamburg 1998 (= Studien zum achtzehnten Jahrhundert, 23). Greif, Stefan u.a. (Hrsg.): Herder Handbuch. Paderborn 2016.

S. 326-335: Zu Herders Klopstock-Rezension.

Simon, Ralf (Hrsg.): Herders Rhetoriken im Kontext des 18. Jahrhunderts. Beiträge zur Konferenz der Internationalen Herder-Gesellschaft Schloss Beuggen nahe Basel 2012. Heidelberg 2014.

Stauf, Renate u.a. (Hrsg.): Johann Gottfried Herder: Europäische Kulturtheorie zwischen historischer Eigenart und globaler Perspektive. Heidelberg 2007 (= Germanisch-Romanische Monatsschrift; Neue Folge 57, 2007).

Stollberg, Arne: Ohr und Auge – Klang und Form. Facetten einer musikästhetischen Dichotomie bei Johann Gottfried Herder, Richard Wagner und Franz Schreker. Stuttgart 2006 (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft, 58).

Thayer, Terence K.: Rhetoric and the Rhetorical in Klopstock's Odes. In: Euphorion 74 (1980), S. 335-359.

Till, Dietmar: Transformationen der Rhetorik. Untersuchungen zum Wandel der Rhetoriktheorie im 17. und 18. Jahrhundert. Tübingen 2004 (= Frühe Neuzeit, 91).

Urban, Astrid: Kunst der Kritik. Die Gattungsgeschichte der Rezension von der Spätaufklärung bis zur Romantik. Heidelberg 2004 (= Jenaer germanistische Forschungen; N.F., 18).

Wendorff, Ingrid: Herders Klopstockrezeption im Lichte seiner frühen Kunsttheorie. Diss. Hamburg 1990.

 

 

Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer