Stadt, Land, Fluss: Stadt, Land, Fluss: Ökotoxikologie im Ökotoxikologie im urbanen Raum
Städte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und gehen von kleinräumig wechselnden Standortbedingungen bis hin zu verschiedensten Möglichkeiten der Einwanderung und Ausbreitung von Arten entlang der Verkehrsachsen zu Luft, Land und Wasser. Gleichzeitig sind urbane Lebensräume aber im besonderen Maße durch Luftschadstoffe, Altlasten und anthropogene Schadstoffe geprägt. Der hohe Versiegelungsgrad, verbunden mit innerstädtischen Wärmeinseln und geradlinig (um-)gestalteten Gewässern tragen zu einer eigenen urbanen Charakteristik bei.
Im Zentrum der kommenden SETAC-GLB Tagung steht daher folgerichtig ökotoxikologische Forschung im Spannungsfeld des urbanen Raums. Hierzu zählt auch die Konfrontation von Organismen mit Schadstoffen und weiteren Stressoren, wie z.B. Krankheitserregern. Ein Thema, das bei Menschen im urbanen Raum schon lange intensiv untersucht wird (z.B. Pseudokrupp), im Rahmen der klassischen ökotoxikologischen Forschung häufig aber wenig Beachtung findet. Neben diesem Fokus werden natürlich auch weitere ökotoxikologisch wichtige Themen behandelt.
Vom 23. bis 26. September 2013 findet an der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, die Jahrestagung der SETAC-GLB statt, die von der Aquatischen Ökologie, Fakultät für Biologie und dem Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) organisiert wird. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein Hauptanliegen. Ferner wird eine CO2-neutrale Durchführung der gesamten Veranstaltung angestrebt.
KuLaRuhr Werkstatt – Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand
Filmbericht zur Veranstaltung
Zur Halbzeit des Verbundvorhabens KuLaRuhr haben sich die Planern/innen, Projektträgern und Wissenschaftlern/innen des Forschungsvorhabens KuLaRuhr gemeinsam mit den Akteuren und Nutzern aus der Region getroffen, um die Nachhaltigkeit des Emscher Landschaftsparks (ELP) genauer zu beleuchten. Insgesamt nahmen mehr als 110 Personen an dem eintägigen Workshop am 1.Feb. 2013 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen teil.
Sehen Sie sich die TV Dokumentation dazu an.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der KuLaRuhr Webseite.
Tagung
Urbane Biodiversität – regionale, nationale und internationale Aspekte
26.-27.3.2013 in Essen
Nur wenige Eingeweihte wissen: Städte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Standortbedingungen wechseln kleinräumig, Verkehrsachsen bilden Wanderkorridore, Verkehrsmittel fördern die Einwanderung und die Ausbreitung von Arten. Städte sind damit sehr dynamische Lebensräume; ständig entstehen neue Lebensgemeinschaften oder sogar neue Arten.
Wie kaum ein anderer Ballungsraum in Deutschland steht das Ruhrgebiet für das Thema „urbane Biodiversität“. Ausgelöst durch Wirtschaftskrisen seit den 1960er Jahren entstanden im Ruhrgebiet Industriebrachen von über 10.000 ha. Die Emscher, für 100 Jahre ein Synonym für einen Schmutzwasserlauf, wird heute aufwändig renaturiert.
National wie international findet das Thema „Urbane Biodiversität“ vermehrt Aufmerksamkeit. Die Tagung „Urbane Biodiversität – regionale, nationale und internationale Aspekte“ ermöglichte einen Austausch über neue Forschungsergebnisse und Strategien. Drei Themen standen im Vordergrund: Neobiota, Brachflächen und urbane Gewässer. In Vorträgen und Workshops wurdenneue Aspekte präsentiert und diskutiert, und ein Positionspapiers zur urbanen Biodiversität erarbeitet.
Die Tagung wurde von 150 Teilnehmer(innen) aus Behörden und Planungsbüros, Naturschutzverbänden, Biologischen Stationen sowie aus Forschungseinrichtungen und Universitäten besucht.
Delegation der Aquatischen Ökologie zu Besuch in Ägypten
Im Rahmen des IWaTec-Projektes haben sich Prof. Dr. Bernd Sures, Dr. Daniel Grabner und Christian Selbach an einer Winterschule in Fayoum, Ägypten mit Vorträgen zu Parasiten und deren Wechselwirkungen mit Schadstoffen beteiligt. Thematisch knüpften die Vorträge an die von der Aquatischen Ökologie betreuten und von zwei ägyptischen Studentinnen durchgeführten Projekte in IWaTec an. Nach fünf Monaten in unserer Abteilung waren die Studentinnen Anfang Februar in die Heimat zurückgekehrt. Die Ergebnisse der erfolgreichen Projekte wurden während des internationalen SUSWATEC-Workshops in Kairo vorgestellt. Bei dem Besuch in Fayoum traf die Delegation neben den Studentinnen auch die Kollegen der Fayoum University, die auf ägyptischer Seite die Projekte betreuten. Der Parasitologe Prof. Dr. Abdel Hammed A. Sabry, der gleichzeitig Präsident der Universität ist, begrüßte die Kollegen mit einem Empfang und überreichte Prof. Dr. Sures das offizielle Siegel der Fayoum University. Die Partner kamen darin überein, ihre Aktivitäten im Rahmen größerer Projekte weiter auszubauen.
Hydrobiologia - Water Bodies in Europe - integrative systems to assess ecological status and recovery
A new special issue in the journal "Hydrobiologia" appeared in March 2013, entitled "Water Bodies in Europe - integrative systems to assess ecological status and recovery". It summarises the results of the EU-funded project WISER, which was coordinated by Daniel Hering and Christian Feld from the Department of Aquatic Ecology. The special issue includes 31 peer-reviewed papers, addressing the assessment and restoration of lakes, coastal and transitional waters, and rivers in Europe. For lakes and coastal/transitional waters individual papers address new assessment systems using phytoplankton, macrophytes, benthic invertebrates and fish. For all ecosystem types the effects of restoration measures are addressed. The results are based on the analysis of a huge data source, covering different organism groups and ecosystem types in almost all European ecoregions. A special focus is on uncertainty in bioassessment methods.
Entwicklung eines Realisierungskonzepts für die Nutzung von Anlagen des Steinkohlebergbaus als unterirdische Pumpspeicherwerke
Der Ausbau der Kapazität regenerativer Energien und deren verstärkte Integration in die Energieversorgung Deutschlands ist aktuell eine vorrangige Aufgabe der Energiepolitik. Aufgrund des fluktuierenden Stromangebots der erneuerbaren Energien stellen Speichertechnologien einen wichtigen Bestandteil der benötigten Infrastruktur dar. Bis heute existieren keine ausgereiften Konzepte um das Problem der Stromspeicherung flächendeckend zu lösen. Da eine Kombination aus verschiedenen Speichertechnologien wahrscheinlich sein wird, ist zu erwarten, dass auch Pumpspeicherwerke ihren Beitrag zur Energiewende leisten werden.
Das Vorhaben soll prüfen, in wie weit sich die umfangreiche untertägige Infrastruktur des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet als Standort für ein Pumpspeicherwerk eignet. Für die Bearbeitung der Vielzahl an Fragestellungen wurde ein breit aufgestelltes und interdisziplinäres Forscherteam zusammengestellt.
Dazu arbeitet eine Forschergruppe, von fünf Lehrstühlen der Universität Duisburg-Essen, drei Lehrstühlen der Ruhr-Universität Bochum, dem Bergbaubetreiber RAG Aktiengesellschaft, dem Bergbaudienstleister DMT und dem RISP, einem An-Institut der Universität Duisburg-Essen, zusammen.
Die Abteilung Aquatische Ökologie wird sich in dem Projekt mit den möglichen Auswirkungen der Pumpspeicher auf die Ökologie der Oberflächengewässer und des Grundwassers beschäftigen.
Bewertung erheblich veränderter Fließgewässer in Deutschland
Über 50 % der Fließgewässer in Deutschland sind als erheblich veränderte Wasserkörper (HMWB) ausgewiesen, weil sie den vielfältigen Nutzungen des Menschen wie Schifffahrt, Hochwasserschutz oder Wasserkraft dienen. HMWB sollen das „gute ökologische Potential“ erreichen, d. h. eine möglichst ungestörte biologische Besiedlung unter Beibehaltung der jeweiligen Nutzung aufweisen. Bislang gab es kein bundesweit einheitliches Bewertungsverfahren für diese Wasserkörper. Ein jetzt in der Fachzeitschrift Wasser und Abfall erschienener Artikel stellt Grundlagen und Anwendung eines von unserer Abteilung und dem Planungsbüro Koenzen (www.planungsbuero-koenzen.de) entwickelten Verfahrens vor.
Mehr als 50% der Grund- und Oberflächengewässer in Europa erreichen den guten ökologischen Zustand nicht. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Zustandsbericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark. Die Autoren der Studie werteten dazu die Flussgebietsberichte von 23 der insgesamt 27 Mitgliedsstaaten der EU aus, die bis Ende 2009 erstellt wurden. Betrachtet wurden insgesamt 140.000 Wasserkörper, davon allein 127.000 in Oberflächengewässern (Flüsse, Seen, Küsten- und Übergangsgewässer).
Die Ergebnisse geben Anlaß zur Sorge: Mehr als die Hälfte der betrachteten Wasserkörper erreichen das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie nicht. Die Gründe hierfür sind vielfältig, liegen aber vor allem in der weiterhin starken Nährstoffzufuhr aus diffusen Quellen begründet, insbesondere aus der Landwirtschaft. Dabei sind Flüsse und Übergangsgewässer stärker beeinträchtigt als Seen und Küstengewässer, insbesondere in Zentral- und Westeuropa. Neben der Eutrophierung trägt die hydromorphologische Überformung zum defizitären Zustand in 40% der Flüsse und Übergangsgewässer und in 30% der Seen bei.
Erhöhte Niederschlagsmengen in Siedlungsgebieten werden durch sog. Regenüberläufe in Bäche und Flüsse eingeleitet. Diese punktuellen Emissionen können die Lebensgemeinschaften der Gewässer aufgrund ihrer hydraulischen und stofflichen Belastungswirkungen beeinträchtigen. In einer von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (www.dwa.de) geförderten Studie werden derzeit in Kooperation mit dem Ruhrverband (www.ruhrverband.de) biologische Grenzwerte für die Überwachung betroffener Wasserkörper ermittelt. Die Arbeit schafft die Grundlagen für konkrete Bewertungen vor Ort, welche Regenüberläufe ein Erreichen des guten ökologischen Zustands im Wasserkörper gefährden.
Europäischer Aal und Anguillicola crassus
Neues DFG-Projekt
Invasionspotential und Adaptionsfähigkeit des parasitischen Neozoen Anguillicola crassus
Die Abteilung Aquatische Ökologie untersucht im Rahmen eines neuen DFG-Projekts den aus Asien stammenden Schwimmblasenparasiten Anguillicola crassus und seinen Wirtsfisch, den Aal.
Seit Anfang der 1980er Jahre verbreitet sich der Parasit, von Asien ausgehend, weltweit und hat sich damit zu einem der wichtigsten Fischparasiten entwickelt. Durch die blutsaugende Ernährungsweise des Wurmes kommt es zu einer Schädigung der Aalschwimmblase beim Europäischen Aal (Anguilla anguilla). Dies führt zum einen zu wirtschaftlichen Verlusten in Aalmastbetrieben, zum anderen könnte es aber auch den Aal daran hindern sein etwa 5000 km entferntes Laichgebiet in der Sargassosee zu erreichen.
Im Vordergrund des Projekts stehen Untersuchungen zum Ausbreitungspotential des Parasiten sowie zu seinen Fähigkeiten, sich an neue Wirte anzupassen. Vergleichende Studien zwischen den nahe verwandten Arten Anguillicola novaezelandiae und A. crassus in verschiedenen Aalarten werden durchgeführt. Dieses Projekt wird zu einem besseren Verständnis des Ausbreitungserfolgs von A. crassus beitragen.