Herzlich willkommen bei der Literaturwissenschaft der Duisburg-Essener Germanistik

Bei uns können Sie deutschsprachige Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart studieren. In Essen betreiben wir Literaturwissenschaft immer zugleich als Kulturwissenschaft; die literaturgeschichtlichen Schwerpunkte unserer Forschung und Lehre liegen auf der Literatur und Kultur der Barockzeit, auf den Modernitätsschwellen 1800 / 1900, der Literatur des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne. Durch Lehrprojekte und Exkursionen widmen wir uns besonders der Gegenwartsliteratur.
Innerhalb der Literatur- und Kulturwissenschaft können Sie an der Universität Duisburg-Essen den Studiengang Literatur und Medienpraxis (LuM) belegen, der sich besonders mit praktischen Fragen der Literaturvermittlung beschäftigt.

Auf diesen Seiten informieren wir Sie über das inhaltliche und theoretische Profil der germanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft in Duisburg-Essen sowie über die Personen, die das Fach in Forschung und Lehre vertreten. Sie finden Hinweise auf Termine und besondere Veranstaltungen und können sich ein Bild unserer Lehr- und Internetprojekte machen.

Pile of Books in Prague Library, copyright by Callum Scott, 2008

 

Aktuelle Informationen

30.5.2012 Literaturwissenschaftliches Kolloquium, 18-20h, Raum R12 S03 H20:
Dr. Claude Conter (Luxemburg): Guy Helminger - Autorschaft2 im deutsch-luxemburgischen Literaturbetrieb

Der in Luxemburg geborene und in Köln lebende Schriftsteller Guy Helminger ist 2012 zu Gast als poet in residence an der Universität Duisburg-Essen. Kennzeichnend für den 2004 mit dem 3sat-Preis bei den Klagenfurter Tagen der deutschsprachigen Literatur ausgezeichneten Autor ist, dass er im deutschen und Luxemburger Literaturbetrieb zugleich präsent ist, wodurch Fragen nach der Konzeptionalisierung von Autorschaft aufgeworfen werden. Dabei interessieren insbesondere die Bedingungen der Professionalisierung des Schriftstellers, die Rezeptions- und Wirkungsweisen von Literatur in unterschiedlich konfigurierten Literaturfeldern sowie die Habitus-, Selbstinszenierungs- und Reputationsmechanismen.

Johannes F. Lehmann: Im Abgrund der Wut. Zur Kultur- und Literaturgeschichte des Zorns

(Freiburg im Br.: Rombach Litterae 2012)

Seit den Anfängen der abendländischen Kultur- und Literaturgeschichte sind Zorn und Wut zentrale Motive literarischer Texte. Zugleich sind sie Gegenstand intensiver theoretischer Reflexionen in verschiedensten Feldern des Wissens. Das Buch führt beide Aspekte in diskursgeschichtlicher Perspektive zusammen: Ausgehend von den antiken Voraussetzungen (von Homers Ilias bis Senecas De ira) stellt es den epochalen Umbruch in der Codierung des Zorns an der Schwelle zur Moderne ins Zentrum. War der Zorn Jahrhunderte lang als Wunsch nach Rache aufgrund gekränkter Ehre oder verletzten Rechts definiert worden, wird er seit Ende des 18. Jahrhunderts unter der neuen Kategorie des Gefühls (und mehr und mehr unter dem Namen Wut ) mit Begriffen von Energie und Widerstand beschrieben: als Gefühl einer »Beeinträchtigung unseres eigenen Ich's« (Burdach). Während von der Antike bis zur Neuzeit der Zorn Ehre und Recht verteidigt, bewacht die moderne Wut: das Leben, das Begehren und das Glück. Die Studie untersucht anhand von Diskursen und Texten vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert sowohl die theoretischen Folgen und Weiterentwicklungen dieses Umbruchs als auch die Konsequenzen für das Erzählen von Zorn und Wut.

Corinna Schlicht & Eva Marsch (Hg.): Von Geschichten, die ausziehen, das Leben zu erkunden. Einblicke in Julia Francks Erzählwelten. Mit einem Interview mit Julia Frank.

(Duisburg: UVRR 2012)

Dieser Sammelband versteht sich als Einladung Julia Franck zu lesen und den Textwelten nachzuspüren, die die Berliner Autorin in ihren Romanen und Erzählungen entwirft: Sie erinnert an den Zweiten Weltkrieg und die DDR, erzählt von gescheiterten Familien oder großen Lieben und heimlichen Gelüsten. Immer fokussiert sie dabei die Innenwelten ihrer Figuren, deren Begehrensstrukturen und Ängste sowie die psychosozialen Bedingungen, unter denen die Menschen leben. Dieser Band stellt alle Romanen und Erzählungen vor und bietet nebeneiner ausführlichen Bibliographie Einzelartikel zu Julia Francks Veröffentlichungen, die jeweils eine kurze inhaltliche Skizze, den Forschungsstand und das Presseecho sowie eine strukturelle Analyse mit einer Deutungshypothese enthalten. In einem Interview kommt die Autorin selbst zuWort.

Hofmannthal. Jahrbuch zur Europäischen Moderne, Band 19 (2011), hg. von Gerhard Neumann, Ursula Renner, Günther Schnitzler und Gotthard Wunberg im Romach Verlag, Freiburg i. Br.

Das Hofmannsthal-Jahrbuch ist das weltweit wichtigste Organ der Hofmannsthal-Forschung. Darüber hinaus enthält es Beiträge namhafter Wissenschaftler zur europäischen Kultur der Moderne.

Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe:

  • Hofmannsthals »Worte zum Gedächtnis Molières« und zwei unveröffentlichte Briefe an Anton Wildgans. Mitgeteilt von Nora M. Güse.
  • Ein Nachmittag in Muzot. Carl Jacob Burckhardt und François Franzoni zu Besuch bei Rainer Maria Rilke. Mitgeteilt von Gerd von der Gönna.
  • Norbert Christian Wolf: Ordnungsutopie oder Welttheaterschwindel? Hofmannsthals Salzburger Festspielkonzepte in ihrem kultur- und ideologiegeschichtlichen Kontext.
  • Eva Blome: ›Schweigen und tanzen‹. Hysterie und Sprachskepsis in Hofmannsthals Chandos-Brief und »Elektra«.
  • Marie Wokalek: Die »Cur« des Abenteurers im Medium des komischen Spiels. Zu Hugo von Hofmannsthals Lustspielen »Der Schwierige« und »Der Unbestechliche«.
  • Ursula Renner: »Jetzt aber war der Mensch auch ein Tier geworden«. Verwandlungsgeschichten um 1900.

Thomas Ernst und  Dieter Heimböckel (Hg.): Verortungen der Interkulturalität. Die Europäischen Kulturhauptstädte Luxemburg und die Großregion (2007), das Ruhrgebiet (2010) und Istanbul (2010)

(Bielefeld: transcript, 2012).

Die Initiative der ›Europäischen Kulturhauptstadt‹ soll dazu beitragen, interkulturelle Prozesse auf städtischer, nationaler und europäischer Ebene zu reflektieren und zu fördern. Mit diesem Anspruch gehen jedoch zahlreiche gesellschaftliche, räumliche, kulturelle und ästhetische Probleme einher, die nicht immer befriedigend zu lösen sind.
Der daraus entstehenden Gemengelage von Europa und Regionalität, Identität und Pluralität, Kommerz und Kunst widmet sich dieser Sammelband aus einer interdisziplinären Perspektive. Er vergleicht erstmals exemplarisch die Kulturhauptstadtjahre in Luxemburg und der Großregion (2007), im Ruhrgebiet (2010) und in Istanbul (2010) und stellt dabei Interkulturalität als raum- und kulturübergreifendes Phänomen kontrastiv ins Zentrum der Analysen.

Bernadette Malinowski, Jörg Wesche und Doren Wohlleben (Hg.): Fragen an die Sphinx. Kulturhermeneutik einer Chimäre zwischen Mythos und Wissenschaft

(Heidelberg: Winter, 2011).

Sphinx , ein Mischwesen zwischen Mensch und Tier, versinnbildlicht wie kaum ein anderes Fabelwesen die Chancen und Gefahren menschlicher Grenzüberschreitung. Die Faszinationskraft dieser fast fünftausend Jahre alten Chimäre oszilliert zwischen Diesseits und Jenseits, Eros und Thanatos, Intellekt und Einbildungskraft, verführerischer Kunst und vernichtender Gewalt. Die Sphinx-Figur in ihren künstlerisch-literarischen Metamorphosen, ihren metasymbolischen und metamythologischen Implikationen auszuleuchten und in ihrem ästhetischen, epistemologischen und ethischen Provokationspotential zu entdecken, setzt sich der Band zum Ziel. Dabei wird der Sphinx-Mythos als kulturhermeneutisches Modell erstmals in seiner komparatistisch-interdisziplinären Breite erschlossen (u.a. mit Beiträgen aus der Ägyptologie, Literatur- und Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychiatrie).

Corinna Schlicht (Hg.): Stimmen der Gegenwart. Beiträge zu Literatur, Film und Theater seit den 1990er Jahren

(Oberhausen: Karl Maria Laufen, 2011)

Aus dem Inhalt: 

  • Eva MarschKörperliche Welterfahrung in der Prosa Julia Francks.
  • Nina KaiserAneinander Scheitern und Wachsen: Familienbilder in den Filmen Caroline Links
  • Thomas StachelhausNiemand hat die Absicht, eine Mauer einzureißen: Über gestörte Kommunikation, (Meta-)Diskussionen und die Irrwege des Erwachsenwerdens in Sven Regeners Herr Lehmann-Trilogie
  • Heinz SchumacherZur Anatomie gegenwärtiger Liebesverhältnisse. Beobachtungen zu den Romanen und zu einigen Erzählungen von Peter Stamm
  • Corinna SchlichtVon Juden, Nazis und dem Führer. Die Auseinandersetzung mit dem Jüdischsein und der Shoah in den Filmen Dani Levys
  • Jan WittmannMit Recht spielt man nicht! – Rechtsdiskurse bei Juli Zeh
  • Fabian WolbringRalf Rothmanns metaphysischer Realismus
  • Carolin JohnDomina, Fashion-Victim und Zöpfchen-Mädel. Warum Elfriede Jelinek so viele Kopien von sich fertigt – und die Frage nach dem Original sinnlos ist

Exkursion zum Bachmann-Preis 2012 nach Klagenfurt

Auch in diesem Jahr reist Prof. Ursula Renner-Henke mit TeilnehmerInnen eines Seminars nach Klagenfurt zur Beobachtung und Einübung literarischer Urteilsbildung.

 

 

 

 

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