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Quality of Instruction in Physics Education (QuIP)
„Quality of Instruction in Physics Education – comparing instruction in Finnland, Germany and Switzerland"  
 
Forschungsanliegen  
Internationale Vergleichsstudien wie TIMSS oder PISA haben gezeigt, dass die Leistungen deutscher Schüler im internationalen Vergleich hinter den Erwartungen zurückbleiben, während Länder wie Finnland oder die Schweiz diesen eher gerecht zu werden scheinen (Beaton et al. 1996, OECD 2001, 2004). Untersuchungen der Oberflächenstruktur des Unterrichts, wie sie im Rahmen von TIMSS-Video (Baumert et al. 1997, Stigler & Hiebert 1997) und deren Wiederholung 1999 (Hiebert et al. 2003) durchgeführt wurden, konnten bisher zwar deutliche Unterschiede in der Art und Weise, wie Unterricht in den einzelnen Ländern durchgeführt wird, jedoch keinen Zusammenhang zu Unterschieden in der Schülerleistung feststellen.  
 
Ziel des vom BMBF finanzierten Projekts QuIP ist es, diese Lücke zu schließen, indem neben der Oberflächenstruktur (z.B. der tatsächlichen Unterrichtszeit oder der Mediennutzung) von Unterricht ebenfalls die Tiefenstruktur des Unterrichts („der rote Faden“) analysiert wird. Auf Grundlage dieser Analyse werden spezifische Muster identifiziert und in Zusammenhang zur Schülerleistung gesetzt. Aus dem internationalen Vergleich werden Erkenntnisse darüber erwartet, warum Unterricht insbesondere in Finnland zu deutlich höheren Schülerleistungen führt.  
 
 
Methoden und Auswertungen  
In jedem Land wird der Physikunterricht von bis zu 60 Klassen aufgezeichnet, wobei alle Schulformen einbezogen werden, da in Finnland keine äußere Differenzierung in der 9. Klasse stattfindet. Um die Vergleichbarkeit der Videoaufnahmen sicherzustellen, werden Rahmen und Inhalt der zu filmenden Unterrichtsstunden festgelegt: Eine Einführungsstunde zur elektrischen Energie.  
Die Oberflächenstruktur des Unterrichts wird nieder-inferent kodiert, hierzu verwenden wir das Kategoriensystem aus BIQUA (Seidel et al. 2004). Die Tiefenstruktur des Unterrichts wird hoch-inferent kodiert, hierzu verwenden wir Eigenentwicklungen - z B. aus dem Projekt Professionswissen (Trendel et al. 2007). Mit diesem Kategoriesystem aufbauend auf den Basismodellen (Oser & Patry 1990) sollen die spezifischen Muster des Unterrichts („der rote Faden“) identifiziert und zwischen den Ländern verglichen werden.  
Die Schüler werden bezüglich ihrer Motivation und weiterer selbstbezogener Variablen und die Lehrer bezüglich ihres Professionswissens befragt.  
Die schriftlichen und videobasierten Daten werden auf der Grundlage eines Angebot-Nutzungs-Modells nach Lipowski (2005) ausgewertet und mit den in einem spezifisch entwickelten Kompetenztest erhobenen Leistungen der Schüler in Beziehung gesetzt. Dabei werden Rahmenbedingungen wie die Gestaltung des Bildungssystems, aber auch der sozio-ökonomische Status der Eltern mitberücksichtigt.  
 
Datenlage und Ergebnisse  
Die Arbeiten haben in Deutschland im Februar 2007 mit der Entwicklung des Kompetenztests begonnen. In Finnland ist das Projekt unter Leitung von Prof. Jouni Viiri an der Universität Jyväskylä ebenfalls bereits angelaufen. Im Juni 2007 beginnt das Projekt in der Schweiz an der PH Bern. Projektpartner dort ist Prof. Dr. Peter Labudde.
Professionswissen in den Naturwissenschaften (ProWiN)
An dem Projekt „Lab of Tomorrow“ der europäischen Union sind Teilnehmer aus Österreich, Italien, Großbritannien, Griechenland und Deutschland mit dem Ziel beteiligt, Erkenntnisse der naturwissenschaftsdidaktischen Lehr-/Lernforschung mit Innovationen aus Bereichen der Technik zu kombinieren. Lernprozesse sollen nicht nur auf den Klassenraum beschränkt bleiben, sondern durch eine möglichst vielseitige Verknüpfung von naturwissenschaftlichen Phänomenen mit alltäglichen
Erfahrungen der Lernenden umfassender, angelehnt an das „scientific literacy“ Konzept von PISA, betrachtet werden. Die von den Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Sekundarstufe II durchgeführten Experimente im Bereich der Mechanik basieren auf einer elektronischen Erfassung der Messwerte und auf kleineren, programmierbaren computergestützten Einheiten, sog. „Axions“ (new technology, NT). Diese Axions werden in Kleidungsstücken oder Spielgeräten eingesetzt und erfassen dort Messwerte, die mittels Funk an eine Basisstation übertragen werden. Die Kommunikation der Schülerinnen und Schüler wird durch eine besondere Aufgabenstellung sowohl innerhalb der Schulgruppe als auch im internationalen Austausch gefördert. Das Projekt wird im Rahmen des Schwerpunktprogramms der EU „School of Tomorrow“ mit dem Ziel durchgeführt vielfältigere und umfassendere Lernangebote zu gestalten und zu evaluieren.  
Als Leiter des fachdidaktischen Teils des LOT hat Dr. Rüdiger Tiemann die Zusammenarbeit mit den Schulen inhaltlich geleitet und koordiniert, das Training der Lehrerinnen und Lehrer gestaltet und durchgeführt und den Erfolg des Projekts evaluiert.  
Auch dieses Projekt wäre ohne Unterstützung durch Schulen nicht möglich gewesen: Wir bedanken uns insbesondere bei Thomas Daub und Dennis Draxler (Phoenix Gymnasium Dortmund) sowie Uli Möllenkamp und Udo Wlotzka (Helene Lange Gymnasium Dortmund) für ihre Mitarbeit.
Seite zuletzt bearbeitet am: 10.02.2010 Alle Inhalte © AG Fischer, soweit nicht anderweitig bezeichnet.