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Unterrichtsgestaltung und Lernerfolg
Die Studie „Unterrichtsgestaltung und Lernerfolg im Physikunterricht“ exploriert (im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Bildungsqualität“) Gestaltungsaspekte von Physikunterricht der gymnasialen Jahrgangsstufen 8 und 9 über einen Zeitraum von 3 Halbjahren exemplarisch in sechs Schulklassen und erhebt gleichzeitig die Schülerleistungen und Schülereinstellungen, um Aussagen über die Lernwirksamkeit des Unterrichts zu erhalten. Auf der Lehrerebene werden ausgewählte handlungsleitende Vorstellungen der Lehrer erfasst, um Hypothesen über die Entstehung des Unterrichts aufzustellen. Diesem Mehrebenenansatz wird ein Unterrichtsmodell zu Grunde gelegt, das die Tiefenstrukturen und Oberflächenmerkmale als unterscheidbare Untersuchungsebenen des Unterrichts auffasst; sie stellen eine ursächliche Verbindung zwischen den Untersuchungsebenen Lehrer und Schüler her. Auf allen diesen Ebenen werden Daten wie Leistungstests, Einstellungstests und Videokodierungen erfasst, die im Sinne einer kumulativen Validierung miteinander verknüpft werden.  
 
Die Schülerleistungen der Gesamtstichprobe entsprechen dem mittleren Leistungsniveau deutscher Gymnasien (verglichen mit den TIMSS-Ergebnissen von 1995). Die Kodierung der Oberflächenmerkmale des Unterrichts lässt für die untersuchten Schulklassen zwei Typen der Unterrichtsgestaltung erkennen, die benannt werden als „lehrerzentrierte Instruktion mit Demonstrationsexperimenten“ und „schülerorientierte Erarbeitung mit experimenteller Gruppenarbeit“. Die Unterrichtstypen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des unterschiedlichen Grades an „Schülerorientierung“. Im Leistungsvergleich schneiden diejenigen Klassen erfolgreicher ab, deren Unterrichtsführung sich durch einen höheren Grad an Schülerorientierung auszeichnet. Die Daten der Tiefenstrukturkodierung lassen dagegen keine so klare und noch weniger eine leistungsrelevante Unterscheidung verschiedener Unterrichtstypen zu. Die Tiefenstruktur stellt sich als „faktenorientiert“ und „handlungsorientiert“ dar. Die Nutzung der für naturwissenschaftlichen Unterricht relevanten Lehrziele und auch der korrespondierenden
Inhaltshandlungen bleibt in einer auffallend geringen Bandbreite; hier sticht besonders die unerwartet geringe Relevanz der Lehrziele „Problemlösen“ und „Konzeptwechsel“ hervor, die damit im Widerspruch zu fachdidaktischen Ansprüchen an die Unterrichtsführung und zu den erklärten Zielen der beteiligten Lehrer steht. Dr. Thomas Reyer hat sowohl die Untersuchung geplant und durchgeführt als auch die Arbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern an den beteiligten Schulen koordiniert.  
Wir bedanken uns insbesondere bei Hans Erdbrügger und Rolf Podzielny (Phoenix Gymnsaium Dortmund) sowie Axel Bongardt, Rainer Deeken, Uli Möllenkamp und Udo Wlotzka und (Helene Lange Gymnasium Dortmund) für die Unterstützung.
Seite zuletzt bearbeitet am: 14.07.2008 Alle Inhalte © AG Fischer, soweit nicht anderweitig bezeichnet.