Erste Erkenntnisse über einen Zusammenhang gaspermeabler Störungszonen und bevorzugter Siedlungsplätze hügelbauender Ameisen in Skandinavien und Italien

Waldameisen auf tektonischen Störungen

Geländebefunde von Südeuropa bis Nord-Skandinavien belegen, dass es eine starke Affinität hügelbauender Waldameisen zu gaspermeablen, rezent aktiven tektonischen Störungszonen gibt (s. auch Schreiber et al. 2008). Die Zusammenhänge, bzw. die eigentliche Ursache ist noch nicht geklärt. Aber es gibt erste Hinweise, dass aufsteigenden Gase aus Störungszonen, die in der kalten Jahreszeit sehr kleinräumig eine Temperaturerhöhung im Boden bewirken, eine bedeutende Rolle spielen. Eine extreme Sensibilität für geringste Temperaturerhöhungen des Untergrundes konnte bei Formica polyctena in einer Laufarena bereits nachgewiesen werden (Dr. Stefan Hetz, Humboldt-Universität Berlin). In sehr trockenen Jahren bieten die Hohlräume der Störungen im oberflächennahen Bereich Kondensationsfeuchtigkeit, die von den Ameisen genutzt werden kann.

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Rheinisches Schiefergebirge -Tektonik, Vulkanismus, Hydrogeologie

Die junge Tektonik des Rheinischen Schiefergebirges ist durch rezente Hebung und rezent aktive Störungszonen gekennzeichnet. Diese rezenten bis subrezenten Erscheinungen sind das Resultat des Zentraleuropäischen Riftsystems. Die dadurch hervorgerufene V-Förmige Öffnung der Niederrheinischen Bucht führt zu einer Rotation des östlichen Rheinischen Schiefergebirges.

Erste Untersuchungen von 2003 und 2004 im Ahrtal und Westerwald führten zum Ergebnis, dass dieses postulierte rezent aktive Störungssystem, mit senkrecht die Erdkruste durchschlagenden Seitenverschiebungen bzw. Blattverschiebungen dort und vermutlich in weiten Teilen des Rheinischen Schiefergebirges angetroffen werden kann. Dieses Störungssystem aus wahrscheinlich seit dem Mesozoikum immer wieder reaktivierten Störungen ist verbreitet durch intensive Quarzbildung und Erzvergesellschaftungen gekennzeichnet. Durch die tektonische Beanspruchung sind die Störungen teilweise gaspermeabel, so dass Gase aus der Erdkruste zur Oberfläche gelangen können.

Ziel des in verschiedene Schwerpunkte aufgeteilten Projekts ist es das junge, komplexe Störungssystem zu erfassen um z.B. Erkenntnisse der rezenten tektonischen Aktivität zu erlangen.

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