Die grundlegende Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien für praktisch alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft erfordert von Informatikerinnen und Informatikern zunehmend ein anwendungsorientiertes, ganzheitliches Verständnis der vielfältigen, keineswegs nur technischen Fragestellungen, die mit informatischen Svstemen heute verbunden sind. Informatikanwendungen müssen immer stärker vom Anwendungskontext und vom Produkt her "gedacht" werden, wobei wirtschaftliche, psvchologische und soziale Aspekte eine erhebliche Rolle spielen. Die Abteilung Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaften trägt diesen Entwicklungen durch eine konsequente Ausrichtung auf eine moderne, anwendungsorientierte Informatik und eine interdisziplinäre Organisationsform Rechnung.

Die Forschungsschwerpunkte der Abteilung liegen in den Bereichen Ingenieur- und Medieninformatik mit einer angewandten Ausrichtung sowie in psychologischen Fragen neuer Medien und Mensch-Technik-Interaktion.
Ein fächerübergreifendes Leitthema stellt die Gestaltung und Entwicklung interaktiver Svsteme und Medien dar, in dem alle Kompetenzen von formalen, modellbildenden Methoden über fortgeschrittene Softwaretechnologien bis hin zu experimentellen und evaluierenden Untersuchungen der Mensch-Technik-Interaktion synergetisch genutzt werden können.
Das Spektrum in der Medieninformatik reicht von Svstemen für die Informationsrecherche und –exploration/intelligentes Information Retrieval über kooperative Systeme/Social Computing, multimodale Mensch-Computer-Interaktion und Mensch-Roboter-Kooperation, intelligente Lehr-/Lernsysteme, Sprachtechnologie, adaptive Web-Anwendungen bis hin zum Wissensmanagement.
Der Bereich Ingenieurinformatik ist auf die Felder des Entwurfs, der Implementierung und der Bewertung intelligenter Systeme mit informations- und kommunikationstechnischem, mechatronischem oder medizinischem Anwendungskontext, auf die Entwicklung verteilter und eingebetteter Systeme sowie wissenschaftliches Rechnen ausgerichtet. Darüber hinaus verbinden sich informatische und kognitionswissenschaftliche Fragen auch in Forschungsthemen wie dem computerbasierten Sehen und Neuronalen Techniken.

Die Abteilungsstruktur umfasst neben zwölf Informatiklehrstühlen auch drei Lehrstühle der Psvchologie. Diese interdisziplinäre Struktur unterstützt die synergetische Zusammenarbeit in Forschung und Lehre und nimmt in dieser Form eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.

Die Abteilung Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft bietet jeweils drei akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge an: Angewandte Informatik (Schwerpunkte: Ingenieur- oder Medieninformatik, Beginn: Winter- und Sommersemester), Angewandte Kognitions und Medienwissenschaft, kurz Komedia (Schwerpunkt: Gestaltung, Entwicklung und Einsatz digitaler Medien) und Computer Engineering (im Rahmen des fakultätsweiten Programms International Studies in Engineering (ISE) stärker technisch ausgerichtet).