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17.02.2026 - 15:00:00

Nachbericht zum 16. DIALOGistik-Netzwerkfrühstück

Internationale Fachkräfte für Logistik und Verkehr: Regionale Potenziale strategisch nutzen

Unter dem Motto „Grenzen überwinden – Talente international rekrutieren“ veranstaltete das Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit der DIALOGistik Duisburg das 16. DIALOGistik-Netzwerkfrühstück. Eingeladen hatten Güldilek Köylüoglu Alabas, ZLV-Mitglied, und Katja von Loringhoven, duisport, die zugleich die DIALOGistik leiten. Seit mittlerweile 14 Jahren betreibt das Logistiknetzwerk erfolgreiche Netzwerkarbeit und aktive Standortstärkung für die Logistikregion Duisburg. Die Veranstaltung unterstreicht einmal mehr diesen langfristigen Schulterschluss von Wissenschaft, Wirtschaft und regionalen Akteur:innen.

Logistikstudium als internationales Rekrutierungsfeld

In ihrer Einführung betonte insbesondere Güldilek Köylüoglu Alabas, dass internationales Recruiting nicht erst im Ausland beginnt, sondern bereits erfolgreich am Hochschulstandort stattfindet. Die Logistikstudiengänge der Universität Duisburg-Essen sind international stark sichtbar und verzeichnen seit Jahren hohe Einschreibezahlen. Aktuell sind über 700 Studierende im Logistik-Master eingeschrieben – aus mehr als 30 Ländern, mehr als 90 Prozent davon international.

Damit verfügt die Region über ein außergewöhnlich starkes Talentpotenzial im Bereich Logistik und Supply Chain Management. Die zentrale Herausforderung liegt weniger im Gewinnen als im Halten dieser Talente und im erfolgreichen Übergang vom Studium in die regionale Wirtschaft. Gerade in einer global vernetzten Branche wie Logistik und Verkehr sind internationale Kompetenzen, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Erfahrung ein strategischer Wettbewerbsvorteil.

Wissenschaftliche Einordnung: Mobilität und Bleibeperspektiven

Einen fundierten Rahmen lieferte Caner Aver vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI), einem An-Institut der Universität Duisburg-Essen. Er zeigte, wie eng soziale und räumliche Mobilität miteinander verknüpft sind und welche Faktoren darüber entscheiden, ob internationale Fachkräfte langfristig bleiben oder weiterziehen. Sein Fazit: Integration ist eine strategische Führungsaufgabe und muss insbesondere in den ersten Monaten strukturiert begleitet werden.

Praxisimpulse aus Unternehmen und Projekten

Alexander Wohlfahrt (avitea GmbH) verdeutlichte aus Unternehmenssicht, dass Recruiting heute als „Beziehungsmarkt“ verstanden werden muss. Erfolgreiche Integration internationaler Auszubildender erfordert strukturiertes Onboarding, Sprachförderung und soziale Begleitung – vom ersten Kontakt bis zur langfristigen Bindung.

Martin J. Wilde (Jakob-Christian-Adam-Stiftung) stellte mit „Ghana2Germany“ einen kooperativen Rekrutierungsansatz vor, der durch gezielte Vorbereitung, Praktika und Peer-Support nachhaltige Matches zwischen Betrieben und Nachwuchskräften ermöglicht.

Auch die Duisburger Hafen AG brachte ihre Perspektive ein. Catherine Bergermann berichtete über konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Von erfolgreichen Rekrutierungsmodellen bis hin zu neuen Integrationsmaßnahmen, die ab 2026 weiter ausgebaut werden sollen. Deutlich wurde: Internationale Fachkräftesicherung gelingt dort besonders gut, wo Unternehmen strategisch, langfristig und regional vernetzt handeln.

ZLV als Brücke zwischen Studium, Wirtschaft und Region

Für das ZLV ist klar: Fachkräftesicherung in Logistik und Verkehr ist ein strukturelles Zukunftsthema für die Region. Als wissenschaftliche Plattform bringt das ZLV Forschung, Unternehmen und internationale Talente gezielt zusammen und stärkt den Übergang vom Studium in die Praxis. In enger Zusammenarbeit mit duisport innerhalb der DIALOGistik trägt das Zentrum so aktiv zur nachhaltigen Entwicklung des Logistikstandorts Duisburg bei.

Hier noch weitere Eindrücke von der Veranstaltung:

https://www.uni-due.de/imperia/md/images/zlv/dialogistik-netzwerkfruehstueck-februar26-iii.jpg
(Bild oben: Begrüßung durch Güldilek Köylüoglu Alabas und Katja von Loringhoven, Bild unten: kleines Warm-up zu Beginn)

https://www.uni-due.de/imperia/md/images/zlv/dialogistik-netzwerkfruehstueck-februar26-ii.jpg
(Bild oben: Vortrag von Caner Aver vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung der UDE), Bild unten: Vortrag von Martin J. Wilde von der Jakob-Christian-Adam-Stiftung)