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15.10.2026 - 14:30:00

Wie Wasserstraßen die Logistik nachhaltiger machen können

Die letzte Meile per Boot

Wie lassen sich Wasserstraßen für umweltfreundliche Lieferungen zwischen Stadt und Land nutzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das europäische Projekt WISTAR (Waterways for Green Inland Sustainable Transport and Rural Businesses). Dr. Melissa Szymiczek, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZLV-Lehrstuhl für Technische Logistik, koordinierte das Projekt und untersuchte gemeinsam mit den Projektpartner:innen, wie sich Binnenwasserstraßen für die Versorgung ländlicher und städtischer Regionen einsetzen lassen.

Im Mittelpunkt standen flexible Logistikkonzepte, die kleinere Gütermengen über Wasser transportieren und die letzte Strecke bis zum Ziel mit geeigneten Verkehrsmitteln zurücklegen. Beispiele aus den Projektregionen zeigen, wie sich solche Ansätze praktisch umsetzen lassen: In der Normandie transportieren teilautonome Katamarane Fisch entlang eines Kanals zu einem Übergabepunkt, von dem aus Lastenräder die Lieferung an Restaurants übernehmen. In Belgien wurden unter anderem Baustoffe in Brüssel und Bio-Lebensmittel in Gent über Wasserstraßen befördert.

Die Machbarkeitsstudie für das Ruhrgebiet wurde im Herbst 2025 abgeschlossen. Weitere Arbeiten sollen klären, unter welchen Bedingungen sich solche Konzepte auf den westdeutschen Kanälen wirtschaftlich und ökologisch umsetzen lassen. Dazu zählen die Planung geeigneter Umschlagpunkte, die Entwicklung von Geschäftsmodellen und die Bewertung möglicher CO?-Einsparungen gegenüber dem Straßengüterverkehr.

Das Interview mit Dr. Melissa Szymiczek zum Projekt und zu den Perspektiven der „letzten Meile per Boot“ erschien in der Fachzeitschrift Schifffahrt und Technik, Ausgabe 1/2026.

Zum Interview: https://www.uni-due.de/imperia/md/content/zlv/sut-2026-die-letzte-meile-per-boot.pdf

(Bild: wistar.nweurope.eu)