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04.07.2017 - 11:28:11

Netzwerk DIALOGistik

Lebenslanges Lernen ist essentiell für den Logistiker der Zukunft

Mehr als 50 Gäste besuchten die vom DIALOGistik Duisburg e.V. gemeinschaftlich mit den Young Logs der Niederrheinischen IHK sowie der Logistikinitiative Niederrhein organisierte Veranstaltung „Arbeitswelt Logistik 4.0“, die am 20. Juni 2017 im Casino Bliersheim in Duisburg-Rheinhausen stattfand. Teil des Veranstaltungsnetzwerkes bildete das Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV).



Durch ausgewählte Vorträge als auch in einer abschließende Podiumsdiskussion erschufen die Organisatoren der Veranstaltung „Arbeitswelt Logistik 4.0“ am 20. Juni 2017 in Duisburg einen Begegnungsort, um sich über Stand der Wissenschaft und Praxis einer sich verändernde Arbeitsumgebung in der Logistikbranche auszutauschen. Das Veranstaltungskonsortium bildeten der DIALOGistik Duisburg e.V. zusammen mit den Young Logs der Niederrheinischen IHK sowie der Logistikinitiative Niederrhein. Das Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen (UDE) unterstützte, als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis in der Logistik, die Programmgestaltung und -umsetzung. Doch welche Themen rückten während der Veranstaltung in den Fokus? Eine Zusammenfassung.

Thema Digitalisierung in der Logistik – Trends und Innovationen
Carsten Bieker, Vorstandsmitglied des DIALOGistik Duisburg e.V. sowie Geschäftsführer der edv-Anwendungsberatung zühlke & bieker gmbh, ging in seinem Vortrag u.a. auf die drei Phasen der Digitalisierung ein. So finde zunächst eine Konversion statt, d.h. bestehende Abläufe und Prozesse werden von der analogen in eine digitale Form überführt, wie beispielsweise ein IT-basiertes, papierloses Dokumentenmanagementsystem. Daran schließt die Phase der Transformation an, in der die Informations- und Kommunikationstechnologie neue Datennutzungen erlaubt, wie z. B. beim Cross-Selling. Erst im nächsten Schritt erfolgt die sogenannte Disruption, bei der bestehende Geschäftsmodelle auf den Kopf gestellt und neue Ideen entwickelt werden, so dass eine neue Wertschöpfung entstehen kann. Bieker empfahl, ein Modell des „digitalen Leaderships“ in den Unternehmen zu leben, welches das Potenzial der Mitarbeiter hebt und mithilfe der diversen digitalen Werkzeuge eine „Wir-Ökonomie“ schafft.

Thema Digitalisierung bei Haniel
Dirk Müller, CIO beim Family-Equity-Unternehmen Franz Haniel & Cie GmbH und zugleich CEO von Haniels Digital-Einheit Schacht One GmbH, berichtete in seiner Präsentation, die mit dem Titel „Daten statt Kohle – Ein Einblick in die Digitalstrategie des Traditionsunternehmens Haniel“ überschrieben war, über die Gründung der „digitalen Werkbank“ Schacht One auf Zeche Zollverein. Mit dem Ziel, Innovationen und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, hat Haniel Schacht One im April 2016 gegründet. Müller zeigte auf, wie das Prinzip einer eigenständigen Digital Unit funktioniert und gab Einblicke in die Innovationsarbeit des Traditionsunternehmens. Am konkreten Projektbeispiel stellte er den kompletten Innovationszyklus bei der Entwicklung von digitalem Neugeschäft dar: Von der Identifikation der „Pain Points“ des Kunden über die Ideengenerierung bis hin zur Entwicklung eines Minimum Viable Products. Außerdem betonte Müller die Bedeutung eines „digital Mindset“ bei Schacht One im Gegensatz zu klassischen Konzernstrukturen, wie z.B. ein flexibler Arbeitsplatz mit flexibler Arbeitszeitgestaltung, eine starke Kundenzentrierung, schnelle Entscheidungsprozesse sowie eine abwechslungsreiche, zukunftsfähige Tätigkeit, welches für Talente im digitalen Bereich entscheidend sei.

Thema Arbeit 4.0 gestalten
Senior Prof. Dr. Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen führte aus, dass die Digitalisierung nicht von heute auf morgen erfolge, sondern kontinuierlich in Arbeitsprozesse integriert werde. Die Folgen der Digitalisierung seien gestaltbar und werden sich von Land zu Land unterscheiden. Deutschland habe sehr gute Voraussetzungen für die Umsetzung von Industrie 4.0 durch die hochwertige Ausbildung seiner Arbeitskräfte auf allen Ebenen, die hohe Arbeitszeitflexibilität und die kooperativen industriellen Beziehungen. Die Qualifikationsanforderungen stiegen durch die Digitalisierung an, selbst für einfache Arbeit, in der einfache Muskelarbeit durch einfache Kommunikationsarbeit ersetzt wird. Am unteren Ende der Qualifikationshierarchie habe Deutschland die größten Probleme durch eine zu hohe Anzahl von jungen Leuten ohne Schul- oder Berufsabschluss.

Schlussbetrachtungen
In der anschließenden von Prof. Dr. Thomas Hanke, Vorstandsmitglied des DIALOGistik Duisburg e.V. sowie stellvertretender Direktor des Instituts für Logistik- und Dienstleistungsmanagement an der FOM, moderierten Podiumsdiskussion erörterte Christian Riedl, Senior Operations Manager bei der Amazon Fulfillment Germany GmbH, dass eine selbstverständliche lebenslange Weiterbildung den Logistiker der Zukunft ausmacht. Die emotionale Mitnahme der Mitarbeiter, aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber, in das Zukunftswissen ihrer Belegschaft zu investieren, seien unerlässlich für den Erfolg bei der Umsetzung der Digitalisierung. Einfach anfangen, auch wenn es nur in kleinen Schritten ist, aus Fehlern lernen und mit Spaß bei der Arbeit sein – so kann man das Fazit der Veranstaltung zusammenfassen.
Abschließend wies Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK, auf den am 1. Februar 2018 stattfindenden Digitalkongress der IHK hin.

Foto:
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(von links nach rechts) Prof. Dr. T. Hanke (FOM), G. Köyluoglu (ZLV), Dr. A. Kortenjann (IHK), D. Müller (Haniel), Prof. Dr. G. Bosch (UDE), C. Riedl (Amazon), C. Bieker (Zühlke & Bieker); Quelle: Ullrich Sorbe

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Vorstandsmitglied des DIALOGistik Duisburg e.V. sowie Geschäftsführer der edv-Anwendungsberatung zühlke & bieker gmbh Carsten Bieker erklärt dem Publikum die drei Phasen der Digitalisierung in der Arbeitswelt; Quelle: Ullrich Sorbe