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24.12.2017 - 11:55:35

Deutsch-chinesischer Austausch zur Initiative „One Belt, One Road“

Duisburger Logistikstudierende erforschen Chinas neue Seidenstraße

Drei UDE-Studierende der Technischen Logistik besuchten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „One Belt, One Road“ das Reich der Mitte. Neben dem Besuch von Logistiksymposien in Wuhan, Changchun und Jilin standen auch Unternehmensbesuche und kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm. Der Austausch wurde vom Lehrstuhl für Technische Logistik (TUL) der Universität Duisburg-Essen organisiert, der dem Netzwerk des Zentrums für Logistik und Verkehr (ZLV) angehört.



Mitte November bereisten die drei Studierenden Hauke Iwersen, Markus Schädle und Matti Vogt, allesamt eingeschrieben im Masterstudiengang „Technische Logistik“ der Universität Duisburg-Essen, die Volksrepublik China und nahmen an einer Veranstaltungsreihe zur Initiative „One Belt, One Road“ teil.

Die Initiative „One Belt, One Road“, die im deutschen Sprachraum als „Neue Seidenstraße“ bezeichnet wird, wurde von der chinesischen Regierung ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Handelsbeziehungen zwischen Europa und China über den Land- und Seeweg zu verstärken. Das Ruhrgebiet und insbesondere der Standort Duisburg stellen dabei einen wichtigen Knotenpunkt dieser neuen Verbindungen dar.

Die mehrtägige Veranstaltungsreise über verschiedene Industriestandorten Chinas hinweg diente dem wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austausch und der Entwicklung und Ausarbeitung von Ideen für konkrete Projekte und Investitionen im Rahmen der Neuen Seidenstraße und dauerte insgesamt zwei Wochen an. Teilnehmer der Veranstaltungsreihe waren Unternehmensvertreter, Wissenschaftler und Studierende aus Tschechien, der Bundesrepublik und dem Gastgeberland China. Im Fokus standen Themen und Projektansätze aus den Bereichen Logistik & Infrastruktur, Produktion & Fertigung und Industrie 4.0 & Technologie.

Die Studierenden besuchten die Veranstaltungsreihe im Rahmen einer Fallstudie unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Bernd Noche und Herrn Cyril Alias vom Lehrstuhl für Transportsysteme und -logistik (TUL). Zentrale Zielsetzung aus Duisburger Sicht war das Kennenlernen geeigneter Forschungs- und Kooperationsideen sowie die Platzierung eigener Wünsche und Anforderungen aus der Perspektive der Metropolregion Rhein-Ruhr.

Vor Ort gewannen die Studierenden viele interessante Einblicke in aufkommende industrielle Knotenpunkte Chinas: „Für uns war es eine interessante Erfahrung das Verbundprojekt aus erster Hand kennenzulernen. Als angehende Logistiker konnten wir einen Einblick in die Logistikachsen und -zentren der Zukunft erhalten, etwa die Bildung von Logistikclustern und ihre langfristig ausgelegte Versorgung durch eine effektive Infrastruktur“, betont Logistik-Student Hauke Iwersen. Etwa beim Thema Industrie 4.0 gewannen die Studierenden interessante Einsichten: So schickt sich die Stadt Wuhan an, das Silicon Valley Chinas zu werden. Im Zuge dessen siedeln sich vermehrt High-Tech-Unternehmen aus aller Welt in der neu geschaffenen Freihandelszone „Optics Valley“ an. „Wir haben in Wuhan außerdem die Möglichkeit gehabt, eine moderne Produktionsstätte von einem global bekannten Unternehmen wie Lenovo zu besichtigen“, fügt Teilnehmer der Exkursion Matti Vogt hinzu. Die Stadt Changchun fokussiert sich im Gegensatz zu Wuhan auf die Automobilindustrie und hat sich damit zur zweitgrößten Autostadt in China etabliert. Changchun
sieht sich selbst als chinesisches Pendant zum ehemaligen Automobilmekka Detroit. Namhafte Hersteller aus aller Welt siedeln sich bereits seit Längerem in der Stadt im Nordosten von China an und schaffen somit ein produktives und stimulierendes Industriecluster in Nordostchina.

Die Teilnehmer aus Europa besichtigten darüber hinaus die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt als wichtigste kulturelle Monumente des ehemaligen Kaiserreichs. Doch die Ausflüge stellten für die Studierenden nicht das eigentliche Highlight der Reise dar: „Rückblickend war die Reise insbesondere förderlich und interessant, weil wir die Möglichkeit nutzen konnten, China außerhalb von Touristen-Hotspots kennenzulernen, um so zu verstehen, was dieses große Land und die Menschen dort antreibt“, erklärt Teilnehmer Markus Schädle.

Auch der Lehrstuhl TUL schätzt die Gelegenheit des Kennenlernens. „Dass Duisburg und die Volksrepublik eine besondere Beziehung zueinander pflegen, zeigt sich nicht nur auf höchster politischer Ebene, etwa wenn der chinesische Staatspräsident regelmäßig nach Duisburg kommt, sondern auch anhand der vielen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Regionen und nicht zuletzt auch ganz konkret an den vielen chinesischen Studierenden in unserem Studiengang“, zeigt sich Prof. Noche hocherfreut über die Erfahrungen und Erkenntnisse seiner Studierenden. „Wir möchten zudem sondieren, welche Kooperationsangebote vielversprechend erscheinen“, fügte Cyril Alias hinzu.

Fotos:
Besuch bei Lenovo
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/zlv/studienreise_one_belt__one_road_-_foto_1.jpg
Besuch im „Optics Valley“
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Ausflug zur Chinesischen Mauer:
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Weitere Informationen:
Lehrstuhl für Transportsysteme und -logistik:
http://www.uni-due.de/tul

Prof. Dr.-Ing. Bernd Noche, Tel. 0203/379 2785, bernd.noche@uni-due.de
Cyril Alias M. Sc., Tel. 0203/379 2615, cyril.alias@uni-due.de