Forschungsreise nach Argentinien

© Susanne Zepp-Zwirner

Forschungsreise nach Argentinien Eine vergessene Stimme sichtbar machen: Forschungsreise von EkfG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Susanne Zepp Zwirner zu Matilde Alba Swann

EKfG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Susanne Zepp-Zwirner, Professorin für spanische und hispanoamerikanische Literaturwissenschaft, reiste im Rahmen eines Forschungsaufenthalts nach Argentinien, um sich der Autorin Matilde Alba Swann zu widmen, die trotz ihrer außergewöhnlichen Bedeutung heute weitgehend aus dem literarischen Gedächtnis verschwunden ist.

Die argentinisch-jüdische Dichterin, Juristin und Journalistin, die 1992 für den Literaturnobelpreis nominiert wurde, verbindet in ihrem Werk auf besondere Weise literarisches Schreiben mit einem tiefen Engagement für Menschenrechte. Gerade diese Verbindung macht sie aus heutiger Perspektive besonders interessant – und zugleich wirft ihre weitgehende Unsichtbarkeit Fragen nach Kanonbildung und Erinnerungskultur auf.

Im Zentrum der Reise stand die erstmalige wissenschaftliche Sichtung des bislang unerschlossenen Familienarchivs in La Plata. Als erste Forscherin erhielt Prof. Dr.  Susanne Zepp-Zwirner Zugang zu dem über Jahrzehnte privat aufbewahrten Nachlass. Rund 2.500 Dokumente –darunter Manuskripte, Briefe, juristische Akten und Fotografien – konnten erfasst und dokumentiert werden. Sie eröffnen neue Einblicke in das Werk Swanns und zeigen eindrücklich, wie eng ihre literarische und juristische Arbeit miteinander verbunden waren.

Im Mittelpunkt der weiteren Forschung steht Swanns Essay La poesía del derecho. Darin entwickelt sie die Idee, dass sich juristisches Denken und poetische Sprache nicht ausschließen, sondern gemeinsam zur Verteidigung von Rechten beitragen können. Dieser Ansatz durchbricht klassische Gegenüberstellungen von „engagierter“ und „autonomer“ Literatur und eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Recht und Schreiben.

Die Forschungsreise wurde anteilig von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert und ist Teil eines größeren Projekts, das eine Monographie sowie den Aufbau eines digitalen Repositoriums vorsieht.
Ziel ist es, das Werk von Matilde Alba Swann langfristig zugänglich zu machen und ihre Stimme wieder stärker in wissenschaftliche und literarische Diskurse einzubringen.

Während ihres Aufenthalts stellte Zepp-Zwirner ihr Projekt an der Universidad Nacional de La Plata vor und führte Gespräche mit verschiedenen Institutionen zur Vertiefung deutsch-argentinischer Forschungskooperationen.
Auch die argentinische Zeitung El Día berichtete über die Reise.

© Susanne Zepp-Zwirner