Scooping workshop: Next Generation Gender Studies
Scooping Workshop Next Generation Gender Studies
Wie sieht die Zukunft der Geschlechterforschung insbesondere für Early Career Forschende aus? Mit dieser Leitfrage beschäftigten sich rund 30 Wissenschaftler*innen sowie Akteur*innen aus Hochschulleitung, Wissenschaftsmanagement, Wissenschaftskommunikation und Forschungspolitik im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Scoping Workshops „Next Generation Gender Studies: Interdisziplinäre Zukunftsthemen und Forschungsnetzwerke für Early Career Forschende“.
Der dreitägige Workshop vom 1.-3. Juli 2026 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen in Hannover bot Raum für einen intensiven interdisziplinären Austausch über die Zukunft der Geschlechterforschung. Im Mittelpunkt standen nicht nur die Perspektiven von Early Career Forschenden, sondern auch die Frage, welchen Beitrag Geschlechterforschung zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher und wissenschaftspolitischer Herausforderungen leisten kann.
Die Diskussionen machten deutlich, dass Geschlechterforschung weit mehr ist als ein spezialisiertes Forschungsfeld. Sie eröffnet wichtige Perspektiven auf zentrale Zukunftsfragen und trägt dazu bei, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu analysieren und mitzugestalten. Im Workshop wurden unter anderem folgende Fragen und Themen diskutiert:
- Wie kann der Beitrag der Geschlechterforschung zur Stärkung von Demokratie gesichert, gestärkt und sichtbarer gemacht werden?
- Welchen Beitrag kann Geschlechterforschung zu technologischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Megatrends leisten?
- Warum sollten sicherheitspolitische Fragestellungen sowie Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz geschlechterreflektierte Perspektiven konsequent einbeziehen?
- Welche Vorstellungen von Exzellenz, wissenschaftlichen Karrieren und Forschungsförderung braucht ein zukunftsfähiges Wissenschaftssystem?
- Wie lassen sich dialogische Beziehungen und strategische Allianzen innerhalb der Wissenschaft sowie mit Politik, Medien und Gesellschaft stärken?
- Welche institutionellen Voraussetzungen braucht ein dialogorientierter Wissenstransfer, der als Ko-Produktion zwischen Wissenschaft und gesellschaftlichen Akteur*innen verstanden wird?
Ein zentrales Ergebnis des Workshops war die gemeinsame Überzeugung, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit, solidarische Netzwerke und der kontinuierliche Dialog innerhalb und außerhalb der Wissenschaft gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung unverzichtbar sind. Die intensive Zusammenarbeit der Teilnehmenden zeigte eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial entsteht, wenn unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammengeführt und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Der Workshop wurde von Dr. Maren A. Jochimsen, Dr. Lara Altenstädter, und Prof. Dr. Anke Hinney konzipiert und organisiert. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch eine Förderung der VolkswagenStiftung. Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihre fachliche Expertise und ihre Bereitschaft, den Workshop zu einem produktiven und solidarischen Arbeitsraum zu machen. Darüber hinaus haben Michelle Tindale, Dr. Luisa Rajcsanyi und Madiha Sarferaz ganz wesentlich zum Veranstaltungserfolg beigetragen, auch ihnen gebührt daher besonderer Dank.
Die Ergebnisse des Workshops werden in einem gemeinsamen Positionspapier zusammengeführt.