Universität DuE mit autonomen medizinischen Assistenzroboter auf der MEDICA 2011

Der demografische Wandel in Deutschland und dessen Folgen werden seit einigen Jahren von Politik und Gesellschaft stark diskutiert. Dabei stehen zwei Entwicklungstendenzen oftmals im Fokus der Betrachtungen. Gepaart mit der Erhöhung der allgemeinen Lebenserwartung zum Einen und dem anteiligen Rückgang von Geburten zum Anderen ist von einer Alterung der Bevölkerung auszugehen. In diesem Zusammenhang wird häufig der Altenquotient als Maßzahl verwendet, der die Bevölkerungsgruppe ab dem 65. Lebensjahr mit der erwerbsfähigen Altersgruppe in ein Verhältnis setzt. Die Kommission zur Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beziffert diesen Faktor für das Jahr 2000 mit 24,2% und auf das Jahr 2040 auf 52,6%. Statistiken belegen, dass heute fast jede zweite Frau und jeder vierte Mann das 85. Lebensjahr erreicht, vor 100 Jahren waren es nur fünf bzw. drei Prozent.

Um die Herausforderungen des demographischen Wandels meistern zu können, muss möglichst vielen Menschen bis ins hohe Alter ein Leben in ihrem vertrauten Umfeld ermöglicht werden. So betonte es NRW-Ministerin Barbara Steffens in Gelsenkirchen bei der Fachtagung „Hier bin ich zu Haus! – Konzepte der Quartiersentwicklung für individuelle Lebensformen im Alter“ im Oktober 2011. Das wünscht sich ebenfalls die große Mehrheit der Deutschen, die im Alter selbständig in den eigenen vier Wänden leben möchte. Die repräsentative Studie des F.A.Z.-Instituts, die im Auftrag der Deutschen Telekom durchgeführt wurde, belegt die Aussage. Danach wollen acht von zehn Befragten über 45 zuhause alt werden. In der Altersgruppe ab 70 Jahren ist dieser Anteil mit 90 Prozent sogar noch höher.

Dieses Wunschdenken stellt Politik und Gesellschaft vor neuen Herausforderungen, da bereits heute etwa 30.000 Pflegekräfte fehlen und demnach die Qualität der Altenpflege sehr massiv bedroht ist. Die Zahl der Pflegebedürftigen soll sich bis zum Jahr 2050 fast verdoppeln. Neben der Zuwanderung von Pflegekräften gibt es eine Vielzahl von Vorschlägen und Initiativen, die bereits heute den Pflegenotstand der Zukunft kompensieren sollen. Eine Maßnahme kann darin bestehen, eine neue Technologie so anzuwenden, dass sie im Pflegebereich dauerhaft und vermehrt Einzug hält. Assistenzsysteme sind beispielsweise technologische Neuerungen, die intelligente Kommunikationstechnologien im Alltag so platzieren, dass sowohl eine intuitive Unterstützung ermöglicht wird, als auch aktiv auf Hilfsbedürftigkeit agiert wird.

Die Universität Duisburg – Essen hat in einem Kooperationsprojekt der Lehrstühle Mechanik und Robotik, Mechatronik und Fertigungstechnik für diesen Zweck einen Assistenzroboter entwickelt, der im alltäglichen Umfeld betagter Menschen zum Einsatz kommt. Der omnidirektionale Roboter FACE DETECTION ROBOT FOR OMNIDIRECTIONAL MOTION IN REALISTIC ENVIRONMENT (FAROMIR) ist mit Lithium-Polymer-Akkumulatoren ausgestattet und funktioniert daher autonom und unabhängig von Tageszeiten.

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