Personen im Historischen Institut: Kyra Palberg

Historisches Institut, DFG-GK 1919
Anschrift
Universitätsstraße 12
45117 Essen
Raum
R09 S03 B96

Funktionen

  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in, Geschichte

Aktuelle Veranstaltungen

Keine aktuellen Veranstaltungen.

Vergangene Veranstaltungen (max. 10)

 Wissenschaftlicher Werdegang 

 

  • Ab Juni 2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Graduiertenkolleg 1919 "Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln" an der Universität Duisburg-Essen
  • April 2015 - Mai 2016: Wissenschaftliche Hilfskraft Literatur und Medienpraxis, Universität Duisburg-Essen
  • Oktober 2013 - November 2015: Studium der Fächer „Literatur und Medienpraxis“ und „Geschichte“, Universität Duisburg-Essen,  Thema der Abschlussarbeit: "Die mediale Konstruktion von (nicht-)arbeitenden Subjekten in den Printmedien – Infografiken zur Arbeitslosigkeit im „Handelsblatt“ " (ausgezeichnet als beste Masterarbeit der Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen 2016)

  • April 2009 - September 2013: Studium der Fächer „Komparatistik“ und „Geschichte“, Ruhr-Universität Bochum, Abschluss: Bachelor of Arts

Dissertationsprojekt: Diskursivierungen von Arbeitslosigkeit

Die mediale Konstruktion von (nicht-)arbeitenden Subjekten in Infografiken

Die Entwicklung der medialen Darstellung von Arbeit seit den 1960er Jahren lässt sich als Geschichte der zunehmenden Subjektivierung von Arbeitsleistung und Produktivkraft ansehen. ArbeitnehmerInnen sollen ihre „persönlichen“ Fähigkeiten einbringen und ArbeitgeberInnen fordern individuelle Kompetenzen. Das Dissertationsprojekt stellt Infografiken in den Mittelpunkt der Betrachtung und erforscht, inwiefern der öffentliche Diskurs diese Subjektivierungsprozesse auch auf ‚nicht-arbeitende Subjekte‘ bezieht. Zu konstatieren ist nämlich eine auffällige Ambivalenz: Einerseits werden Arbeitslose vielfach als anonyme Masse dargestellt; andererseits erzeugt die Rede von „Chancengleichheit“ die Vorstellung, dass Arbeitslosigkeit immer ein Ergebnis subjektiver Fehlleistungen, Entscheidungen oder Disqualifikationen sei. Auf diese Weise erscheint Arbeitslosigkeit nicht als strukturelles, sondern als individuelles Problem. Parallel dazu wird die Angst vor Arbeitslosigkeit zum Frühwarnsystem für alle (noch) arbeitenden Subjekte. Gezeigt werden soll, auf welche Weise über die regelmäßige Veröffentlichung der Arbeitslosenstatistik in den bundesdeutschen Massenmedien, die Binär-Opposition Arbeit/Arbeitslosigkeit allererst konstruiert wird und welche Vorstellungen von Arbeit bzw. (nicht-)arbeitenden Subjekten in und mit Infografiken distribuiert und zur Weiterverwendung in zahlreichen gesellschaftlichen Diskussionen bereitgehalten werden. Die dabei verwendeten grafischen Darstellungsmittel, Symbole und Narrative werden stets in ihrer Historizität analysiert. Anhand der Untersuchung von Infografiken und ihren Begleittexten soll gezeigt werden, dass – so die Hauptthese der Dissertation – die medialen Darstellungen von Arbeitslosigkeit an solchen Subjektivierungsprozessen orientiert sind, die die Verantwortung für Arbeitslosigkeit zunehmend auf das einzelne (nicht-)arbeitende Individuum hin verschieben.