Die vielen Facetten der Transnationalisierung von Arbeit

Seit zwei Jahren fördert der Profilschwerpunkt den Aufbau eines Forschungsschwerpunktes zum Thema „Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte“, in dessen Rahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UDE verschiedene Aspekte der Transnationalisierung von Arbeit erforschen. Mittlerweile haben die ersten beiden DFG-Projekte ihre Arbeit aufgenommen, die in diesem Rahmen entwickelt worden sind.

Drei Säulen der Forschung

Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, Phänomene der Transnationalisierung von Arbeit in dreierlei Hinsicht zu untersuchen: 1. mit Blick auf die grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitskräften, 2. unter dem Aspekt der Transnationalisierung von Produktionsstandorten und Arbeitsstätten und schließlich 3. bezogen auf die transnationale Mobilität von Arbeitstätigkeiten. Die bewilligten und die geplanten Einzelprojekte fokussieren jeweils auf einen der drei Themenschwerpunkte, behalten aber im Rahmen der projektübergreifendne Zusammenarbeit übergreifende Fragen wie etwa die. nach der Herausbildung von transnationalen Institutionen oder dem Fortbestand regional verschiedener Formen von Arbeit, im Blick.

Der entstehende Forschungsschwerpunkt profitiert davon, dass im Rahmen des Profilschwerpunktes „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ neben der Kompetenz in der Arbeits- und Arbeitsmarktforschung auch fundierte Erfahrungen mit regionalwissenschaftlicher und gesellschaftsvergleichender Forschung vorhanden. Dieses Wissen erstreckt sich über verschiedene Institute, Fakultäten und zentrale wissenschaftliche Einrichtungen. Insgesamt sind rund 15 Forscherinnen und Forscher der UDE involviert. Koordiniert wird der Forschungszusammenhang von Prof. Dr. Ingo Schulz-Schaeffer.

Transnationalisierung der Zeitarbeit

In einer ersten Runde der Antragsstellung hat die DFG zwei Einzelprojekte bewilligt, die mit insgesamt 700.000 EUR gefördert werden. Unter dem Titel „Grenzüberschreitende Arbeitnehmerüberlassung. Die Konstituierung von Märkten und transnationaler Regulierung im interregionalen Vergleich“ erforscht Prof. Karen Shire, PhD, die Entstehung transnationaler Zeitarbeitsmärkte vergleichend zwischen der Europäischen Union und Ostasien.

Transnationalisierung der Softwareentwicklung

Im dritten Schwerpunkt, der Verlagerung von Arbeitstätigkeiten, ist das Projekt von Prof. Schulz-Schaeffer angesiedelt: Unter dem Titel „Techniken und Praktiken der Zusammenarbeit in transnationalen Projekten der Softwareentwicklung“ erforscht er die Arbeitspraktiken in räumlich getrennten, technisch stark vorstrukturierten kollaborativen Tätgigkeiten. Die Entwicklung von Software ist hierfür exemplarisch.

2013 werden Projekte in allen drei oben genannten Säulen des gemeinsamen Forschungszusammenhangs Anträge auf Drittmittelförderung stellen und ihn damit noch stärker im Profilschwerpunkt „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ und der sozialwissenschaftlichen Forschung der UDE verankern.

 

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