"Migration in Metropolen: Sprachgebrauch und Spracheinstellung im Ruhrgebiet"

Ziel des interdisziplinär konzipierten Vorhabens ist es, die sprachlichen Mittel und kommunikativen Strategien sowie die Einstellungen von SprecherInnen in der Metropolregion Ruhrgebiet in Alltagssituationen zu untersuchen. Dies erfolgt aus drei einander ergänzenden Perspektiven: Der Interaktionalen Linguistik und Gesprächsanalyse (Schwerpunkt Wolfgang Imo), der Soziolinguistik und Einstellungsforschung (Schwerpunkt Evelyn Ziegler) und der Migrations- und Integrationsforschung (Schwerpunkt Haci-Halil Uslucan). Analysiert werden sollen in dem Projekt erstens Entwicklungstendenzen im alltäglichen Sprachgebrauch unterschiedlicher Sprechergruppen (SprecherInnen mit Deutsch als Erstsprache und SprecherInnen mit Türkisch oder Arabisch als Erstsprache) im Ruhrgebiet sowie Sprachkontaktphänomene im Sinne einer gegenseitigen Beeinflussung zwischen den regionalen, kolloquialen und ethnolektalen Varietäten. Zweitens sollen Veränderungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der wechselseitigen Beurteilung unterschiedlicher Sprechergruppen – hier sind natürlich vor allem die Migrantengruppen von Interesse – der Diskurs um Pegida zeigt die gesellschaftliche Relevanz dieses Themas – aufgedeckt werden. Mit der Analyse von zwei Zeitschnitten leistet das Projekt auch einen Beitrag zum Verständnis der Dynamik sprachlicher und kultureller Integration und Akkommodation.

Die Fördermittel werden für folgende projektvorbereitende Arbeiten eingesetzt: 

(1) Für die Vorbereitung des Projektantrags wird ein Testkorpus erhoben, auf dessen Grundlage hypothesenbildende Analysen formuliert werden. Das Testkorpus wird von zwei studentischen Hilfskräften aufgebaut, die stichprobenartig in mehreren Städten des Untersuchungsraumes im Ruhrgebiet (i) narrative Interviews und (ii) Gesprächsaufnahmen mit InformantInnen mit Erstsprache Türkisch und mit InformantInnen mit Erstsprache Arabisch durchführen, ethnografische Hintergrundinformationen sammeln, die Gesprächsdaten transkribieren und  Passagen mit Code-Switching (Wechsel zwischen Deutsch und Türkisch bzw. Deutsch und Arabisch) übersetzen.

(2) Für den 26. Oktober 2015 ist ein Workshop mit einschlägigen ExpertInnen zu den projektrelevanten Fragestellungen geplant. Ziel des Workshops ist es, Input zu den projektrelevanten theoretischen Grundlagen einzuholen und mögliche Risiken in der Durchführung der empirischen Projektteile zu identifizieren. Folgende TeilnehmerInnen nehmen am Workshop teil: Prof. Dr. Peter Gilles (Universität Luxemburg), Dr. Katharina König (WWU Münster), Dr. Erkan Özdil (TU Dortmund), Dr. Galina Putjata (WWU Münster),  Prof. Dr. Doris Tophinke (Universität Paderborn).

Zu den AntragsstellerInnen

Prof. Dr. Evelyn Ziegler ist Professorin für germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Soziolinguistik an der Universität Duisburg-Essen. > mehr

Prof. Dr. Wolfgang Imo ist Professor für germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Syntax an der Universität Duisburg-Essen. > mehr

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan ist Professor für Moderne Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen. > mehr