Laufende Projekte
Der Klimawandel ist heute schon omnipräsent. Die zunehmende Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse führen zu einer wachsenden Planungsunsicherheit und stellen die Infrastruktur vor neue Herausforderungen. Auch Bahnhöfe und Haltepunkte sind diesen Witterungsereignissen direkt ausgesetzt – ebenso wie die Menschen, Reisende und Beschäftigte, die sich dort aufhalten.
Klimaresiliente Bahnhöfe sind ein entscheidender Baustein für eine nachhaltige, sichere und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur der Zukunft. Klimaresilienz bedeutet, dass Bahnhöfe nicht nur widerstandsfähig gegenüber klimatischen Veränderungen sind, sondern auch in der Lage sind, ihre Funktion unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Als zentrale Knotenpunkte im öffentlichen Verkehr müssen sie eine hohe Verfügbarkeit für Millionen von Menschen gewährleisten.
Ein klimaangepasster Bahnhof ist die zentrale Voraussetzung für eine sichere und zukunftsfähige Nutzung des Schienenverkehrs. Doch die Realität zeigt: Viele Standorte in Deutschland sind noch nicht ausreichend vorbereitet, um Zugang und Aufenthalt in Gebäuden sowie an Bahnsteigen bei extremen Wetterlagen zuverlässig zu gewährleisten. Zudem fördern resiliente Bahnhöfe die Nutzung des ÖPNV, da sie verlässlich, sicher und attraktiv bleiben – ein entscheidender Faktor für die Verkehrswende.
Ziel
Angesichts der zunehmenden Frequenz und Intensität extremer Wetterereignisse stellt sich die Frage nach der Resilienz von Bahnhöfen als zentrale Knoten der Schieneninfrastruktur. Bisherige Forschungsarbeiten fokussieren sich häufig auf das Streckennetz; die spezifische Vulnerabilität von Bahnhofsbauten, Bahnsteigen sowie der sich dort aufhaltenden Akteure (Reisende, Beschäftigte) ist hingegen kaum untersucht.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Projektteam aus AtmoVera, der Universität Duisburg-Essen und Prognos die heutigen und zukünftigen Witterungseinflüsse, leitet daraus geeignete Klimaanpassungsmaßnahmen ab und bewertet sie hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit sowie der Investitions- und Betriebskosten.
Die Methodik gliedert sich in drei Schritte:
- Daten- und Literaturrecherche: Ziel ist die systematische Erfassung, Bewertung und Operationalisierung der relevanten Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Witterung, Klimawandel und deren Auswirkungen auf Bahnhöfe, einschließlich der Auswirkungen auf Reisende und Beschäftigte.
- Ermittlung von Anpassungsmaßnahmen: Die Anpassungsmaßnahmen werden in Form einer Verträglichkeitsanalyse auf potenzielle Anforderungs- bzw. Zielkonflikte im Bahnhofs- und Haltepunktbetrieb hin untersucht. Darüber hinaus wird durch Befragungen die Akzeptanz der Nutzenden untersucht. Begleitet werden die Analysen von Expert:innen-Interviews.
- Bewertung von Anpassungsmaßnahmen: Die Anpassungsmaßnahmen werden hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und ihrer Investitions- und Betriebskosten für unterschiedliche Klimaszenarien und Bahnhofstypen bewertet. Durch eine Multikriterienanalyse werden Kriterien wie bspw. Wirtschaftlichkeit, Risikoreduktion, Klimawirksamkeit und Akzeptanz berücksichtigt.
Ergebnisverwendung
Das Ziel dieses Projektes ist es, derzeitige und sich zukünftig durch den Klimawandel ändernde Witterungseinflüsse, die auf Bahnhöfe sowie Reisende und Beschäftigte in und an diesen wirken, näher zu untersuchen. Es werden Anpassungsmaßnahmen recherchiert, entwickelt, hinsichtlich Investitions- und Betriebskosten bewertet sowie in einer Handreichung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Die Ergebnisse werden genutzt, um die Resilienz von Bahnhöfen und Haltepunkten gegenüber verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen und für Reisende und Beschäftigte gesundheitsgefährdende Situationen zu vermeiden.



