Pressespiegel

Durch seinen Gewinn des Ingeborg Bachmann-Preises und des Publikumpreises 2008 wurde Tilman Rammstedt eine große Aufmerksamkeit zuteil. Die Lesung und anschließende Diskussion der Jury über den Auszug seines Romans Der Kaiser von China wurde von 3sat sogar aufgezeichnet und gesendet. Die Kritiken der Jurymitglieder sind außerdem in dem von Ijoma Mangold (selber Jurymitglied) herausgegebenen Buch Klagenfurter Texte. Die Besten 2008, nachzulesen.
Alle Juroren loben Rammstedts Humor als „brillant“, „virtuos“, „pfiffig“ oder auch „hochkomisch“ und betonen, wie gut dieser – gerade mündlich vorgetragen – funktioniere. Auch die Leichtigkeit, Unterhaltsamkeit und die „sehr, sehr schöne, elegante Sprache“ (Ursula März) des Romans werden lobend erwähnt, genauso wie die graphische Darstellung der Übermacht des Großvaters (Ijoma Mangold). Burkhard Spinnen kritisiert jedoch, der Roman sei aus nur bekannten Motiven zusammengesetzt. So wirke er wie ein „Operettenmedley“, das zwar wundervoll vorgetragen werde, aber eben trotzdem ein Medley sei.
Die breite Presse zitiert in ihren Artikeln jedoch durchweg die positive Kritik. So betitelt Spiegel Online Rammstedts Werk als „tragisch-komisch“, die FAZ es als „hochkomisch wie traurig und brillant“ und auch die Hamburger Morgenpost bezeichnet Der Kaiser von China als „traurig-komische Familiengeschichte“. In seiner Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bezeichnet Oliver Jungen Rammstedts „brachial komisch und tief humane[n]“ Roman als „eine Reise ins China des Herzens, wo die fröhliche Wiedergeburt regiert.“ Der ganze Roman sei „eine einzige Verbeugung vor der Metaphysik der Komik“.
Doch auch auf seine ersten beiden Werken gab es schon Reaktionen der Presse. Bei seinem Debüt Erledigungen vor der Feier ist die Rezension der Öffentlichkeit durchweg positiv. Der Literaturkritiker Jörg Magenau lobt Tilman Rammstedt, eine ganze Semiologie der Liebe zu entfalten und vergleicht seine Kurzprosa stilistisch mit Autoren wie Peter Bichsel oder Reinhard Lettau. Rammstedt könne es zwar noch nicht ganz mit diesen „Verknappungskünstlern“ aufnehmen, dazu seien seine Texte noch zu lang und zu selbstverliebt, dennoch preist er ihn als einen Autor, der das „Gewöhnliche in Literatur“ verwandelt, „die Lust auf mehr macht“ (zur Rezension).
Sein Roman Wir bleiben in der Nähe (2005) ist laut Stefan Mesch die kongeniale Weiterentwicklung Rammstedts Kurzprosa  und Jörg Sundermeier bezeichnet ihn als „schöne[n] Roman für die U-Bahn an verregneten Sommertagen.“
Rammstedts neustes Werk, Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters (2012), das Zeit Online als „umwerfend komischen Roman“ bezeichnet, ist ein Briefroman. In der Zeit Online erscheint eine regelrechte Lobeshymne auf ihn: „Wie sich hier im Roman ein Roman schreibt, wie sich die Erzählstränge treffen, verknoten, wieder lösen, und letzthin je nach Lesart zu zwei alternativen Enden führen, das ist mit viel Kunst gemacht. Natürlich inszeniert Rammstedt auch ein Spiel mit dem eigenen Schreibprozess. Allerdings auch eine knietiefe Verbeugung vor der Fantasie und der Literatur, deren Möglichkeiten er mit großem Spaß hintertreibt.“ Auch die FAZ zeigt sich begeistert. Gerade die Form „der Metaerzählung, die [den] Roman als seinen eigenen Entstehungsprozess beschreibt, ist zwar nicht neu - aber wie Rammstedt sie von neuem füllt, ist überaus schlau, häufig überraschend und manchmal zum Wegwerfen komisch.“

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