Kurzbeschreibung: Qualitative Studie zu den Erfahrungen von Patient*innen, Eltern und Therapeut*innen mit Home Treatment (HoT) als Alternative zur stationären Behandlung bei jugendlicher Anorexia Nervosa.

Hintergrund: Die erste weltweite randomisiert-kontrollierte Studie zu Home Treatment (HoT) bei jugendlicher Anorexia Nervosa wurde erfolgreich abgeschlossen (HoT – Home Treatment bei kindlicher und jugendlicher Anorexia nervosa (Pubertätsmagersucht) – G-BA Innovationsfonds) und zeigte positive Ergebnisse hinsichtlich Gewicht, Essstörungssymptomatik und Komorbiditäten. Die subjektiven Behandlungserfahrungen der Beteiligten – Patient*innen, Eltern und Therapeut*innen – wurden dabei bislang nicht erfasst, obwohl internationale Studien zeigen, dass gerade diese Perspektiven wichtige Hinweise auf Akzeptanz, erlebten Nutzen und Implementierungsbarrieren neuer Behandlungsformen liefern.

Ziel des Projekts: 
Multiperspektivische, qualitative Erfassung der Behandlungserfahrungen aller beteiligten Gruppen, um konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung und Implementierung von HoT abzuleiten und die Methode als evidenzbasierte Versorgungsform in der Leitlinie zu verankern.

Methode: 
Qualitative Interviewstudie mit halbstrukturierten Interviews, methodisch angelehnt an internationale Evaluationsstudien von AN-Behandlungen. Es werden drei Gruppen befragt: 10 Patient*innen, 10 Eltern und 15 Therapeut*innen. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert, pseudonymisiert und mittels reflexiver thematischer Analyse (Braun & Clarke, 2016) ausgewertet.

Kooperationspartner:
LWL-Universitätsklinik Hamm (Univ.-Prof. Dr. Tanja Legenbauer) · LVR-Klinik Bonn (Dr. med. Ulf Thiemann) · LVR-Klinik Viersen (Dr. med. Freia Hahn) · Universitätsklinikum Münster (PD Dr. med. Manuel Föcker) · Uniklinik RWTH Aachen, ehemalige HoT-Konsortialführung (Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann, Dr. med. Brigitte Dahmen)

Förderung:
Gefördert im Rahmen des DSM-ForschungsCall Anorexia 2026 der Deutschen Stiftung Magersucht (DSM).

Projektleitung & Kontakt:
Dr. Ingar Marie Zielinski-Gussen, M.Sc., PhD – Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin & Postdoktorandin, LVR-Universitätsklinik Essen

E-Mail: IngarMarie.Zielinski-Gussen@lvr.de