Attraktivität
Attraktivität
Physische Attraktivität ist eine entscheidende Determinante in der Personenwahrnehmung. Dabei nimmt das Gesicht mit seinen physiognomischen und nonverbalen Merkmalen eine zentrale Rolle ein. Das Forschungsfeld physische Attraktivität fokussiert auf die Interaktionen physiognomischer und nonverbaler Merkmale und deren Wirkung in unterschiedlichen Kontexten.
Zentrale Fragestellungen
Physische Attraktivität spielt im alltäglichen Leben eine entscheidende Rolle. Die Attraktivität eines Menschen kann maßgeblich dazu beitragen, ob man einen Menschen sympathisch findet, ob man sich einen Menschen als Partner vorstellen kann, ob man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird und vieles mehr.
So vielseitig die Wirkungskontexte physischer Attraktivität sind, so umfangreich gestaltet sich die Forschung. Eine zentrale Position nimmt dabei die Forschung von Dion und Kolleginnen (1972) ein, die als erste empirisch belegen konnten, dass attraktiven Personen sozial wünschenswerte Persönlichkeitseigenschaften zugeschrieben werden. Seither wurden diese Ergebnisse von verschiedenen Forschergruppen repliziert (z.B. Langlois et al., 2000).
Ein anderer Forschungszweig fokussiert wiederum die Frage, welche Eigenschaften attraktive Gesichter auszeichnen. Dabei können die physiognomischen Eigenschaften eines Gesichtes, die Frisur, die Hauttextur aber auch das nonverbale Verhalten eine Rolle spielen.
Cunningham (1986) konnte bereits zeigen, dass einige Gesichtsmerkmale mit der Attribution von Attraktivität einhergehen. Der Forscher konnte für weibliche Gesichter z.B. beobachten, dass je kürzer das Kinn in einem Gesicht, desto attraktiver wird dieses wahrgenommen. Unklar ist bis dato wie die verschiedenen Eigenschaften miteinander interagieren und auf welche Dimensionen neben der Attraktivität sie sich ebenfalls auswirken. Um diese Forschungslücke zu schließen, wurden bereits eine Dissertation und mehrere Bachelorarbeiten am Lehrstuhl angefertigt.
Erste Ergebnisse
Erste Ergebnisse im Rahmen der Erforschung physischer Attraktivität haben gezeigt, dass einzelne physiognomische als auch nonverbale Merkmale des Gesichtes Einfluss auf die Personenwahrnehmung haben. In Hinblick auf das physiognomische Merkmal Augen zeigt sich beispielsweise, dass Gesichter mit mittleren und großen Augen attraktiver und sozial kompetenter wahrgenommen werden als Gesichter mit kleinen Augen. Diese wiederum werden dominanter eingeschätzt. Für die nonverbale Komponente in Form eines Lächelns lassen sich ähnliche Ergebnisse beobachten. Zudem konnten erstmals Interaktionen zwischen den einzelnen Merkmalen gezeigt werden. So profitieren Gesichter mit bestimmten physiognomischen Merkmalen stärker davon, wenn sie lächeln als andere Gesichter. Neben diesen Ergebnissen stellen sich weitere Effekte in Abhängigkeit vom spezifischen Stimulusmaterial (z.B. Geschlecht und Darbietungsform) und der Versuchsperson (z.B. Geschlecht und Kultur) ein.
Aktuelle Bearbeiter_Innen
Publikationen
Sobieraj, S. (2012). What is virtually beautiful is good. Der Einfluss physiognomischer und nonverbaler Gesichtsmerkmale auf die Attribution von Attraktivität, sozialer Kompetenz und Dominanz. Dissertation, Universität Duisburg Essen.
