Tag der Lehre 2026 - Postersession
Nachfolgend finden Sie die Poster, die im Rahmen der Postersession „Lehr-Lern-Räume, Leben in der bUDE‘“ auf dem Tag der Lehre 2026 am 01.10.2026 an der Universität Duisburg-Essen präsentiert wurden.
Ausgezeichnete Tutorienarbeit
Im Rahmen des Tags der Lehre 2026 wurden drei Tutor:innen bzw. Tutor:innenteams für ihre Tutorienarbeit an der UDE ausgezeichnet. Die Tutor*innen und ihre Arbeit wurden im Rahmen der Postersession „Lehr-Lern-Räume ‚Leben in der bUDE‘“ vorgestellt.
Sena Arslan Buddy-Programm Lehramt – ein Tutorium alla „un-structured style“
Das Buddy-Programm Lehramt ist ein Angebot des Projekts talents4teachers/teachers4ta- lents, das an das Zentrum für Lehrkräftebildung angedockt ist. Ziel des Programms ist, Erst- semesterstudierenden des Lehramts den Einstieg ins Studium zu erleichtern und dass sie somit an der Uni leichter Anschluss finden können. Lehramt-Erstis werden in kleinen Grup- pen von einer/m Lehramtsstudierenden im höheren Semester unterstützt und begleitet. Durch dieses freiwillige Angebot haben Mentees im ersten Semester eine feste Ansprechper- son für Fragen aller Art. Um sich auf die Rolle vorbereiten zu können, gibt es neben dem ob- ligatorischen Workshop verschiedene Möglichkeiten sich weiterzubilden, sich und seine Ar- beit zu reflektieren und neue Methoden kennenzulernen, die für die ehrenamtliche Tätigkeit als Buddy definitiv hilfreich sein können. Ein wöchentlich stattfindendes, starres Tutorium gibt es nicht. Viel wichtiger sind die zuverlässige Erreichbarkeit, Rückmeldung in einer angemes- senen Zeit und Nutzung verschiedener Kommunikationsmedien. Die Unterstützung geht oft über das erste Semester hinaus, sodass man mit ehemaligen Mentees weiterhin in Kontakt bleibt.
Max Baßfeld, Finja Brylak und Carina Zwanziger Tutorium zum wissenschaftlichen Arbeiten am Institut für katholische Theologie
Das Tutorium zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten hat sich in den letzten Semes-tern von einem Tutorium für Erstsemestler zu einem Angebot erweitert, welches Studierende des gesamten Bachelors passgenau und zielgerichtet begleitet. Es begleitet nicht nur die verschiede-nen Prüfungs- und Studienleistungen, sondern fungiert zugleich als niederschwelliges Angebot für Fragen rund um Studium. Zentral ist eine Tutoriumskultur, die Verständnis zeigt, Erfah-rungswissen teilt, statt es zurückzuhalten, spontan auf Bedarfe reagiert und bei Vertiefungsbe-darf zusätzliche Angebote schafft. Durch die Erhebung des Gefühlszustands zu Sitzungsbeginn, wird der Austausch zwischen Studierenden und Tutor*innen gefördert und die menschliche Dimension des Studiums sichtbar gemacht. Als Writing-Fellows begleitet das Tutorium ver-schiedene Zwischenabgaben der Studierenden. Didaktisch setzt das Team auf kreative, didakti-sche Methoden – etwa Moderationskarten, Reflexionsposter nach dem Prinzip der Held*innenreise, Flinga-Boards sowie haptisches Üben anhand anfassbarer Literatur zum Bib-liographieren. Festgehalten wird dies in einem aufbauenden, reflexiven Semesterplan. Die Tuto-rien des ersten Semesters starten in Kleingruppen, um feste Ansprechpersonen zu etablieren und den Zusammenhalt zu stärken. Kontinuierliche Reflexionen der eigenen Tutor*innen-Rolle – etwa im Umgang mit geringer Teilnahme oder Kommunikationsschwierigkeiten mit Lehrenden – fließen direkt in die Weiterentwicklung der Semesterplanung ein, unterstützt durch regelmäßi-ge eigene Fortbildungs- und Teambuilding-Formate des Tutorinnen-Teams. Rückmeldungen der Studierenden beschreiben das Angebot als nahbar, verständlich und Willkommen schaffend. Kontakt: tutorium.katheol@uni-due.de
Dorin Krücken, Reyhan Boga, Tabea Lehmann und Tristan HassekTeam SchreibTutor:innen
Seit Januar 2026 bietet das Team der SchreibTutor:innen Studierenden der UDE an beiden Campi SchreibBeratung, Workshops und Schreibgruppen rund um das wissenschaftliche Schreiben an. Im Rahmen des Kooperationsprojekts „UB|SchreibRaum" der Universitätsbibliothek und des Instituts für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen entwickeln wir unsere Angebote unmittelbar an den Bedarfen der Studierenden weiter und schaffen im stressigen Studienalltag einen Raum für Fragen, den Umgang mit Unsicherheiten und lebendigen Austausch – auf Augenhöhe, wertschätzend, ohne zu bewerten.
In unseren Workshops setzen wir auf Interaktion und Praxisnähe: Übungen anhand themenspezifischer Beispiele, praktische Anwendung digitaler Tools und die Einbindung der Teilnehmenden machen aus abstrakten Inhalten lebendige Lernerfahrungen.
Besonders die individuelle SchreibBeratung wird von Studierenden als spürbare Entlastung erlebt: Im geschützten Raum unter Gleichgesinnten dürfen Unsicherheiten offen zur Sprache kommen – und mit ihnen die Erkenntnis, dass niemand allein mit seinen Schreibproblemen ist. Unser Ziel ist Empowerment, denn wir ermutigen Studierende, ihren Schreibprozess bewusster zu gestalten.
Als Tutor:innen bewegen wir uns dabei in einer Dreiecksbeziehung zwischen Peer, Expert:in und Berater:in. Diese Balance zwischen Empathie und fachlicher Beratung reflektieren wir kontinuierlich im Team und im fachlichen Austausch, etwa auf der Schreib-Peer-Tutor:innen-Konferenz.
Posterbeiträge aus der UDE
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Postersession weitere Poster von Mitarbeiter*innen der Universität Duisburg-Essen aus verschiedenen Fakultäten, dem Dezernat Gebäudemanagement und der Universitätsbibliothek präsentiert.
Prof. Dr. Katja Böhme, Silke WittigPerforming Contingency – ein digitaler Lernraum Fluxus Scores als (kunst-)pädagogische Mikroeinheiten einer experimentellen Lehrpraxis
In diesem Projekt geht es um die Frage, wie komplexe Themen der Gegenwart (Klimakrise, politische Polarisierungen oder Gefühle der Verunsicherung) in der universitären und schulischen Lehre niedrigschwellig(er), auch spielerisch und sinnlich thematisiert und reflektiert werden können. Dazu schauen wir uns sog. ›Event Scores‹ an: kurze Handlungsanweisungen aus der Fluxuskunst der 1960er Jahre, die Wahrnehmungsroutinen und Deutungsgewohnheiten irritieren und stören können. Ein Beispiel, entwickelt von einer Studentin: ›Diskutieren Sie über ein kontroverses Thema mit geschlossenen Augen.‹ In verschiedenen Konstellationen (im Kunstunterricht, im Museum, in Seminaren und Workshops mit Künstler:innen an der Universität) haben wir Scores auf ihr interdisziplinäres Bildungspotenzial hin befragt und Konzepte entwickelt, wie sie im Unterricht angewendet werden können.
Unabhängig vom Fach sind Scores für alle interessant, die offen sind für eine experimentelle Lehre und die Interesse haben, komplexe Themen und Fragen der Gegenwart aus anderen Perspektiven zu betrachten. Die Arbeit mit Scores involviert den Körper und die sinnliche Wahrnehmung, sie verlangt Mut und Vertrauen und regt zu anderen Gemeinschaftsbildungen an. Sie konfrontiert mit Widersprüchlichem, Ungewohntem und Mehrdeutigem. Scores können Gelegenheiten bieten, um solche Zustände gemeinsam zu erfahren, auszuhalten und zu reflektieren. Im Rahmen des Projektes ist eine interaktive Website entstanden, die neben einer großen Score-Sammlung pädagogische Konzepte und Materialien, studentische Forschungsarbeiten und Interviews bereitstellt.
Janne Buschfeld, Lea Frentzel-Beyme, Micha Gittinger, Lyn Kleine-Möllhoff und David Wiesche3D Makerspace - Eröffnung partizipativer Zugänge zu digitalen Medien
Der 3D Makerspace der Fakultät für Bildungswissenschaften ist ein kreativer Lern- und Erprobungsraum an der Schnittstelle von Technologie, Bildung und Forschung. Entstanden ist er 2024 im Rahmen eines Freiraum-Projekts der Stiftung Innovation in der Hochschullehre (Micha Gittinger). Seitdem eröffnet er Studierenden und Lehrenden einen kostenfreien und niedrigschwelligen Zugang zu 3D-Druck, 3D-Scan, Virtual Reality und weiteren digitalen Medien. Der Makerspace verbindet freies Experimentieren mit Workshops, Seminaren, Geräteausleihe und individueller Unterstützung bei Vorhaben in Lehre und Forschung. Mit seinem handlungsorientierten Ansatz greift er die Idee der Digital Making Places auf, in denen digitale Technologien praktisch, kreativ und gemeinsam erschlossen werden. Als Lernort ist der Makerspace zudem in verschiedene Qualifizierungsangebote der UDE eingebunden. Darunter zählen das Basic und Advanced Training (BuAT) des ZLB und hochschuldidaktische Workshops des ZHQE. Ziel des 3D Makerspaces ist es, Studierende und Lehrende dazu zu befähigen, digitale Technologien didaktisch reflektiert in der Lehre einzusetzen und eigene Lehr-Lern-Szenarien zu entwickeln, zu erproben und gemeinsam zu reflektieren. So entsteht ein offener Ort, an dem Ideen praktisch umgesetzt und Erfahrungen geteilt werden können.
Katharina Cyra und Leonie Dieng Ein Lehr-Lernraum für wissenschaftliches Schreiben an der Universitätsbibliothek: Der UB|SchreibRaum
Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben stellen Studierende vor vielfältige Herausforderungen – von Recherche und kritischer Informationsverarbeitung über Strukturierung und wissenschaftliche Konventionen bis zu Schreibprozess, Feedback und Reflexion. Die Universitätsbibliothek (UB) greift diesen Bedarf systematisch über Angebote wie UB|SchreibCamp oder UB|SchreibSprint auf und hat ihre Beratungs- und Workshop-Angebote kooperativ mit dem Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen (IwiS) schrittweise verstetigt und erweitert.
Mit dem UB|SchreibRaum wird ein bestehender Gruppenarbeitsraum zu einer niedrigschwelligen, fachübergreifenden Anlaufstelle für wissenschaftliches Schreiben weiterentwickelt. Drei funktionale Bereiche strukturieren den Raum: „Arbeiten & Schreiben“, „Austauschen & gemeinsam lernen“ sowie „Unterstützung & Orientierung finden“. Sie ermöglichen konzentriertes Arbeiten am eigenen Projekt, kollaboratives Lernen, Workshops, Vernetzung und unterschiedliche Beratungs- und Unterstützungsformate.
Der Mehrwert des UB|SchreibRaums liegt damit nicht allein in seiner Ausstattung, sondern im Zusammenspiel von selbstständigem Arbeiten, Austausch und Unterstützung an einem verlässlichen, sichtbaren und niedrigschwellig zugänglichen Ort. Das Poster lädt zur Diskussion darüber ein, welche räumlichen Bedingungen eine motivierende und zugleich fokussierende Schreibumgebung fördern und wie sich solche Lernräume weiterentwickeln lassen
Jonas Gaide und Prof. Dr. Reinhard SchiffersKunststoff-Kreislauflabor - Modul: Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft
Aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Relevanz der ökologischen Nachhaltigkeit in der Kunststoffindustrie gewinnen Kreislaufwirtschaft und Rezyklateinsatz auch in der Lehre zunehmend an Bedeutung. Mit dem Kunststoff- Kreislauflabor wird hierfür ein interaktiver Lehr- und Lernraum geschaffen, in dem Stu- dierende aktuelle Fragestellungen des Kunststoffrecyclings praxisnah und eigenstän- dig bearbeiten können. Die zentralen Themen Kreislaufwirtschaft, verschiedene Recyclingverfahren und nach- haltiges Produktdesign werden zunächst in den Vorlesungen vermittelt. Parallel erfolgt die schrittweise Unterweisung an den Laboranlagen. Anhand eines realen Recycling- prozesses lernen die Studierenden die Funktionsweisen der Anlagen kennen und un- tersuchen experimentell, wie sich Materialeigenschaften entlang des Kreislaufs verän- dern. Im Sinne des forschenden Lernens entwickeln und bearbeiten sie eigene Frage- stellungen und werten die gewonnenen Ergebnisse aus. Expertengruppen untersu- chen dabei arbeitsteilige verschiedene Aspekte des Recyclingprozesses und tauschen anschließenden ihre Ergebnisse aus. Der Besuch eines Wertstoffhofs ergänzt die im Labor gewonnenen Erkenntnisse mit den praktischen Herausforderungen der Abfallwirtschaft. Das Lehrkonzept verbindet somit theoretisches Wissen, praktische Experimentiererfahrung und reale Anwen- dungssituationen und vermittelt ein ganzheitliches Verständnis für Chancen und Her- ausforderungen der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft.
Marvin MathisSustainable Innopreneurship (M.Sc.)
Der Masterstudiengang Sustainable Innopreneurship (M.Sc.) an der Universität Duisburg-Essen ist ein wegweisendes Programm für „Student Game Changer“, die den sozio-ökologischen Wandel aktiv gestalten wollen. Das Studium vereint sechs zentrale Säulen: Es ist interdisziplinär, nachhaltig, innovativ, projektbasiert, digital und konsequent praxisorientiert.
Als angehende „Innopreneure“ lernen Studierende, Erfindergeist mit unternehmerischem Handeln zu kombinieren, um komplexe globale Herausforderungen („Wicked Problems“) im Sinne der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zu lösen. Der Studiengang folgt einer konsequenten „Learn by doing“-Philosophie. Dies zeigt sich besonders in Modulen wie der Innopreneurship Challenge oder dem STARTUP-Modul, in denen in Kooperation mit Partnern aus dem Ökosystem an realen Problemen gearbeitet wird.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digital Literacy: Die Studierenden erwerben die Kompetenz, Technologien wie KI, Machine Learning und digitale Plattformen gezielt zu orchestrieren, um nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Der Studiengang ist dabei explizit offen für Bachelorabsolvent:innen aller Fachrichtungen. Diese Diversität fördert den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und bereitet die Studierenden optimal auf Rollen als Gründer:innen, Intrapreneure oder Facilitatoren vor.
Wer die Zukunft nicht nur abwarten, sondern durch innovative Taten gestalten möchte, findet alle Informationen und die Bewerbung unter: www.innopreneurship.de
Ute Nieskens (Strategisches Immobilienmanagement im Dezernat Gebäudemanagement)"New Learning Center" S05 - Bauliche Rahmenbedingungen der UDE-Bestandsgebäude am Beispiel S05
Der Campus Essen der heutigen Universität Duisburg-Essen entstand Anfang der 1970er-Jahre im Zuge der Studienreform in NRW als eine von fünf integrierten Gesamthochschulen. In dieser Zeit entwickelte die Zentrale Planungsstelle für die Rationalisierung von Landesbauten den seriellen ZPL-Bautypus. Ziel war eine modulare und flexible Gebäudestruktur zur schnellen Deckung des wachsenden Flächenbedarfs der Hochschulen.
Ein großer Teil der Bestandsgebäude am Campus Essen stammt aus dieser Bauphase. Dazu zählt auch das Hörsaalzentrum S05, ebenso wie weitere Gebäude rund um die grüne Campusmitte. Einige dieser Gebäude sind heute sanierungsbedürftig. Am Campus Duisburg gibt es mit dem Gebäude LE nur einen ZPL-Bau.
Seit der Errichtung der Gebäude haben sich die Anforderungen an Lehre, Forschung, Gebäudetechnik und Aufenthaltsqualität deutlich verändert. Auch die baulichen Anpassungen im Zuge der Fusion der Hochschulen Duisburg und Essen konnten diese Entwicklung nur teilweise auffangen.
Für das Hörsaalzentrum S05 haben UDE und BLB NRW daher ein Konzept zur Umwandlung in ein „New Learning Center“ entwickelt. Ausgangspunkt war die Frage, wie Lehr- und Lernräume heute und künftig gestaltet sein müssen.
Das Konzept dient als Basis der weiteren Sanierungsplanung und ergänzt die bestehenden klassischen Stufenhörsäle um offene, flexibel nutzbare Lehr- und Lernflächen mit hoher Aufenthaltsqualität. Dabei werden auch bislang wenig attraktive Flurzonen sowie der Außenraum in die Nutzung einbezogen.
Dr. Marcel Pelz, Andreas Erkelenz und Maik WeberMaking im Lehramt Technik
Making stellt das eigenständige Entwickeln, Konstruieren, Erproben und Fertigen technischer Artefakte in den Mittelpunkt technischen Lernens. Die Offenheit Maker-basierter Lernformate birgt jedoch zugleich das Potenzial didaktischer Unschärfe. Für das Fach Technik stellt sich daher insbesondere die Frage, wie Maker-orientierte Ansätze in konkrete Lehr-Lern-Szenarien überführt und mit den Zielen technischer Bildung verbunden werden können. Das Poster gibt einen Einblick in diese Thematik und stellt ausgewählte Good Practices aus dem Lehrgebiet Technologie und Didaktik der Technik vor. Die von Studierenden in unterschiedlichen Projekten entwickelten und in der mechanischen Werkstatt des Lehrgebiets gefertigten Produkte veranschaulichen, wie sich Making in der Hochschullehre praktisch realisieren lässt. Die Rolle der mechanischen Werkstatt ist hier mitunter zentral, da sie gleichermaßen als Ort des Lernens, für Projektarbeiten und als MakerSpace genutzt werden kann. Studierende erproben dort Fertigungsverfahren und setzen offene Konstruktions- und Fertigungsprozesse selbstständig um. Unterstützung erhalten sie durch die Projekte „DiKoLeT“ (Digitaler Konstruktionsprozess im Lehramt Technik) und die „Digitale Werkstatt“. In der Masterveranstaltung „Modellierung eines technischen Systems” entwickeln Studierende zudem Funktionsmodelle, welche sie in eigens konzipierten Educational Escape Games für eine rätselbasierte Wissensvermittlung einsetzen. Die entstandenen Produkte können wiederum als Ausgangspunkt für schulische Lernarrangements dienen.
Sarah Rau-Patschke, Inga Gryl, Stefan Rumann, Jan Grey, Sandra Stegemann und Verena ZuckerLehr-Lern-Labor eLSa & ISU-Bibliothek – Zwei Räume, viele Möglichkeiten für Studium, Unterricht und Forschung
Das Lehr-Lern-Labor eLSa (entdeckendes Lernen Sachunterricht) und die ISU-Bibliothek sind zwei durch eine Tür verbundene Lehr-Lern-Räume am Institut für Sachunterricht. Eine flexible, lernförderliche Raumgestaltung ermöglicht unterschiedliche Sozialformen und Lernaktivitäten sowie die Integration digitaler Lernformen. Das eLSa bietet authentische Lerngelegenheiten für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren und ermöglicht Studierenden, forschendes und entdeckendes Lernen in der Praxis zu gestalten, zu erproben und zu reflektieren. Darüber hinaus werden Lehrveranstaltungen, Workshops sowie Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte, Studierende und Seminarleitungen der ZfsL durchgeführt. Die ISU-Bibliothek ergänzt dieses Angebot durch sachunterrichtsdidaktische Fachliteratur, einen Lese- und Arbeitsraum sowie vielfältige Materialien für Unterrichtserprobungen. Damit verbinden die beiden Räume fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Lernen mit authentischen Erfahrungen in der Unterrichtspraxis. Zugleich eröffnen sich Spannungsfelder, etwa zwischen flexibler Raumnutzung und begrenzten Kapazitäten, umfangreichem Materialangebot und den Bedingungen des Standorts sowie authentischem Arbeiten mit Kindern und großen Lerngruppen.
Anna SavostinaAurora - Wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden
Die Universität Duisburg-Essen ist Teil der Aurora European University Alliance, einem Netzwerk europäischer Universitäten, das seit 2016 gemeinsam an der Weiterentwicklung von Lehre, Forschung und gesellschaftlicher Wirkung arbeitet. Im Fokus stehen sechs Educational Hubs zu Nachhaltigkeit und Klimawandel, digitaler Gesellschaft und globaler Bürgerschaft, Gesundheit und Wohlbefinden, Kultur, Identitäten und Vielfalt, sozialem Unternehmertum und Innovation sowie Friedenserziehung. Aurora entwickelt innovative, internationale Lehrformate wie Blended Intensive Programmes (BIPs), Collaborative Online International Learning (COIL), Micro-credentials und Community Service Learning (CSL). Ziel ist es, Studierende mit Zukunftskompetenzen und einer innovativen Denkweise auszustatten und sie zu befähigen, gesellschaftliche Herausforderungen aktiv und lösungsorientiert mitzugestalten. Das didaktische Konzept verbindet interaktives, projekt- und problembasiertes Lernen mit internationaler und interkultureller Zusammenarbeit, Peer Learning und kollaborativem Lernen. Studierende arbeiten an realen gesellschaftlichen Herausforderungen, reflektieren ihre Erfahrungen und übertragen das Gelernte in Studium und Beruf. Unterstützt wird die Kompetenzentwicklung durch das Aurora Competence Framework sowie Instrumente und Bildungsrahmen wie BEVI, LOUIS und SEIZMIC. Der Mehrwert liegt in der Förderung von Zukunftskompetenzen, Internationalisierung, Mobilität, Social Entrepreneurship und Nachhaltigkeit (SDGs) sowie in gemeinsamen, stapelbaren Micro-credentials. Lehrende und Studierende sind eingeladen, Aurora-Angebote zu entdecken, den virtuellen Campus zu nutzen und die Alliance aktiv mitzugestalten.
Dr. Sarah SeufertVon der Vorlesung ins SAP-System: Mikrozertifikate in der (Wirtschaftsinformatik-)Lehre
Das Projekt „eLearning-Mikrozertifikate zur Unterstützung der Lehre von Abläufen in Enterprise Systems“ zeigt, wie sich theoretische Lehrinhalte systematisch mit praktischer Anwendung in SAP S/4HANA verbinden lassen. In der Lehrveranstaltung „Enterprise Systems“ bearbeiten Studierende ergänzend zur klassischen Übung einen modular aufgebauten Mikrozertifikatskurs und wechseln dabei unmittelbar von der Theorie in eine reale Systemumgebung.
Die Mikrozertifikate werden über We Learn in Bits (WLIB) bereitgestellt. Kurze eLearning-Einheiten, Screencasts und praxisnahe Aufgaben führen durch beschaffungs- und produktionsbezogene End-to-End-Prozesse. So werden fachliches Prozessverständnis, SAP-Anwendungskompetenz und selbstgesteuertes Lernen miteinander verknüpft. Kleine Anreize in Form von Bonuspunkten unterstützen zusätzlich die kontinuierliche Bearbeitung.
Das Format ist skalierbar, lässt sich modular in bestehende Lehrveranstaltungen integrieren und schafft auch bei größeren Kohorten einen praxisnahen Lehr-Lernraum. Gleichzeitig erwerben Studierende bereits im Studium beruflich relevante SAP- und Prozesskompetenzen. Das Konzept wird inzwischen in Bachelor- und Masterveranstaltungen eingesetzt und bietet Transferpotenzial für weitere Module und Fachbereiche.
Weitere Informationen:
Lehrwerkstatt UDE: https://lehrwerkstatt.zhqe.uni-due.de/home-details/mikrozertifikate-enterprise-systems/
We Learn in Bits: https://www.welearninbits.com
Dr. Jessica Stegemann Räume schaffen für die Digital Humanities an der UDE
Die Konzepte, Methoden und Tools in den Digital Humanities (DH) sind in der Lehre und Forschung der Universität Duisburg-Essen (UDE) längst präsent. Und doch ist der Begriff bisher im Bewusstsein der Studierenden kaum etabliert, hinzu kommen Unsicherheiten beim Umgang mit digitalen Tools, Systemen und Programmiersprachen. Auf Seiten der Forschung und Lehre befindet sind ein Netzwerkaufbau zur fachübergreifenden gemeinsamen Weiterentwicklung der DH an der UDE erst im Aufbau. Um die tollgestützte, meist interdisziplinäre und zunehmend kooperative Form des Arbeitens und Lernens in den DH zu unterstützen, braucht es einen zentral gelegenen, fachunabhängigen Raum, in dem Projekte umgesetzt, Vernetzung gelebt und Awareness geschaffen werden kann. Ein solcher Lehr- Lernraum – digital, physisch oder hybrid – soll in der Universitätsbibliothek (UB) in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Geisteswissenschaften und anderen Fachkulturen entstehen. So kann ein experimenteller Bereich zum Ausprobieren, Austausch und Vermittlung als „third space“ Wissenschaft und Kreativität in einer besonderen Atmosphäre verbinden und – in Korrespondenz zu möglichen Laboren in den Fakultäten – zusätzlicher Freiraum für Workshops, Beratungen, Ausstellungen und Citizen Science-Projekte geschaffen werden. Damit setzt sich die enge Arbeits- und Wissensallianz zwischen Geisteswissenschaften und UB auch in den DH fort und trägt dazu bei, dem digitalen Arbeiten und Lernen an der UDE mehr Sichtbarkeit und Austausch zu geben.
Luisa StrelowPlay to Learn - Gamification in der Hochschullehre
Durch die Verzahnung von digitalen und physischen Lernräumen können neue Wege der Wissensvermittlung geschaffen werden. Bei NEXUS handelt es sich um ein webbasiertes, übungsbegleitendes Lernspiel, das im Rahmen der Veranstaltung „Enterprise Systems“ von Prof. Dr. Schütte im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik eingesetzt wird. Die Studierenden übernehmen die Rolle eines externen Berater:innen-Teams für das fiktive mittelständische Unternehmen NEXUS und begleiten dieses durch seine digitale Transformation. Die Vorlesungsinhalte werden dabei in eine zusammenhängende, interaktive Fallstudie eingebettet. In jeder Übung bearbeiten die Studierenden gemeinsam ein Level, welches verschiedene Aufgabenarten (z.B. Wissensabfragen, Zuordnungsaufgaben) kombiniert. Das Spiel wird in der Übung projiziert und die Studierenden diskutieren die Antwortmöglichkeiten im Plenum. Gemeinsam einigen sich auf eine Antwort, bevor diese aufgelöst wird. Eine kohortenübergreifende Streak-Bestenliste schafft zudem eine spielerische Vergleichsmöglichkeit. Darüber hinaus ist das Lernspiel modular aufgebaut und kann zukünftig beispielsweise für das Mastermodul „Management of Large Enterprise Systems“ erweitert werden.
Dr. Isabelle VacherExkursion nach Paris – Literatur, Theater und Immigration
Das interdisziplinäre Projekt „Exkursion nach Paris: Literatur, Theater und Immigration“ verbindet literatur-, theater- und geschichtswissenschaftliche Perspektiven mit aktuellen Fragestellungen der Migrationsforschung. Ziel ist es, das Verständnis für Migration und Integration in der französischen Gesellschaft zu vertiefen sowie die interkulturelle Kompetenz und kritische Reflexionsfähigkeit der Teilnehmenden zu fördern. Durch Besuche bedeutender Kulturinstitutionen, darunter die Bibliothèque nationale de France und das Musée national de l’histoire de l’immigration, sowie die Rezeption des Theaterstücks Passeport von Alexis Michalik werden historische, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen von Migration erfahrungsorientiert erschlossen. Die Verbindung von wissenschaftlicher Wissensvermittlung, ästhetischer Erfahrung und gemeinsamer Reflexion ermöglicht einen multiperspektivischen Zugang zu kultureller Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe. Wir lesen das Theaterstück im Wintersemester und führen ihn auf einer Bühne an der UDE und in einem Gymnasium in Essen auf. Das Projekt zeichnet sich durch seinen interdisziplinären Ansatz und die Verknüpfung außerschulischer Lernorte mit künstlerischen Vermittlungsformen aus. Es fördert in der Fremdsprache die Auseinandersetzung mit historischen Entwicklungen und aktuellen migrationsgesellschaftlichen Diskursen und eröffnet Raum für die kritische Reflexion individueller und gesellschaftlicher Perspektiven.


















