Workshop zu Fachkultur und Vergeschlechtlichung

Prof. Dr. Anne Schlüter

Universität Duisburg-Essen, 9. September 2011 Interdisziplinärer Workshop zur Fachkulturforschung: Fachkultur und Vergeschlechtlichung im Visier - ein Rückblick

Welche Rolle spielen Herkunftskultur, Fach- und Studienkultur sowie die erwartete Berufskultur für Studiengangsentscheidungen? Wie attraktiv stellen sich Studiengänge für Frauen oder Männer dar? Wer oder was übernimmt die Einsozialisation in ein Fach? Welche Bildungs- und Fördermöglichkeiten gibt es in einem Studiengang bei ungleichen Ausgangsbedingungen?

Im Rahmen eines interdisiziplinär zusammengesetzten Workshops zur Fachkulturforschung, veranstaltet vom Fachgebiet Erwachsenenbildung/ Bildungsberatung der Universität Duisburg-Essen (UDE) und dem Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW am 9. September 2011 in Essen wurde diesen und weiteren Fragen der Fachkulturforschung nachgegangen.

Nach einer Einleitung von EKfG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Anne Schlüter, UDE und Sprecherin des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, zur aktuellen und wachsenden Bedeutung der Fachkulturforschung angesichts der Umstrukturierung der Hochschulen im Zuge der Einführung von Bachelor- und Masterprogrammen, bildeten Beträge von Expertinnen zur Situation in der Erwachsenenbildung (Meike Hilgemann und Ricarda Serritelli, UDE), der Psychologie (Prof. Dr. Gisela Steins, UDE), dem interdisziplinären Studiengang Komedia (Prof. Dr. Nicole Krämer, UDE) und den Musikwissenschaften (Prof. Dr. Rebecca Grotjahn, Detmold/ Paderborn) die Grundlage der Diskussion. Betont wurde, wie wichtig eine Bewusstwerdungder mit der Konstruktion von Geschlechterunterschieden einhergehenden stereotypisierenden Bewertungen in den einzelnen Fächern ist, damit geschlechterhierarchisierenden Kategorisierungen und Bewertungen abgebaut werden können. Ein so verstandenes undoing gender wurde als notwendiger Prozess im Hinblick auf eine gleichstellungsorientierte Veränderung von Fachkulturen und deren gendersensible, Chancengleichheit vermittelnde Darstellung nach innen wie nach außen begriffen.

Der Workshop diente dem überfachlichen wissenschaftlichen Austausch und der Vernetzung mit dem Ziel, eine längerfristige, interdisziplinäre Kooperation anzuregen, gemeinsame Forschungsprojekte zum Thema zu entwickeln und die Möglichkeit eines Promotionskollegs zur Fachkulturforschung zu sondieren.

An einer Zusammenarbeit interessierte WissenschaftlerInnen können sich melden bei Prof. Dr. Anne Schlüter unter: anne.schlueter@uni-due.de.