Das Projekt Förderunterricht wird an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen am Campus Essen in Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt der Stadt Essen sowie einer großen Zahl Essener Schulen durchgeführt. Grundlage ist ein auf Dauer abgeschlossener Kooperationsvertrag zwischen der Hochschule und der Kommune.

Der Förderunterricht

  • fördert die Chancengleichheit auf dem Bildungssektor

  • unterstützt Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft in der Entfaltung ihrer Begabungsreserven

  • trägt wesentlich zum Erreichen eines qualifizierten Schulabschlusses bei

  • bietet die Möglichkeit des individuellen Zugangs auf die einzelne Schülerpersönlichkeit

  • bietet Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft Hilfen und Orientierung auf dem Weg zu einem Ausbildungsverhältnis oder zu einem Studium

  • dient der berufsvorbereitenden und praxisorientierten Qualifizierung der im Förderunterricht arbeitenden Studierenden

  • dient als Ressource für wissenschaftliche Erkenntnisse und optimiert damit die Lehreraus- und -fortbildung

Welche Schwerpunkte setzt der Förderunterricht?

  • Schulbegleitende sprachliche und fachliche Förderung in allen Schulfächern

  • Lehrgangsmäßige und punktuelle Deutschförderung

  • Schullaufbahnberatung

  • Sozialpädagogische Betreuung und Elternarbeit

  • Hilfestellung bei Bewerbungen sowie bei der Suche nach Praktikums- und Lehrstellen

  • Kooperation mit Lehrerinnen und Lehrern

  • Hilfen bei ausländerrechtlichen Fragen

  • Kooperation mit Schulen und in der Ausländerarbeit tätigen Institutionen

  • PC- Kurse

Wer wird gefördert?

Ca. 800 ausländische Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II aus 41 Nationen werden nach Leistungsstand, Sprachkenntnissen, Lernvoraussetzungen, Klasse, Schulform und Schulfach in möglichst homogenen Kleingruppen (ca. 2-5 Schüler) unterrichtet. Für die Familien der Schülerinnen und Schüler entstehen keine Kosten.

Wer erteilt den Förderunterricht?

Zur Zeit unterrichten 97 Studentinnen und Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen und Studiengänge die Schülerinnen und Schüler in allen Schulfächern, in denen fachliche oder sprachliche Probleme auftreten. Sie erhalten Supervision, wissenschaftliche Begleitung und spezifische Fortbildungsmaßnahmen.

Wo und wann findet der Förderunterricht statt?

Der Förderunterricht findet nachmittags in den Räumlichkeiten der Hochschule statt. Treffpunkt ist das Büro R09 S05 B91 für die Sek II (Tel.: 0201/183-3576) und R09 S05 B96 für die Sek I (Tel.:0201/183-2569).

Entwicklung

  • 1974:
    DFG-Projekte zum Bilingualismus griechischer, türkischer und jugoslawischer Schüler (erste Fördergruppen mit 20 Schülerinnen und Schülern)

  • 1976:
    Finanzielle Unterstützung durch die Deutsch-Türkische Gesellschaft und die Griechische Gemeinde Essen e.V.

  • 1978:
    Finanzielle Unterstützung durch die Kommune (Honorarmittel)

  • 1986:
    Erster Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Essen und der Universität Gesamthochschule Essen; Festlegung von Bedingungen, Zielen, Konzept und Finanzierung des Projekts

  • 1993:
    Finanzielle und materielle Zuwendungen von verschiedenen Institutionen; erste angelagerte Projekte

  • 1994:
    Erneuerung des Kooperationsvertrags; langfristige Absicherung des Projekts.

  • 1999:
    25-jähriges Bestehen des Förderunterrichts

  • 2001:
    Transfer des Projekts auf die Standorte Duisburg und Bielefeld mit Unterstützung der Stiftung Mercator GmbH und der Robert Bosch Stiftung

  • 2002:
    Verdoppelung des Zuschussbetrages durch die Stadt Essen; Förderung von 733 Schülerinnen und Schülern mit 50 unterschiedlichen Nationalitäten durch 101 Studierende

    Am 22.08.2002 zeichnet der damalige Bundespräsident Rau das Essener Förderunterrichtsprojekt im Rahmen des "Wettbewerbs zur Integration von Zuwanderern" unter 1.300 Bewerbungen als eines von zehn Siegerprojekten aus.

  • 2003:
    Eröffnung des Projekts an der Universität zu Köln; Transfer mit Unterstützung der Stiftung Mercator GmbH und der Robert Bosch Stiftung

  • 2004:
    Der Förderunterricht in Essen feiert sein 30-jähriges Bestehen.
    Die Stiftung Mercator GmbH will bundesweit die Einrichtung von bis zu 35 neuen Förderunterrichtsprojekten durch die Übernahme von Honorarmitteln unterstützen und schreibt dies in der "Zeit" im Juni 2004 aus.

  • 2005:
    Die Stiftung Mercator hat eine eigene Website für die 35 Projekte eingerichtet. Auf dieser Seite sind alle Standorte und Ansprechpartner zu finden:
    www.mercator-foerderunterricht.de

  • 2007:
    802 Schülerinnen und Schüler mit 41 verschiedenen Muttersprachen werden von 96 Förderlehrerinnen und Förderlehrern betreut, die aus mehr als 10 Herkunftsländern kommen. Die Förderlehrerinnen und Förderlehrer werden in pädagogischen und didaktischen Fragen von einer Mitarbeiterin des Projektes betreut. 

  • 2008:
    Der Förderunterricht in Essen feiert sein 35-jähriges Bestehen.
    807 Schülerinnen und Schüler mit 39 verschiedenen Muttersprachen werden von 97 Förderlehrerinnen und Förderlehrern betreut, die aus mehr als 10 Herkunftsländern kommen. Die Förderlehrerinnen und Förderlehrer werden in pädagogischen und didaktischen Fragen von einer Mitarbeiterin des Projektes betreut.

  • 2010:
    805 Schülerinnen und Schüler mit 41 verschiedenen Muttersprachen werden von 88 Förderlehrerinnen und Förderlehrer mit 16 unterschiedlichen Muttersprachen betreut. Die Förderlehrerinnen und Förderlehrer werden in pädagogischen und didaktischen Fragen von einer Mitarbeiterin des Projekts betreut.

    Die Mitarbeiterinnen des Förderunterrichts beraten die Stadt Koblenz und bereiten die Etablierung des Konzeptes an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau vor.

    Der Kooperationsvertrag zwischen Stadt und Universität wird wegen der schlechten Haushaltslage der Stadt Essen vorsorglich gekündigt. (Weitere Informationen hierzu finden sich unter Punkt 10 dieses Berichts: /Kampf um den Erhalt des Förderunter­richts/, ab Seite 68).