Entwicklung von Binnenschiffen für extreme Niedrigwasserbedingungen (FlaBi)

Beteiligte Wissenschaftler

Lars Reckers B. Sc.
Dr.-Ing. Udo Lantermann
Benjamin Kossmann M. Sc.
Prof. Dr.-Ing. Bettar Ould el Moctar

 

Projektbeschreibung

Der Einsatz von Binnenschiffen ist eine – bezogen auf die Transportleistung – kostengünstige und umweltfreundliche Art des Gütertransports. Dies gilt für Massengüter, Container, chemische Produkte oder andere Objekte. Im Jahre 2018 musste der Gütertransport auf Grund von langanhaltenden Niedrigwasserperioden erheblich reduziert werden. Die niedrigen Wasserpegel der Flüsse lassen sich mit den geringen Niederschlagsmengen im Sommer und Herbst in Verbindung bringen. Vermutlich werden ähnliche Ereignisse in Zukunft aufgrund des Klimawandels vermehrt zu beobachten sein. Niedrige Wasserstände führen zu Einschränkungen für die Schifffahrt auf der Wasserstraße. So muss beispielsweise die Lademenge der einzelnen Schiffe stark reduziert werden, um deren Tiefgang zu verringern und das Risiko des „Aufgrundlaufens“ zu vermeiden. Ein Rückgang der Abladung kann zu Versorgungsengpässen und zu überproportional steigenden Kosten und damit zu Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit führen. Bei sinkenden Wasserständen erscheint es naheliegend die Schiffe der veränderten Situation anzupassen oder neu zu entwickeln. Denn eine Anpassung der Wasserstraße an extremen Wetterbedingungen ist mit sehr hohen Kosten und Realisierungszeiten verbunden.

Die wesentlichen Ziele des Teilprojektes sind wie folgt:

  • Entwicklung innovativer Propulsionskonzepte, die das Einsatzspektrum von Binnenschiffen für einen Betrieb bei extremem Niedrigwasser erweitern. Innerhalb dieses Teilvorhabens werden gezielt die geographischen Herausforderungen des Fahrtgebiets der Elbe berücksichtigt. Hierbei werden folgende Propulsionskonzepte untersucht:
    • Weiterentwicklung von teilgetauchten Propellern für Binnenschiffe
    • Entwicklung eines Primär- und Sekundärvortriebsorgans
    • Untersuchung und Optimierung eines Blattkettenantriebs
  • Entwicklung von Konzepten zum Nachrüsten von Binnenschiffen zur Fahrt bei extremem Niedrigwasser. Das Nachrüstungskonzept enthält Maßnahmen zur Erhöhung der Verdrängung bei sehr geringen Tiefgängen (Einsatz von Auftriebskörpern)
  • Entwicklung eines Nachrüstungskonzeptes für ein Sekundärantriebssystem
  • Weiterentwicklung von Leichtbaukonstruktionen für den Schiffsrumpf und die Aufbauten

Projektlaufzeit: 1 Dezember 2020 - 30 November 2023Förderung

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​Förderkennzeichen:  03SX532B

Projektpartner

DST

J.M. Voith SE & Co. KG