Dissertationsprojekt Thomas Elert

Kurzfassung Dissertationsvorhaben Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Vorwissen, Zielorientierung und Praktikumserfolg

Laborpraktika sind ein fester Bestanteil jedes Bachelor-Chemiestudiums (Hofstein & Lunetta, 2003; Reid & Shah, 2007). Mittlerweile jedoch wurde bereits viel über den tatsächlichen Wert laborpraktischer Tätigkeiten für die universitäre Ausbildung fähiger Chemikerinnen und Chemiker debattiert. Kritiker bemängeln, dass die Kosten für Labore und deren Ausstattung, sowie die zusätzliche Zeit für die Organisation und Durchführung von Laborpraktika im Vergleich zu Vorlesungen nicht zwingendermaßen zu besseren Lernerfolgen führt (Hawkes, 2004; Reid & Shah, 2007). Darüber hinaus scheint es keinen Konsens über die Intentionen und Zielsetzungen von Laborpraktika zu geben (Reid & Shah, 2007). 

Besonders für deutsche Universitäten ist die anhaltende Diskussion über den Stellenwert von Laborpraktika relevant, welche eine Studienabbruchquote von bis zu 40 % im Fach Chemie innerhalb des ersten Studienjahres beklagen (Heublein, Richter, Schmelzer, & Sommer, 2014).

Auffallend ist, dass die Studierenden während dieser Zeit ein Laborpraktikum in der Allgemeinen Chemie belegen, welches sie bestehen müssen, um mit ihrem Studium fortfahren zu können. Zwar liegt der Schluss nahe, dass sich ein Teil der Studierenden aufgrund von geringem Erfolg in diesem Praktikum gegen das weitere Studium entscheidet; es ist allerdings noch nicht klar, ob dieser geringe Erfolg mit individuellen Defiziten oder einem schwachen didaktischen Konzept des Praktikums selbst zusammenhängt. 

Aus diesem Grund verfolgt dieses Projekt das Ziel, Vorwissen als einen individuellen Faktor (vgl. Ausubel, 1968; Hodson, 1992) und Zielvorstellungen als einen strukturellen Faktor (vgl. Abrahams & Millar, 2008; Bussey, Orgill & Crippen, 2013) zu untersuchen und deren Einfluss auf Kurserfolg eines Laborpraktikums für Lehramtsstudierende im ersten Semester zu überprüfen. Die Befunde dieser Studie können nicht nur genutzt werden, um Maßnahmen zur Optimierung des Verhältnisses zwischen input und output laborpraktischer Tätigkeiten zu entwickeln, sondern auch langfristig den Verbleib von Chemiestudierenden an deutschen Universitäten zu fördern.