Dissertationsprojekt Silja Herholz
Dissertationsvorhaben
Eine Schlüsselkompetenz der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist das systemische Denken, das analytische Fähigkeiten im Umgang mit komplexen Systemen vereint. Viele der in der Schule im Rahmen von BNE betrachteten Phänomene sind auf chemische Prozesse in natürlichen Systemen zurückzuführen. Daher wird unter anderem der fachspezifische Erwerb systemischen Denkens gefordert. Für den Chemieunterricht fehlen aktuell Einblicke, inwieweit Lernende Fähigkeiten des systemischen Denkens erwerben. Um diese Fähigkeiten zukünftig erheben und gezielt fördern zu können, wurde ein schriftliches Testinstrument zur Messung des systemischen Denkens im Chemieunterricht der Sekundarstufe II entwickelt und pilotiert. Die Hauptstudie zur Erfassung der chemiespezifischen Fähigkeiten des systemischen Denkens von Lernenden der Sekundarstufe II und zur Identifikation möglicher Prädiktoren wurde anschließend mit etwa N = 200 Lernenden von Gymnasien und Gesamtschulen in NRW durchgeführt. Die erhobenen Daten werden mittels Item Response Theory (IRT) analysiert, sodass Aussagen über Fähigkeiten der Lernenden, schwierigkeitsbestimmende Aufgabenmerkmale, Prädiktoren und den Zusammenhang von Fachwissen und systemischem Denken für das Fach Chemie getroffen werden können.