CAMPUS:AKTUELL - Newsletter der Universität

3/2017

Aus dem Senat vom 3. Februar 2017

[01.03.2017] Der Senatsvorsitzende eröffnete die Sitzung mit einem Statement zur besorgniserregenden politischen Situation in den USA, die sich vermutlich auch gravierend auf die Wissenschaft auswirken könne. Er bat die Anwesenden, die amerikanischen Partnereinrichtungen zu unterstützen, soweit möglich.

Berichte

Rektor Radtke schloss sich diesem Votum in seinem Bericht an. Der erstarkende Populismus in Europa und den USA („postfaktisches Zeitalter“) drängen die Wissenschaft im öffentlichen Diskurs immer mehr in die Defensive: „Der Antiintellektualismus greift den Kern des universitären Selbstverständnisses an.“ Radtke empfiehlt jedoch, sich davon nicht einschüchtern zu lassen und im direkten Umfeld Farbe zu bekennen.

Der Kanzler berichtete, dass es am 24. und 25. Januar zu Stromausfällen am Essener Campus (Gebäude V, S und T) kam. Ursache war eine Stromspitze im 10kV-Netz, die eine Schutzeinrichtung in der Mittelspannungshauptverteilung im Gebäudekeller R10 ausgelöst hat. Sie wird derzeit durch den BLB saniert. Sollten sich den wiederholten Stromausfall Schäden ergeben haben, sollten sie der Verwaltung gemeldet werden, damit Schadenersatz geltend gemacht werden kann.

Außerdem gab er bekannt, dass der Essener Campus weiterhin schwerpunktmäßig sonderbewacht wird („Drogenstreifen“) und regelmäßig kontrolliert wird, um Mitarbeitende und Studierende vor den Auswüchsen des Drogenkonsums zu schützen. Allerdings sei die zusätzliche Bewachung auch mit erheblichen Kosten verbunden (2016: 1,85 Mio. Euro). Da es in Seminarräumen zu starken Verunreinigungen gekommen sei, müsse man auch darüber nachdenken, die Nutzungszeiten für diese Räume einzuschränken

TOPs

In Ihrer Vorstellung des Studierendenwerks berichtete die Geschäftsführerin Sabina de Castro u.a., dass in den acht Mensen und Cafeterien pro Tag mehr als 6.000 (1,2 Mio./Jahr) Essen ausgegeben werden. In den 18 Wohnheimen werden 2.450 Zimmer für Studierende bereitgehalten. Außerdem werden 120 Kinder betreut. Das Budget betrage 30 Mio. Euro. Eingenommen werden u.a. 9,2 Mio. aus den Sozialbeiträgen und 14,9 Mio. aus den gastronomischen Einrichtungen. 55 Mio. Euro wurde in den vergangenen Jahren im Wohnheimbereich investiert. Außerdem wurden für 6 Mio. Euro die Essener Hauptmensa sowie die Duisburger Cafeterien „Ins Grüne“ und „Café Vision“ erneuert.

Das nächste Bauprojekt sei die Duisburger Hauptmensa am Forsthausweg, die ab 2019 die beiden renovierungsbedürftigen Alteinrichtungen ablösen soll. Der geplante Neubau mit dekorativen holzverkleideten Cuben hat eine Größe von 5.600 m² und soll ca. 30 Mio. Euro kosten. 23,3 Mio. hat das Land 2015 bewilligt, der Rest muss über HP 2020-Mittel bestritten werden. Im 1.500 m² großen, komplett verglasten Untergeschoss soll ein Marktplatz zur Ausgabe hochwertiger Snacks und Zwischenmahlzeiten entstehen, im 1. OG (2.500 m²) gibt es eine Freeflow-Area mit Showcooking-Elementen analog zu der Essener Mensa. Mit ca. 400 Plätzen sei die Neue Mensa insgesamt größer konzipiert als die beiden bisherigen Einrichtungen zusammen (180/199 Sitzplätze).

Auf Nachfrage der Studierendenvertreter/innen, wann das Kunst- und Kulturcafé (KKC) ggf. wieder eröffnet werden könne, verwies de Castro auf die gravierenden Baumängel. Dieser Bereich sei mehrere Jahrzehnte nicht mehr saniert worden. Die Investitionssumme betrage nach einer Machbarkeitsstudie ca. 3,5 Mio. Euro, die eigentlich vom Vermieter (BLB) zu übernehmen sind. Angesichts vieler anderer dringenderer Vorhaben habe das Projekt hier keine hohe Priorität. Damit das KKC als kulturelle Begegnungsstätte wieder in Betrieb gehen kann, müssten sich die Beteiligten unter Einbeziehung des AStAs nochmals zusammensetzen, um zu klären, wer ggf. welche Summe schultern könne. Das grundsätzliche Interesse daran sei nach wie vor sehr hoch, betonte de Castro.

Institut für Sozioökonomie

Einen breiteren Raum nahm die Diskussion anlässlich der Informationsvorlage zur Gründung des Instituts für Sozioökonomie (IFSÖK) in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften ein. Das NRW-Wissenschaftsministerium stellt dafür zusätzliche jährliche Mittel in Höhe von 1,66 Mio. Euro zur Verfügung. Die Personal- und Sachmittel sollen die Arbeitsforschung im Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) stärken (0,66 Mio) sowie den Institutsaufbau (3 Professuren inkl. Folgestellen und Geschäftsführung, 1 Mio. Euro) ermöglichen. Mit dem IFSÖK soll auch ein Masterstudiengang verbunden sein, der sich an Studierende der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften richtet, die „wirtschaftliche Phänomene vor dem Hintergrund interdisziplinärer Ansätze und alternativer Denktraditionen reflektieren wollen.“

Die Fakultäten für Betriebswirtschaftslehre und für Gesellschaftswissenschaften beabsichtigen über das IFSÖK verstärkt miteinander zu kooperieren. Eine Zusammenarbeit mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wird ebenfalls angestrebt, da das geplante Institutsprofil komplementär zu den bestehen Lehr- und Forschungsangeboten ist.

Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurde der Jahresabschluss 2015 vorgestellt. Auf der Tagesordnung standen ebenfalls die Beschlussfassung zur QM-Ordnung (vertagt) und zum wiederholten Male die Neufassung der Rahmenprüfungsordnung für Bachelor- und Masterstudiengänge.

Der Senat befürwortete einstimmig folgende Besetzungen:

W2-Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Sozialpolitik an der Fakultät für Bildungswissenschaften,
W2-Professur für Formale Methoden der Informatik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften,
W2-Professur für Kardiovskuläre Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät
W3-Professur für Pädiatrische Onkologie an der Medizinischen Fakultät