Arbeitskreis Mathematikunterricht digitale Werkzeuge 2018

Herbsttagung 2018 des Arbeitskreises vom 28.09. - 29.09.2018 in Essen Digitalisierung fachbezogen gestalten

Einladung

Die Diskussion um die Gestaltung der Umsetzungsprozesse von Digitalisierung im Bildungsbereich ist hochaktuell. In einigen Ländern werden erste Überarbeitungen der Curricula vorbereitet, auch die KMK nimmt sich dieser selbstgesetzten Aufgabe verstärtk an. Nachdem auf der Herbsttagung 2017 des Arbeitskreises in Heidelberg ein Diskussionsprozess um die fachdidaktische Perspektive auf den Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge im Mathematikunterricht angestoßen wurde, soll dieser auf der Herbsttagung 2018 fortgesetzt werden. Den Hauptvortrag in diesem Jahr wird Bärbel Barzel (Universität Duisburg-Essen) halten.

Im Zentrum der Herbsttagung stehen daher unter anderem die folgenden Fragen:

  • Wie kann Digitalisierung fachbezogen gestaltet werden?
  • Welche konkreten unterrichtlichen Konzepte können dazu beitragen?
  • Welche innovativen Forschungsfelder können vor diesem Hintergrund erschlossen werden?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich aus Aus-, Fort- und Weiterbildung?
  • Welche Gelingens- und Randbedingungen sind für die Gestaltung notwendig?
  • Welche Synergieeffekte können durch Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb der GDM genutzt werden?

Wir rufen Forschende und Lehrende auf, mit ihren Beiträgen ein aussagekräftiges Bild der fachdidaktischen und -praktischen Expertise des „digitalen Lernens" im Mathematikunterricht zu zeichnen.

Zu diesem Bild gehören u.a.:

Dynamik, Interaktivität, Multimedialität

Adaptives und differenziertes Feedback

Open Educational Resources

Digitale Medien in Prüfungen

Medial geprägte Fachsprache

Digitale Aufgabenkultur

Digitale Werkzeuge in der Ausbildung, Fort- und Weiterbildung

 

Mögliche Präsentationsformen sind Vorträge und Poster. Die genaue Länge der Vorträge wird rechtzeitig vor Beginn der Tagung mitgeteilt, sie wird voraussichtlich 25 Minuten und 15 Minuten Diskussion (Zeitslot: 40 Minuten insgesamt, inkl. Diskussion) betragen. Der Tagungsort ist die Universität Duisburg-Essen.

Die Verpflegungspauschale umfasst 40 €. Reise- und Unterkunftskosten trägt jeder selbst. Ein Zimmerkontingent ist bis zum 31.08.2018 abrufbar im tagungsnahen B&B Hotel (Helmut-Käutner-Str. 4, 45127 Essen). Der Zimmerpreis pro EZ beträgt € 54,00 exkl. Frühstück. Der Frühstückspreis beträgt € 8,50 pro Person.

Vorträge oder Poster melden Sie bitte bis zum 15. August 2018 unter Angabe eines Abstracts (maximal 1000 Zeichen) Anmeldung an. Anmeldungen zur Tagung ohne aktiven Beitrag sind bis zum 12. September möglich. [Anmeldungszeitraum abgelaufen]

Zeit

Programm (Stand 26.09.2018)

 

 

 

Ort

Freitag, 28.09.2018

Ab 12 Uhr

Ankunft und Registrierung

 

 

 

WSC 5. Etage

Tagungsraum

13-13:30 Uhr

Begrüßung

 

 

 

WSC 5. Etage

Tagungsraum

13:30-14:30

Keynote Bärbel Barzel

 

 

 

WSC 5. Etage

Tagungsraum

14:30-15:00 Uhr

Kaffeepause

 

 

 

Foyer

15:30-17:00 Uhr

Konstituierung thematischer Arbeitsgruppen

 

 

 

WSC 5. Etage

Tagungsräume U.2-01, U.2-02, U.2-03

 

17:00-17:15

Pause

 

 

 

 

17:15-18 Uhr

Wissenschaftliche Vorträge

Raum S-U.2-01

Vortrag

Marcel Klinger: „Besser als der Lehrer!“ – Potenziale von Smartphone-basierten Computer-Algebra-Apps aus didaktischer und Lernenden-Perspektive

 

Raum S-U.2-02

Vortrag

Dr. Matter Bernhard: Programmieren im Mathematikunterricht

 

Raum: N-U.2-04

Vortrag

Dr. Jan Wörler:

Entwicklung eines Klassifikationsschemas für digitale Simulationen

 

WSC 5. Etage

Tagungsraum

18:00-19:00 Uhr

Postersession

Edmund Steinert: Projekt Xpanda. Mathematik lernen und lehren mit Augmented Reality (AR)

 

 

Foyer WSC 5. Etage

 

20:00

 

 

 

Gemeinsames Abendessen

Restaurant Farina, Berliner Pl. 5, 45127 Essen

 

 

 

Samstag, 29.09.2018

9:00-9:15

Begrüßung

 

 

 

 

WSC 5. Etage

Tagungsraum

9:15-10:45

 

Wissenschaftliche Vorträge

Raum: S-U.2-01

 

Vortrag

Melanie Platz: Das Wendeplättchen-Applet - Potenziale und Grenzen eines Einsatzes in Lernumgebungen für den Primarstufenbereich

 

Vortrag:

Nils Buchholz: Ausserschulisches Lernen im Mathematikunterricht digital unterstützen

 

Raum: S-U.2-02

 

Vortrag

Reinhard Oldenburg: Wie viel Digitalität in der Fachausbildung?

 

Vortrag:

Jürgen Elschenbroich: Historische Aspekte von Funktionen - dynamisch visualisiert

 

Raum: N-U.2-04

 

Vortrag

Fabian Grünig: Herausforderungen bei der Aufgabenanalyse unter Berücksichtigung eines geplanten Computereinsatzes – Wie operationalisiert man den Supplantationseffekt?

 

Vortrag:

Florian Stampfer: R-Exams mit WebApp: Technische Aspekte und Möglichkeiten zu unmittelbarem Feedback

 

Pause bis 11:00

 

 

 

 

 

11:00-12:30

Wissenschaftliche Vorträge

Raum: S-U.2-01

 

Vortrag 9: Norbert Oleksik: OER – mehr als eine Rechtsfrage

 

Vortrag 10: Elena Jedtke & Corina Hankeln: DiWerS: Ein Fachdidaktik-Seminar zum Einsatz digitaler Lernpfade in der Schule

 

Raum: S-U.2-02

 

Vortrag 11: Anje Ostermann: Mediennutzung im Mathematikunterricht – eine Befragung von Lehrkräften

 

Vortrag 12: Christian van Randenborgh: Einflüsse einer digitalen Simulation auf Sprache und Vorstellung

Raum: N-U.2-04

 

Vortrag 13: Thomas Janssen: Bookdown als (kollaboratives) Schreib-Tool in der universitären Lehre

 

Vortrag 14: Daniela Schiefeneder: Unterrichten mathematiknaher Technologien im Lehramtsstudium

Seminarräume

12:30-13:00

Pause / Imbiss

 

 

 

Foyer

13:00-13:30

Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen

WSC 5. Etage

Tagungsraum

13:30-14:00 Uhr

Vollversammlung

 

 

 

14:00-14:30 Uhr

Abschluss gemeinsame Tagung

Zusammenfassung und Ausblick

 

 

Seminarräume

Abstracts (Stand: 26.09.2018)

Jan Wörler

 

Entwicklung eines Klassifikationsschemas für digitale Simulationen

Computersimulationen werden zum Lehren und Lernen von Mathematik eingesetzt, und auch die fachdidaktische Forschung nutzt den Begriff. Dabei existieren zum Teil sehr un- terschiedliche Bedeutungen des Begriffs Simulation. Ein integriertes Begriffsverständnis und damit die Abgrenzung zu Nachbarbegriffen fehlt häufig. Dies kann dazu führen, dass didaktische Forschungsarbeiten zum Einsatz von Simulationen nur eingeschränkt ver- gleichbar sind. Im vorliegenden Beitrag erfolgt daher eine Begriffsklärung. Darauf aufbau- end wird ein vom jeweiligen Inhalt unabhängigen Konzept zur Klassifizierung von digitalen Simulationen entworfen, das es erlaubt, Simulationen a priori und objektiv nach theore- tisch abgeleiteten, didaktischen Kriterien zu unterscheiden und damit das weite Feld der „Simulationen“ zu ordnen.

 

 

 

Hans-Jürgen Elschenbroich

 

Historische Aspekte von Funktionen - dynamisch visualisiert 

Es gibt Aspekte von Funktionen, die historisch bedeutsam waren und heutzutage fast vergessen sind, aber großes heuristisches Potential haben. Ich meine damit besonders den geometrischen Ort und Differenziale und Indivisiblen im Sinne von Cavalieri und Leibniz. Welches heuristische Potential bietet dies?

  • Wie können Funktionsgraphen aus der Bewegung eines geeigneten Punktes als Ortslinien erzeugt werden?
  • Wie kann man damit speziell Ableitungskurven und Integralkurven erzeugen?
  • Wie können wir Differenziale dx und dy und den Differenzialquotienten dy/dx historisch und in modernem Kontext verstehen?
  • Wie können wir Flächen als Gesamtheit von Linien und Körper als Gesamtheit von Flächen verstehen? Was bedeutet das für das Verständnis von Integralen als Summe von Indivisiblen, von Differenzialen f(x)·dx?

All dies wird (im Rahmen dessen, was auf einem Bildschirm mit endlich vielen Pixeln darstellbar ist) mit GeoGebra dynamisch visualisiert und für den Unterricht nutzbar gemacht.

 

Elena Jedtke & Corinna Hankeln

 

DiWerS: Fachdidaktik-Seminar zum Einsatz digitaler Lernpfade in der Schule

Die Integration digitaler Werkzeuge in den Mathematikunterricht bietet viele Möglichkeiten, Lernende für mathematische Probleme zu interessieren und sie entsprechend ihrem aktuellen Lernstand zu fördern. Gleichzeitig erfordert die Nutzung digitaler Werkzeuge eine Adaption üblicher Lehrformen und erweiterte Fähigkeiten von Lehrkräften.

Daher erscheint der Erwerb professioneller Kompetenzen zum Lehren mit digitalen Werkzeugen bereits in der ersten Phase der Lehrerbildung sehr sinnvoll. Aus dieser Motivation heraus wird an der WWU Münster seit Sommer 2017 in Kooperation mit einer Gesamtschule das Fachdidaktik-Seminar DiWerS durchgeführt, bei dem Studierende für die kooperierenden Schülerinnen und Schüler einen Lernpfad entwickeln, welchen sie in Praxissitzungen erproben und anschließend reflektieren. In dem Vortrag wird die Seminarkonzeption sowie Erfahrungen aus zwei Durchführungen präsentiert und diskutiert.

 

Christian van Randenborgh

 

Einflüsse einer digitalen Simulation auf Sprache und Vorstellung

Zur Erarbeitung oder Darstellung geometrischer Sachverhalte werden heute bereits oft dynamische Geometrieprogramme genutzt. Eine spezielle Möglichkeit dieser Programme ist es, eine Simulation von realen bzw. physikalischen Gegenständen zu entwerfen. Diese kann dann von Schülerinnen und Schülern im Mathematikunterricht erforscht werden.

Im Vortrag wird am Beispiel eines Parabelzirkels herausgearbeitet, wie sich das Lernen mit einer digitalen Simulation vom Lernen mit realen Gegenständen unterscheidet. Dabei wird aufgezeigt, welche Einflüsse digitaler Simulationen auf die Sprache der Lernenden in einer empirischen Untersuchung gefunden werden konnten. Anschließend wird dargestellt, wie sich der Einsatz einer digitalen Simulation auf die Lernwege und die Entwicklung von mathematischen Vorstellungen auswirkt.

 

Nils Buchholtz

 

Ausserschulisches Lernen im Mathematikunterricht digital unterstützen

Im Projekt "Math&TheCity" werden mathematische Stadtspaziergänge entwickelt, die eine Form außerschulischen Lernens im Mathematikunterricht darstellen. Dieser Tage können Stadtspaziergänge mit digitalen Werkzeugen wie Geolocation- oder Rally-Apps oder GPS-Technik technisch unterstützt werden. Der Vortrag stellt das durch die App „Actionbound“ unterstützte Format des mathematischen Stadtspaziergangs in Hamburg und in Oslo vor, das insbesondere die Fähigkeit zur Anwendung von gegenstandsspezifischen Begriffs- und Grundvorstellungen fokussiert. Erste empirische Ergebnisse bezeugen den hohen Motivationsgehalt für die Schülerinnen und Schüler, zeigen aber auch die Grenzen der bisherigen digitalen Gestaltungsmöglichkeiten auf. Ein laufendes weiterführendes Entwicklungsprojekt untersucht nun, wie die digitalen Stadtspaziergänge in einer hybriden Form durch Geogebra Applets erweitert werden können.

 

Bernhard Matter

 

Programmieren im Mathematikunterricht

Algorithmen spielten in der Mathematik bereits Jahrtausende vor den ersten Computern eine zentrale Rolle. Algorithmen (re-)konstruieren, verstehen und optimieren sind daher wesentliche Aspekte im Mathematikunterricht. Das Übersetzen der Algorithmen in lauffähige Computerprogramme kann zu neuen mathematischen Erkenntnissen führen und das Verständnis für mathematische Zusammenhänge fördern. Schlüsselkompetenzen wie Abstrahieren oder Verallgemeinern werden auf spielerische Art gefördert, beim Problemlösen verbreitert sich das Spektrum ausführbarer Strategien und Simulationen ermöglichen konkrete Erfahrungen zu mathematischen Zusammenhängen. An der Pädagogischen Hochschule Graubünden (Schweiz) werden seit 2010 in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entsprechende Lernangebote für alle Schuljahre der obligatorischen Schulzeit entwickelt, erprobt und evaluiert. Im Vortrag werden exemplarisch Lernangebote vorgestellt und die Erfahrungen aus den Erprobungen diskutiert.

 

Florian Stampfer

 

R-Exams mit WebApp: Technische Aspekte und Möglichkeiten zu unmittelbarem Feedback

Die angestrebte Digitalisierung im Bildungsbereich wirft mehrere Fragen auf. Eine davon betrifft die Auswahl und Identifikation passender Aufgabenformate, die für computerbasiertes Lernen oder Testen geeignet sind (Leuders, 2015, p. 453). Zeileis, Umlauf, & Leisch (2014) entwickelten ein abstraktes Format, das einen in der Statistiksoftware R realisierten Export der Aufgaben in viele Web- und Print-Formate (html, pdf, moddle, docx/odt, tex) ermöglicht.
In den letzten Jahren wurde an der Universität Innsbruck eine passende WebApp DimMA konzipiert, die eine Bearbeitung der Aufgaben (am Notebook, Smartphone etc.), eine rasche und unkomplizierte Datenerhebung und eine unmittelbare Rückmeldung an die Testpersonen ermöglicht.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die technischen Aspekte und Möglichkeiten und Einblick in ein bereits umgesetztes Szenarium zur Erhebung des Natural Number bias (vgl. Van Hoof, Verschaffel, & Van Dooren, 2015) bei Primarstufenstudierenden in Westösterreich.

 

Daniela Schiefeneder

 

Unterrichten mathematiknaher Technologien im Lehramtsstudium

Lernen mathematischer Inhalte mit technologischer Unterstützung ist ein zentraler Aspekt der mathematischen Bildung. Von den Lehramtsabsolventen wird ein sicherer Umgang mit mathematiknahen Technologien erwartet. Das Erwerben digitaler Kompetenz stellt daher einen immer wichtiger werdenden Punkt in der Lehramtsausbildung dar und ist an österreichischen Universitäten fest im Curriculum verankert. Im Vortrag wird erläutert, in welchem Umfang und mit welcher Zielsetzung dies an der Universität Innsbruck erfolgt, welche Inhalte den Studierenden nahegebracht werden und welche Erfahrungen in diesen Kursen gemacht worden sind.

 

Reinhard Oldenburg

 

Wie viel Digitalität in der Fachausbildung?

Wenn Sie eine Analysis-I-Vorlesung halten sollten, welche digitalen Werkzeuge würden Sie wie und wozu einsetzen? Vor dieser Frage stand ich als ich das Experiment gewagt habe. Im Vortrag werden die didaktischen Entscheidungen dargestellt und die gemachten Erfahrungen reflektiert. Es zeigt sich wieder einmal, dass der Werkzeugeinsatz stark von den verfolgten Zielen abhängt und dass die technische Qualität der verfügbaren Tools noch verbesserungsfähig ist.

 

Marcel Klinger

 

„Besser als der Lehrer!" – Potenziale von Smartphone-basierten Computer-Algebra-Apps aus didaktischer und Lernenden-Perspektive

Die seit Jahren anhaltende Debatte um den Einsatz von Computer-Algebra-Systemen (CAS) im Mathematikunterricht begann zu einer Zeit als entsprechende Systeme vor allem den Informatikräumen vorbehalten waren. Längst ist CAS in Form kostenlos verfügbarer Apps wie „Photomath" lebensweltliche Realität vieler Schülerinnen und Schüler. Der Beitrag erforscht die Qualität entsprechender Smartphone-basierter Computer-Algebra-Apps und nimmt hierbei einerseits eine fachdidaktische Potenzialanalyse vor, andererseits stehen auch Verwendungskontexte, Nutzungsweisen und Einstellungen von Lernenden im Mittelpunkt. Um diese zu erheben, wurden über 800 Nutzerrezensionen der marktführenden App „Photomath" qualitativ ausgewertet. Es zeigt sich, dass für Nutzer vor allem das Verstehen mathematischer Inhalte unter Zuhilfenahme entsprechender Apps von Bedeutung ist, dass aber auch gewisse Differenzen zwischen der didaktischen und der Lernenden-Perspektive bestehen.

 

Norbert Oleksik

 

OER – mehr als eine Rechtsfrage

Unter Open Educational Resources (OER) versteht man i.A. freie Lehr- und Lernmaterialien. Im Kern handelt es sich dabei um eine Rechtsfrage, denn die Materialien werden im Allgemeinen dann als „frei" bzw. „offen" bezeichnet, wenn sie frei zugänglich sind, bearbeitet und verbreitet werden dürfen. Durch die „Creative-Commons"-Lizenzen scheint für OER eine Grundlage geschaffen worden zu sein, wobei es Unterschiede im Grad der Offenheit der Lizenzen zu berücksichtigen gilt. Der Vortrag soll sich allerdings nicht nur um rechtliche Fragen im Kontext von OER drehen, sondern das Thema um den Begriff strukturieren und auch aus anderen Blickwinkeln betrachten. Vom Material selbst, gilt es bspw. zu unterscheiden, ob es sich an Lernende oder an Lehrende richtet. Zudem stellt sich die Frage, nach dem Angebot von OER. Dies betrifft einerseits die Auffindbarkeit, andererseits die Güte der Materialien. Das heißt OER braucht eine Plattform um Einzug in die Praxis finden zu können.

 

Edmund Steiner

 

Projekt Xpanda. Mathematik lernen und lehren mit Augmented Reality (AR)

Mit der AR-Technik sind wir in der Lage, auf Informationen in einer neuen Art und Weise zuzugreifen. Die Realität wird mit Bildern, Videos oder 3D-Modellen erweitert. Zusätzlich zur realen Wahrnehmung kann der Benutzer weitere Informationen mittels Smartphone oder Tablet auf den Bildschirm projizieren und – was die Besonderheit von AR ausmacht – in Echtzeit interagieren. Das Projekt (Laufzeit Mai 2018 bis Okt. 2019) will die AR-Technik für das Lehren und Lernen nutzbar machen. Beteiligt sind rund 40 Lehrpersonen aus Bildungsinstitutionen aller Schulstufen von der Primarstufe bis hin zur Hochschule. Im Poster präsentieren wir bereits vorliegende Anwendungen und Erfahrungen aus einer Pilotklasse und möchten mit den Teilnehmenden das Potenzial dieses digitalen Instrumentes für den Mathematikunterricht diskutieren.

 

Melanie Platz

 

Das Wendeplättchen-Applet - Potenziale und Grenzen eines Einsatzes in Lernumgebungen für den Primarstufenbereich

Im Rahmen dieses Beitrags wird ein in der Entwicklung befindliches, frei verfügbares Applet, welches das virtuelle Legen von Wendeplättchen ermöglicht, vorgestellt. Besonders für digitale Endgeräte mit Touchscreen-Display (z.B. Tablet-PCs), die somit eine Steuerung durch Touch-Gesten mit den Fingern ermöglichen, ist das Applet geeignet. Es kann sowohl als Veranschaulichungsmittel, als auch im Sinne des aktivistischen Lernens als Anschauungsmittel eingesetzt werden (vgl. Krauthausen, 2018). Um eine gewisse Offenheit des Einsatzes des Applets zu gewährleisten, werden bewusst keine Strukturierungshilfen vorgegeben. Das Applet kann so in den Funktionen als Mittel zur Zahldarstellung, als Mittel zum Rechnen sowie als Argumentations- und Beweismittel eingesetzt werden. Erste Ergebnisse einer Pilotuntersuchung zu den Einsatzmöglichkeiten in Lernumgebungen für den Primarstufenbereich sowie zu den Potenzialen und Grenzen des Applets werden vorgestellt.

 

Thomas Janßen

 

Bookdown als (kollaboratives) Schreib-Tool in der universitären Lehre

Bookdown ist ein quelloffenes Softwarepaket, das es erlaubt mit einfachem Markup-Code mathematikhaltige Bücher zu schreiben und dann in diversen Formaten (PDF, HTML, E-Books) ausgeben zu lassen. Wir haben anhand eines Vorlesungsskripts und eines Kompendiums zum wissenschaftlichen Arbeiten erprobt, welche Vor- und Nachteile Bookdown gegenüber dem klassischerweise in Mathematik-Lehrveranstaltungen genutzten Textsatzprogramm LaTeX hat. Insbesondere waren wir interessiert daran, wie kollaboratives Schreiben unter Dozent_innen sowie unter Beteiligung von Studierenden gelingen kann. Dafür wurde Bookdown in die an der Universität Bremen genutzte Lernplattform Stud.IP integriert. Die Einstiegsschwelle wird dadurch durchaus gesenkt, jedoch wird auch die Funktionalität des eigentlich sehr mächtigen Tools eingeschränkt. Als Ausblick sprechen wir die Dissemination der entstehenden Werke als Offene Bildungsressourcen (OER) an.

Co-Autor ist Dr. Ingolf Schäfer, seine Tagungsteilnahme ist aber noch unsicher.

 

Anje Ostermann

 

Mediennutzung im Mathematikunterricht – eine Befragung von Lehrkräften

Die Nutzung von digitalen Medien und insbesondere von digitalen Werkzeugen wird in der mathematischen Schulbildung durchgängig gefordert. Derzeitig vorliegende Erkenntnisse zur Beschreibung der Mediennutzung im Mathematikunterricht sind oft wenig medien- und fachspezifisch, da der Fokus aktueller Untersuchungen oft auf der Medienausstattung liegt. Die in diesem Vortrag vorgestellte Befragung von Lehrkräften allgemeinbildender Schulen adressiert diese Lücke, indem den Fragen nachgegangen wird, (1) in welchem Umfang Medien im Fachunterricht genutzt werden und (2) in welcher Funktion Medien im fachlichen Lernprozess genutzt werden. Darüber hinaus wird ein erster Einblick gegeben, (3) inwiefern schulische Rahmenbedingungen und Merkmale der Lehrperson als Einflussfaktoren erkennbar sind. In dem Vortrag werden die Konzeption der Befragung und erste Ergebnisse vorgestellt.

 

Fabian Grünig

 

Herausforderungen bei der Aufgabenanalyse unter Berücksichtigung eines geplanten Computereinsatzes – Wie operationalisiert man den Supplantationseffekt?

Als ein möglicher Mehrwert vom Einsatz computergestützter Darstellungen wird der Supplantationseffekt diskutiert. Dynamisierte Darstellungen können Lernende bei mentalen Operationen unterstützen, zu denen sie alleine nicht in der Lage wären oder die im Kontext des Lernprozesses nicht im Vordergrund stehen. 
Wie gelangen Lehrkräfte zu einem Urteil über die Frage, ob ein Computerapplet eine Schulbuchaufgabe auf diese Weise unterstützt?
Im hier vorgestellten Dissertationsprojekt wird angestrebt, ein Testinstrument für Aspekte der Analysekompetenz von Lehrkräften zu entwickeln. Die Analyse bezieht sich dabei auf die Betrachtung von dynamisierten Darstellungen als Hilfsmittel für die Bearbeitung von Schulbuchaufgaben. Die Lehrkräfte sollen einschätzen, welche Prozesse durch die dynamisierte Darstellung unterstützt werden und welche Rolle diese bezogen auf das Lernziel der Aufgabe einnehmen. Im Vortrag werden das Testinstrument und erste Erkenntnisse aus einer Validierungsstudie vorgestellt.

Über den Arbeitskreis Mathematikunterricht und digitale Werkzeuge

Der AK blickt auf eine insgesamt über dreißigjährige Geschichte zurück. Tradition sind die jährlichen Herbsttagungen (in der Regel 3 Tage am letzten Wochenende im September) mit Teilnehmenden aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland. Der Stand der Diskussion und die Vorträge werden in Tagungsbänden veröffentlicht. Der Teilnehmendenkreis umfasst die verschiedenen am Mathematikunterricht und seiner Entwicklung interessierten Gruppen: Lehrende aller Schularten, aus den Studienseminaren, aus der universitären Didaktik und aus den Kultusministerien.

Selbstbeschreibung

Der Arbeitskreis versteht sich als eine Plattform für die fachdidaktische Diskussion der Potentiale und Phänomene des Einsatzes digitaler Werkzeuge in Schule und Hochschule. Dabei nimmt er insbesondere die Wirkungen dieser Werkzeuge auf das Lernen und Lehren von Mathematik in den Blick:

  • Digitale Werkzeuge erweitern und verändern den Zugang zu mathematischen Begriffen und Verfahren, indem sie Möglichkeiten zur Vernetzung, Dynamisierung und Interaktion eröffnen.
  • Digitale Werkzeuge verändern den Umgang mit Mathematik beim Argumentieren, Problemlösen, Modellieren, Darstellungen Verwenden, Rechnen und Kommunizieren.
  • Digitale Werkzeuge sind Produkte der Informatik. Sie ermöglichen die  Verankerung informatischer Ideen wie Formalisierung, Algorithmisierung und Modularisierung auch im Mathematikunterricht.
  • Digitale Werkzeuge verändern die Unterrichtspraxis und stellen neue Anforderungen an das Klassenmanagement.
  • Digitale Werkzeuge sind allgegemwärtig und berühren so Fragen zur Allgemeinbildung wesentlich.

Zu einer kritischen und fruchtbaren Diskussion der Wirkungen digitaler Werkzeuge auf das Lernen und Lehren von Mathematik gehören die Perspektiven von Forschung und Praxis gleichermaßen; der Arbeitskreis ist daher Ort für theoretische Reflexionen, empirische Beobachtungen und unterrichtspraktische Ideen.

Mitgliedschaft und Mailingliste

Offizielle Mitteilungen des AK erfolgen über die Mailingliste des Arbeitskreis. Bitte tragen Sie sich dort ein, wenn Sie die Einladungen zur Mitgliederversammlung und die Aussendungen zu den AK-Tagungen erhalten möchten. Alle Mails finden Sie im Archiv.

AK-Tagungen

Der Arbeitskreis tagt in der Regel jährlich am letzten Wochenende im September.

Vergangene Tagungen

2017 "Digitales Lernen" im Mathematikunterricht
2016 Keine Tagung
2015

Alternatives lernen - alternatives Lernen (Saarbrücken)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

2014

Werkzeuge nutzen! - Nutzen Werkzeuge? (Halle)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

Gemeinsam mit der CADGME 2014

2013

Diskrete Mathematik (Saarbrücken)

1. Aussendung für die Herbsttagung 2013

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

2012

Quo vadis? (Soest)

1. Aussendung für die Herbsttagung 2012

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

2011

Verfügbare Digitale Werkzeuge im Mathematikunterricht richtig nutzen (Soest)

1. Aussendung für die Herbsttagung 2011

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

2010

Geometrie 2030 - Zwischen Holodeck und Kreidetafel (Soest)

1. Aussendung für die Herbsttagung 2010

2. Aussendung für die Herbsttagung 2010

2009

Zur Zukunft des Analysisunterrichts vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit Neuer Medien (und Werkzeuge) (Soest)

1. Aussendung für die Herbsttagung 2009

Handout zur AK-Sitzung in Oldenburg März 2009

Protokoll zur AK-Sitzung in Oldenburg März 2009

2008

Medien vernetzen

1. Aussendung für die Herbsttagung 2008

Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Kurzfassungen der Beiträge

2007

Aufgaben mit Technologieeinsatz im Mathematikunterricht

Protokoll der AK-Sitzung in Berlin April 2007

2006

Computerwerkzeuge und Prüfungen

Protokoll der AK-Sitzung in Osnabrück März 2006

2005

Informatische Ideen im MU

Protokoll der AK-Sitzung in Bielefeld März 2005

2004

Neue Medien und Bildungsstandards

2003 WWW und Mathematik - Lehren und Lernen im Internet
2002 Lehr- und Lernprogramme für den Mathematikunterricht
2001 Medien verbreiten Mathematik
2000 Lernen im Mathematikunterricht mit Neuen Medien
1999 Standardthemen des Mathematikunterrichts in moderner Sicht
1998 Modellbildung, Computer und Unterricht
1997 Geomerie und Computer - Suchen, Entdecken, Anwenden
1996 Computer und Geometrie - Neue Chancen für den Geometrieunterricht?
1995 Rechenfertigkeit und Begriffsbildung - Zu wesentlichen Aspekten des Mathematikunterrichts vor dem Hintergrund von Computersystemen
1994 Fundamentale Ideen - Zur Zielorientierung eines künftigen Mathematikunterrichts unter Berücksichtigung der Informatik
1993 Mathematikunterricht und Computer - Neue Ziele oder neue Wege zu alten Zielen?
1992 Wieviel Termumformung braucht der Mensch? - Fragen zu Zielen und Inhalten eines Mathematikunterrichts angesichts der Verfügbarkeit informatischer Methoden?
1991 Mathematikunterricht im Umbruch? - Erörterungen zur möglichen "Trivialisierung" von mathematischen Gebieten durch Hardware und Software

28. bis 29. September 2018 

Universität Duisburg-Essen

Weststadt-Carree (WSC)

Thea-Leymann-Straße 9
45217 Essen

Leitung und Kontaktadressen

  • Guido Pinkernell:

pinkernell@ph-heidelberg.de

  • Florian Schacht:

florian.schacht@uni-due.de

Tagungssekretariat

  • Denis Márquez de Schrader:

denis.marquez-de-schrader@uni-due.de

Anmeldung

Anmeldungen von Vorträgen oder Postern melden Sie bitte bis zum 15. August 2018 bei Angabe eines Abstracts von maximal 1000 Zeichen unter Anmeldung an. Anmeldungen zur Tagung ohen aktiven Beitrag sind bis zum 12. September hier möglich.

Veröffentlichungen

Den aktuellen Tagungsband erhalten Sie zum Download hier: Tagungsband - AKMDW 2017

Frühere Tagungsbände sind hier zum Download erhältlich.​

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten der Tagungsbände gibt es beim Franzbecker-Verlag.

UDE Weststadt

Anfahrt und Lageplan

Die Tagung findet in dem Gebäude "WSC" auf dem Campus Essen statt.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Von Essen Hbf mit den U-Bahn-Linien U11, U17 oder U18 bis Haltestelle "Berliner Platz", dort Ausgang B nehmen und der Altendorfer Straße folgen (Colosseum links liegen lassen). Die Fakultät für Mathematik befindet sich über Conrad. Eingänge befinden sich an der Altendorfer Straße und am Foyer an der Thea-Leymann-Straße 9.

Verbindungsmöglichkeiten des ÖPNV finden Sie hier.

Anreise mit dem Auto

Thea-Leymann-Straße 9, 45127 Essen
Es stehen (kostenpflichtige) Parkplätze in den Straßen um das WSC zur Verfügung. 
Kostenlos parken können Sie am Campus (Fußweg ca. 10 Minuten).

Mehr Informationen

Die Abfahrtzeiten des Pendelbus, eine Orientierungshilfe für die Raumnummern und Öffnungszeiten der Eingänge finden Sie in unserem WSC-Flyer (PDF).