Kultur-faire Erfassung mathematischer Konzepte am Schuleingang

Entwicklung eines Screenings zur Erfassung mathematischer Konzepte am Schuleingang unter Berücksichtigung der Erstsprache Türkisch

Rund 30% der Erstklässler in Deutschland haben eine andere Erstsprache als Deutsch bzw. wachsen mit einer weiteren Sprache neben Deutsch als Familiensprache auf. Mit Blick auf aktuelle demographische Entwicklungen ist davon auszugehen, dass der Anteil der sprachlichen Vielfalt in den kommenden Jahren weiterhin steigen wird.

Unter diesen Kindern ist Türkisch nach wie vor die häufigste Herkunftssprache. Um unter dieser Schülergruppe Kinder mit Förderbedarf in Mathematik zu identifizieren, soll im Rahmen des Projektes ein effizientes Diagnoseinstrument erstellt werden, das die Erfassung mathematischer Konzepte sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch ermöglicht. Dazu wird ein bereits auf Deutsch existierendes theoriebasiertes Screening zur Erfassung von Mathematikleistungen am Schuleingang übersetzt und validiert werden. Mit Hilfe eines solchen Screenings können förderbedürftige Kinder unter Berücksichtigung ihres Gesamtsprachenbesitzes genauer identifiziert werden. Der kriteriale Ansatz des Screenings darüber hinaus eine direkte Ableitung von Fördermaßnahmen aus den Ergebnissen ermöglichen. Perspektivisch sind darüber hinaus auch Fördermaßnahmen angedacht, die im Mathematikunterricht der Grundschule in Koordination mit dem Herkunftssprachenunterricht eingesetzt werden können, mit dem Ziel mathematische Förderung gesamtsprachlich zu initiieren.

Verantwortliche WIssenschaftler

Moritz Herzog          
(Institut für Psychologie, Fakultät für Bildungswissenschaften)

Dr. des. Erkan Gürsoy          
(Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Fakultät für Geisteswissenschaften)