Arbeitsgruppe Prof. Dr. Karin Stachelscheid

Arbeitsgruppe Stachelscheid

Forschung für ein besseres Lernen

„Forschung für ein besseres Lernen“ setzt drei Forschungsschwerpunkte, die im Forschungstetraeder wiedergegeben sind.

  1. Einsatz von Humor im Unterricht
  2. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung
  3. Individuelles Lernen mit Multimedia

 Forschungstetraeder AG Stachelscheid

                        Forschungstetraeder AG Stachelscheid

Die Projekte beziehen sich auf klassische Inhaltsbereiche der Chemie, wie „Chemie der Materie“ und „Periodensystem der Elemente“ sowie auf fächerübergreifende Inhalte aus dem Gesundheitsbereich, wie „Sonnenschutz“. Die drei Forschungsschwerpunkte „Humor“, „Gesundheit“ und „Individualität“ stehen für sich, können aber auch miteinander verknüpft werden, wie im Promotionsprojekt „Zum Einfluss des Merkmals „Humor“ auf die Gesund­heitserziehung im Chemieunterricht der Sekundarstufe I“ besonders gut deutlich wird.

Einsatz von Humor im Unterricht

Promotionsprojekt Andreas Dickhäuser

Untersuchungen zur Qualität von Unterricht zeigen, dass Humor von Schülern und Lehrern als positives Merkmal von Unterricht bewertet wird. Humor kann im kognitiven Bereich die Aufmerksamkeit erhöhen und sich positiv auf die Lernleistung auswirken und im emo­tionalen Bereich Interesse erhöhen und Angst reduzieren. Positivem Humor kann damit ein großes Potenzial für seine Wirksam­keit im Unterricht zugeschrieben werden. Dennoch gibt es in der Unterrichtsforschung nur wenige Projekte zu diesem Thema. Speziell auf den Chemie­unterricht bezogen, handelt es sich derzeit um einen weißen Fleck auf der empirischen Forschungslandkarte, den es mit Ergebnissen zu füllen gilt.     
Beim Einsatz von Humor im Unterricht muss zwischen Humor als Persönlichkeits­merkmal und Humor als Merkmal von Unterrichtsmaterialien unterschieden werden. In einem ersten großen Forschungsabschnitt wird zunächst der Einfluss von Lernmaterialien mit dem Merkmal Humor untersucht. Dazu werden gemäß dem von uns entwickelten Konzept des Chemiespezifischen Humors Unterrichtmaterialien zum Periodensystem der Elemente erstellt und evaluiert.

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung 

Promotionsprojekt Jennifer Petersen

Gesundheit ist von höchster individueller und gesellschaftlicher Bedeutung und doch wird der Vermittlung von Gesundheitskompetenz in unseren Bildungsstätten nicht die entspre­chende Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei entwickeln sich gerade im Kindes- und Jugendalter die gesundheitsrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen, die im Erwachsenenalter „gelebt“ werden. Die Förderung von Gesundheitskompetenz ist daher auch Aufgabe des Chemieunterrichts, denn eine naturwissenschaftliche Perspektive auf gesundheitsrelevante Themen ist zum Erwerb dieser Kompetenz unerlässlich.

Im Jugendalter wird Gesundheit häufig als selbstverständlich wahrgenommen, die gesund­heitlichen Ressourcen erscheinen unerschöpflich, es existiert noch kein Leidensdruck und Krankheitsprävention ist kein alltägliches Thema. Humor hingegen ist bei Jugendlichen als gängiges Kommunikationsmittel und zentrale personale Ressource allgegenwärtig. Hier kann mit Inter­ventionen, in denen geplanter Humor im Zentrum steht, eine den entwicklungs­psycho­logischen Besonderheiten der Jugendlichen entsprechende Gesundheitserziehung statt­finden. Im Forschungsprojekt wird ein Konzept zur Gesundheitsförderung im Bereich Sonnenschutz entwickelt und evaluiert, in dem Humor als verbindende Komponente eingesetzt wird.

Individuelles Lernen mit Multimedia

Promotionsprojekt Felix Warbruck

Individuelle Voraussetzungen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich der Lernen­den stellen die Grundlage für deren Lernprozesse dar. Im normalen Unterrichtsalltag ist eine Berücksichtigung der Individualität der Lernenden jedoch nur bedingt möglich. Abhilfe bietet hier der Computer, denn computerbasierte Lernumgebungen ermöglichen in deutlich größe­rem Umfang den individuellen Bezug zu den Voraussetzungen der Lernenden. Nach einer vorangehenden Diagnose der lernrelevanten Voraussetzungen wie beispielsweise dem Vorwissen, gestatten sie den Lernenden neben der freien Inhaltswahl und Verweildauer die Darbietung individueller Lernhilfen. Zudem lassen sich die Lernhandlungen verfolgen und somit Zusammenhänge zur Lernleistungen ableiten.
Für das zentrale Thema „Chemie der Materie“ wird eine computerbasierte Lernumgebung entwickelt, die Inhalte zu den Kompetenzstufen „Lebenswelt“, „Teilchenmodel“ und „Atom­modell“ abbildet und entsprechend eines Mastery Learning Ansatzes durch Testaufgaben den Lernerfolg überprüft und die Lernenden fördert.