Dissertationsprojekt Carolin Eitemüller

Untersuchung zu den Einflussfaktoren auf das Kurswahlverhalten im Fach Chemie

Chemie gilt als eines der unbeliebtesten Unterrichtsfächer und wird von der Mehrheit der Schülerschaft bereits zum Beginn der gymnasialen Oberstufe abgewählt (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2015). In Anbetracht des sinkenden Interesses der Schülerinnen und Schüler an naturwissenschaftlichen Karrieren und den hohen Studienabbruchquoten in diesen Fächern (Heublein, Richter, Schmelzer & Sommer, 2012) besteht ein Ansatz der derzeitigen Forschung darin den Entscheidungsprozess der Schülerinnen und Schüler besser zu verstehen, um die gewonnen Erkenntnisse für Fördermöglichkeiten nutzen zu können.

 

Eccels und Wigfield (2002) gehen in ihrem Erwartungs-mal-Wert Modell davon aus, dass leistungsbezogene Wahlentscheidungen, wie die Kurswahlen in der Oberstufe, auf die individuellen Erfolgserwartungen und die subjektiven Werte der Schülerinnen und Schüler zurückgeführt werden können, die diese mit der Entscheidung verbinden. Dabei beziehen sich die subjektiven Werte darauf, wie Freude bereitend, persönlich wichtig, nützlich oder kostspielig ein bestimmtes Ergebnis empfunden wird.

Vor dem Hintergrund war es das Ziel des Promotionsvorhabens zu ermitteln, welche Motive für die Wahl bzw. Abwahl des Faches Chemie in der Oberstufe von Bedeutung sind und welche Faktoren sich als Prädiktoren für den Erfolg im Fach Chemie identifizieren lassen. In einem Quasi-Längsschnitt über drei Jahrgangsstufen (9. - 12. Jahrgang) wurden in Anlehnung an das Erwartungs-mal-Wert Modell das Interesse, das Fachwissen, die Chemienote, das Selbstkonzept und die Berufswünsche von den Schülerinnen und Schülern zu zwei Messzeitpunkten im Abstand von einem Jahr erfasst.

Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass dem Interesse an Chemie die stärkste prädiktive Kraft in Bezug auf die Vorhersage der Kurswahlentscheidung zukommt, während für die Abwahl des Faches hauptsächlich die niedrigen Fähigkeitsüberzeugungen der Schülerinnen und Schüler verantwortlich sind. Diese bleiben häufig hinter den tatsächlichen Leistungen der Lernenden zurück. Neben den Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler stellen deren Berufs- und Studienwünsche einen der einflussreichsten Prädiktoren bei der Chemiewahl dar. Zum Leidwesen des Faches fällt die Zahl der Lernenden mit Berufsvorstellungen im chemischen Bereich aber sehr gering aus.

 

 

 

Projektlaufzeit:

2012 - 2015

Betreuer:

Maik Walpuski

Dissertation:

Carolin Hülsmann

Kooperationspartner

AG Prof. Dr. Elke Sumfleth, Essen

 

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