Pädagogisch-psychologische Diagnostik - Startseite

Herzlich Willkommen!

Der Lehrstuhl für Pädagogisch-psychologische Diagnostik wird aktuell von Dr. Tanja Gabriele Baudson vertreten.

 

Was ist "Pädagogisch-psychologische Diagnostik"?

Diagnostik – da denken die meisten vermutlich erst einmal an den unliebsamen Besuch beim Arzt. Dass die Diagnostik aber auch für Menschen, die in der Pädagogik oder in der Psychologie tätig sind, ein ganz wichtiges Werkzeug ist, ist vermutlich deutlich weniger bekannt!

Im Grunde sind wir alle "Alltagsdiagnostiker" – täglich damit beschäftigt, andere Menschen und Situationen einzuschätzen. Professionelle Diagnostik unterscheidet sich von diesen oft nachlässig und ohne systematische Informationssuche gefällten Urteilen jedoch ganz massiv! Während die Alltagswahrnehmung anfällig für Vorurteile ist und oft nur das sieht, was sie sehen will, geht es in der pädagogischen wie in der psychologischen Diagnostik darum, ein möglichst akkurates Bild im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung zu bekommen.

Ein Beispiel …

Das klingt vermutlich alles noch sehr abstrakt, oder? Stellen Sie sich einmal vor, ein Kind, das Sie kennen, schreibt plötzlich schlechte Noten, obwohl es vorher sehr gut in der Schule war. Wie kommt das, werden Sie sich fragen – und genau das kann der Einstieg in eine professionelle Diagnostik sein. Ausgehend von dieser konkreten und auf den Einzelfall bezogenen Fragestellung entwickeln Sie nun Hypothesen, warum sich das Verhalten des Kindes so verändert hat. Hat es Stress zu Hause, vielleicht ein Geschwisterchen bekommen? Kommt es mit dem neuen Lehrer nicht zurecht? Gibt es andere Kinder in der Klasse, die es ärgern? Oder ist es unterfordert?

Im nächsten Schritt sammeln Sie zunächst einmal Informationen. Dabei können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen – welche, das müssen Sie im Einzelfall entscheiden. Zunächst einfach mal reden wäre sicherlich das Nächstliegende, aber oft braucht man bei solch konkreten Problemen auch komplexere Verfahren – bei der Überprüfung, ob das Kind unterfordert ist, könnte man etwa an einen Intelligenztest denken. Diese Informationen nutzen Sie dann, um Ihre Hypothesen zu überprüfen und dann ein diagnostisches Urteil zu fällen (mit anderen Worten, die ursprüngliche Frage zu beantworten) – und schlussendlich natürlich auch etwas zu unternehmen, um das Problem zu lösen.

Professionelle Diagnostik: ein wissenschaftlicher Ansatz, um praktische Lösungen zu finden

Das Vorgehen ist also sehr wissenschaftlich – und das soll es auch sein, wenn wir als professionelle Diagnostiker verantwortlich handeln und jemandem in einer schwierigen Situation tatsächlich helfen wollen. Professionelle Diagnostik kann man lernen. Einige Impulse dazu bekommen Sie in meiner Vorlesung.